Vermisste Arzthelferin aus Rheinbach

Trudel Ulmens Leiche gefunden

Bonn. Der Vermisstenfall Trudel Ulmen ist nun kein gewöhnlicher Vermisstenfall mehr, sondern möglicherweise ein Mordfall. Denn die seit dem 21. März 1996 verschwundene Rheinbacher Arzthelferin fiel schon vor 16 Jahren einem Gewaltverbrechen zum Opfer.

Die Bonner Polizei hat deshalb jetzt eine Mordkommission gebildet. Dies teilte gestern der Bruder des Opfers dem General-Anzeiger mit, unmittelbar nachdem Vertreter der Bonner Kripo nach Mayen in der Eifel gereist waren, um die Familie über die schreckliche Wahrheit zu informieren.

Die Kripo hatte DNA-Proben von Trudel Ulmens Bruder, Schwester und Mutter genommen. Später konnten die Ermittler allerdings noch eine DNA-Probe der Verschollenen beschaffen, die Trudel Ulmen vor ihrem Verschwinden bei einer Untersuchung als Patientin in einem Krankenhaus hinterlassen hatte.

Ein Abgleich mit der bundesweiten Datei unbekannter Toter brachte jetzt Gewissheit: Der genetische Fingerabdruck ist zweifelsfrei identisch mit jenem einer bislang unbekannten weiblichen Leiche, die ein Radfahrer am 18.  Juli 1996 in einem Waldstück an der L247 zwischen den Bad Honnefer Ortschaften Rottbitze und Stockhausen entdeckt hatte - nur vier Monate nach Trudel Ulmens Verschwinden.

Damals stellte die Bonner Rechtsmedizin fest, dass die tote Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein musste. Doch die Kripo konnte trotz umfangreicher Ermittlungen die bereits stark verweste Leiche nicht identifizieren und den Fall nicht aufklären. Die Tote war lediglich mit einer Bluse und einer Jogginghose bekleidet gewesen. Jetzt konzentriert sich die Arbeit der Bonner Mordkommission auf die Ermittlung des Täters.