Debatte in Ortsvertretung

Fritzdorfer wollen Durchfahrt unattraktiver machen

Die Tempo-30-Zone auf der Schmiedegasse ist räumlich und zeitlich eingeschränkt. Die Ortsvertretung möchte es erweitern.

Die Tempo-30-Zone auf der Schmiedegasse ist räumlich und zeitlich eingeschränkt. Die Ortsvertretung möchte es erweitern.

Fritzdorf. Bei der Sitzung der Fritzdorfer Ortsvertretung stand jetzt nicht der Hochwasserschutz, sondern die Verkehrssituation im Vordergrund. Die Fritzdorfer beklagen viel Durchgangsverkehr, vor allem aus Richtung Oeverich.

Man hätte erwarten können, dass die Fritzdorfer Ortsvertretung und die Bürger bei der Sitzung im Jugendheim am Dienstag lange und breit über den Tagesordnungspunkt Hochwasserschutz diskutieren würden. Das Thema war aber vergleichsweise schnell abgehakt, stattdessen zeigte sich, dass die Fritzdorfer rund um den Verkehr im Ort, vor allem auf der Hauptdurchfahrtstraße, viel Redebedarf haben.

Vielen stößt der LKW-Durchgangsverkehr auf, vor allem aus Richtung Oeverich. Das seien oft Baufahrzeuge aus dem Nachbarort in der Grafschaft, stellte man fest, aber auch bei Stau auf der A 61 würden viele Fahrzeuge den Umweg durch die Dörfer nehmen. Idealerweise müsse man gemeinsam mit Oeverich überlegen, wie man die Straße entlasten kann. Auf die vor 40 Jahren mal angedachte Ortsumgehung könne man wohl jedenfalls nicht hoffen, meinte der OV-Vorsitzende Joachim Heinrich.

„Man muss die Durchfahrt unattraktiver machen“, meinte ein Bürger. Das, meinte der Wachtberger Beigeordnete Swen Christian, sei genau die richtige Denkweise. Er stimmte allerdings auch einem anderen Wortbeitrag zu: Die Durchfahrt in Oeverich sei schon denkbar unattraktiv, und trotzdem gebe es den Verkehr. Gemeinsame Maßnahmen seien aber der richtige Weg, befand man.

Auch Tempo 30 auf den Hauptstraßen Schmiedegasse und Oevericher Straße. Dort hatte der Rhein-Sieg-Kreis nach Messungen festgestellt, dass Autofahrer in der Tat zu schnell fahren, und eine Tempo-30-Zone eingerichtet: über 90 Meter, und auch nur werktags von 7 bis 15 Uhr. Zu wenig, fanden die Fritzdorfer. Christian bezweifelte aber, dass der Kreis von seiner Regel – 50 Stundenkilometer innerorts, 100 außerhalb – noch weiter abrücken werde. Jedenfalls müsse man erst mal Experten einbeziehen. Auch die Parksituation im Ort wurde bemängelt. In einigen Straßen kämen selbst die kleinen Fahrzeuge der Fritzdorfer Feuerwehr nicht durch, viele Leute würden ihre Garagen als Lager nutzen und das Auto an der Straße parken. Ein OV-Mitglied schlug eine Parkraumbewirtschaftung vor. Zumindest will die Ortsvertretung durch eine zeitliche Begrenzung mit Parkscheibe erreichen, dass auf dem Kirchplatz nicht mehr so viele Anwohner parken.

OV-Mitglied Sabine Killmann schlug vor, wie auch in Villip und Villiprott Mitfahrbänke in Fritzdorf einzurichten. Um zu erkennen, ob auf diesen Bänken jemand einfach nur sitzt oder aber irgendwo hin mitgenommen werden will, könne man Schilder aufstellen, auf denen man das anzeigen könne. Die Idee kam grundsätzlich gut an.

Er gab auch einen Sachstand zum Hochwasserschutz. Es würden Durchlässe ersetzt, um Zuwege zu Feldern für das Wasser herzustellen, zudem müssten noch Grabensysteme ertüchtigt werden. Dafür müssten Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt werden. Man wolle jetzt aber erst mal die Fertigstellung der Starkregengefahrenkarten für die Gemeinde Wachtberg abwarten, die ab Anfang 2019 abrufbar sein sollen. Dazu solle es dann eine Info-Veranstaltung geben.