Ausbau der Voreifel-Bahnlinie

Spatenstich für neuen RB 23-Halt in Rheinbach

Die ersten Schaufeln Erde für den neuen Haltepunkt "Römerkanal" sind ausgehoben. Rund 270 Arbeitstage sollen folgen.

RHEINBACH. Eine Reihe von Buchstaben mit besonderer Bedeutung zog die kleine Holz-Lok auf dem Rednerpult hinter sich her: "Römerkanal", der Name des neuen Haltepunktes der Voreifel-Bahnlinie RB 23 in Rheinbach.

Am Montag erfolgte der offizielle Spatenstich hinter dem Gelände der Firma Krings zum Beginn des Ausbaus der Strecke zwischen Bonn und Euskirchen. Insgesamt vier neue Haltepunkte sollen entstehen und ein zweites Gleis zwischen Duisdorf und Witterschlick gebaut werden (siehe Kasten). Das Projekt "Haltepunkt Rheinbach Römerkanal" soll 2,1 Millionen Euro kosten.

Die Realisierung ist für 2013 in drei Bauabschnitten und in rund 270 Arbeitstagen vorgesehen. Im ersten Abschnitt soll der Kreisverkehr an der L 158 zwischen Meckenheim und Rheinbach gebaut werden, um den neuen Haltepunkt von der Landstraße aus anzubinden.

Im zweiten Bauabschnitt soll die Verbindungsstraße entstehen und der Haltepunkt gebaut werden, im dritten Abschnitt der Park & Ride-Platz mit mehr als hundert Stellplätzen. 900 Meter Kanalrohre würden verlegt, kündigte Bürgermeister Stefan Raetz an, es würden 4500 Quadratmeter Asphalt gegossen.

Immerhin 12.000 Fahrgäste nutzten die Voreifel-Strecke derzeit täglich, sagte Vize-Landrat Rolf Bausch. "Wenn das Projekt mit seinen insgesamt vier neuen Haltepunkten gelingt, bin ich sicher, dass es noch mehr Fahrgäste werden, denn wir sind eine Wachstumsregion."

1994 habe das jetzige Kapitel der 132 Jahre währenden Geschichte der Voreifelbahn mit der Taktverdichtung begonnen, so Raetz. Die seither stetig wachsenden Fahrgastzahlen hätten Bedarf an weiteren Zustiegsmöglichkeiten, unter anderem auch in Rheinbach, deutlich gemacht.

"In den vergangenen 15 Jahren ist mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und dem hier angegliederten Wohngebiet ein komplett neuer Stadtteil entstanden. Viele neue Gewerbeansiedlungen in den Bereichen Nord I, Nord II und Hochschule sind ebenfalls in den vergangenen beiden Jahrzehnten geglückt - all diese Faktoren erfordern den Ausbau der verkehrlichen Infrastruktur, der jedoch gerade in Zeiten der knappen Finanzlage der Kommune angepasst sein muss", sagte Raetz.

Der Haltepunkt sei auch ein wichtiger Baustein eines integrativen Mobilitätskonzeptes der Stadt Rheinbach. In den nächsten Jahren sehe dies den Ausbau einer Mischung von Individualverkehr und öffentlichem Personennahverkehr vor. Gerade der neue Haltepunkt sei auch prädestiniert zur Kombination von Zweirad- und Schienenverkehr. Auf diese Weise komme ihm auch Bedeutung zu im Rahmen des Klimaschutzkonzepts zur Reduzierung der CO2-Belastung im Stadtgebiet.

Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR), bezeichnete den Haltepunkt "Römerkanal" als "Musterbeispiel einer ganzheitlichen Planung". Es gehe nicht nur um den Haltepunkt selbst, sondern zugleich um dessen Anknüpfung an den straßengebundenen Verkehr sowie um Barrierefreiheit. Sistenich kündigte für die Zeit nach dem jetzigen Ausbau auch die Elektrifizierung der Strecke an, deren Diesel-Triebwagen nicht zukunftsfähig seien.

Der Ausbau der Strecke
Auf der Strecke der RB 23 entstehen vier zusätzliche Haltepunkte: Rheinbach-Römerkanal, Bonn-Helmholtzstraße, Alfter-Impekoven und Endenich-Nord. 2014 soll auch das zweite Gleis gebaut werden, das notwendig ist, damit die vier neuen Haltepunkte ohne Fahrzeitverlust in den Fahrplan integriert werden können.

Über die Finanzierung des 33-Millionen-Euro-Projekts haben der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR), das Land NRW und die Bahn-Töchter DB Netz und DB Station eine Vereinbarung geschlossen.

Während der Bauphase wird es Beeinträchtigungen geben. Ab Juli werden am Bonner Güterbahnhof Gleise erneuert, damit die RB 23 künftig im Hauptbahnhof schneller ein- und ausfahren kann. Deshalb ist zwischen dem Bahnhof Duisdorf und dem Hauptbahnhof vorübergehend nur eingleisiger Verkehr möglich, und damit kein 15-Minuten-Takt mehr, sondern nur noch ein 30-Minuten-Takt.

Zur Kompensation sollen Busse fahren und die Züge mit drei statt mit zwei Einheiten verkehren. Das setzt voraus, dass die Bahnsteige entlang der Strecke verlängert werden.