Neue Zahlen sorgen für Aufregung

In Swisttal fehlen 161 Kita-Plätze

In Swisttal gibt es deutlich mehr Kinder als Plätze in Kindertagesstätten.

In Swisttal gibt es deutlich mehr Kinder als Plätze in Kindertagesstätten.

SWISTTAL. Gemeindeverwaltung soll jetzt so schnell wie möglich Lösungen finden. Möglichkeiten reichen von einem neuen Waldkindergarten über Containerlösungen und mehr Plätze durch freie Träger.

Als „wirklich dramatisch“ hat Tobias Leuning, Vorsitzender des Ausschusses für Generationen, Soziales, Kultur und Sport (GSKS), die aktuellen Zahlen der Kita-Bedarfsplanung für die Gemeinde Swisttal bezeichnet. Bei Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner lösten die Bedarfszahlen gar „Schnappatmung“ aus, wie sie sagte. Und das nicht ohne Grund, denn nach den aktuellen Daten vom September 2018 fehlen rechnerisch in Swisttal für das Kindergartenjahr 2019/2020 nicht weniger als 149 Plätze für Kinder über drei Jahren (Ü3) und zwölf Plätze für Kinder unter drei Jahren (U3).

Dabei sind bereits die Plätze abgezogen, die im Katholischen Kindergarten Heimerzheim in den beiden neuen Gruppen entstehen sollen, sofern diese Einrichtung bis dahin eröffnen kann, so die Verwaltung in der Sitzungsvorlage. Wenn Bürgermeisterin Kalkbrenner auch eine „schöne Entwicklung durch Zuzug von Familien mit kleinen Kindern nach Swisttal“ als Ursache ausmachte, waren sich Verwaltung und Fraktionen ebenso wie das Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises einig, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Wilfried Bialik (SPD) und Monika Wolf-Umhauer (FDP) forderten, dass die Verwaltung „die Dinge etwas zügiger und forscher angehen“ sollte. Tanja Pleßer (CDU) forderte im Sinne von „klotzen und nicht kleckern“, gezielt über einen Neubau nachzudenken. Wichtig sei es, Möglichkeiten der Förderung zu klären. Da konnte Fachbereichsleiterin Kerstin Wicke eine Perspektive eröffnen.

Erst am Nachmittag vor der Sitzung sei ein Schreiben eingegangen, in dem der Rhein-Sieg-Kreis die Finanzierung von drei zusätzlichen Gruppen in Swisttal vorgeschlagen hat. Darüber müssten aber die Bürgermeister bei ihrem nächsten Treffen entscheiden. Nach eingehender Diskussion und verschiedenen Vorschlägen von Verwaltung und Fraktionen erhielt die Verwaltung ein ganzes Paket von Prüfaufträgen. So soll als kurzfristige Lösung in Buschhoven die Einrichtung einer Waldkindergruppe in Anknüpfung an einen bestehenden Kindergarten konkretisiert und die Rahmenbedingungen geprüft werden.

Träger sollen angesprochen werden

Stephan Faber (Grüne) hielt auch für Heimerzheim und Odendorf aufgrund der Nähe zum Wald die Einrichtung einer Waldgruppe in Zusammenarbeit mit einem freien Träger kurzfristig für möglich. Eine kurzfristige Lösung könnte auch das Aufstellen von Containern sein. Diese Variante könnte laut Bürgermeisterin innerhalb eines halben Jahres realisiert werden, weil verschiedene Grundstücke im Eigentum der Gemeinde vorhanden seien. Für Heimerzheim soll der Neubau einer drei- oder viergruppigen neuen Einrichtung geprüft werden, eventuell am Standort Kammerfeld.

Dazu sollen infrage kommende Träger angesprochen werden und dabei auch geklärt werden, ob diese jeweils selbst bauen würden oder ob die Gemeinde bauen müsste. Auch sollen Fördermöglichkeiten durch den Rhein-Sieg-Kreis geklärt werden. Für Odendorf und Buschhoven sollen die Planungen für jeweils eine weitere Gruppe in Zusammenarbeit mit einer bestehenden Einrichtung konkretisiert werden.

Zudem sollen die Ausbildungsmöglichkeiten für Tagesmütter stärker beworben und abgeklärt werden, ob solche Kurse nicht auch in Swisttal angeboten werden könnten. Tagespflege- beziehungsweise Großtagespflegestellen sollen gefördert werden. Und das alles unter Zeitdruck bis zur zweiten Haushaltslesung.