Gymnasium wird saniert

Rheinbacher Schüler ziehen ins Pallotti-Kolleg

Rheinbach. Sanierung des Neubaus des Rheinbacher St. Joseph-Gymnasiums beginnt in den Ferien. Die komplette Oberstufe und die Jahrgangsstufen sechs und sieben finden nach den Sommerferien ihre Klassenräume im benachbarten und seit zwei Jahren leer stehende Vinzenz-Pallotti-Kolleg vor.

Wenn schon der sogenannte Neubau eines Gebäudeensembles in die Jahre gekommen ist und zur gründlichen Sanierung ansteht, lässt das Rückschlüsse auf die Historie des sogenannten Altbaus zu. Am Rheinbacher Erzbischöflichen Sankt-Joseph-Gymnasium (SJG) rücken zu Beginn der Sommerferien die Bagger an, um den „Neubau“ der Schule aus dem Jahr 1965 von Grund auf zu sanieren. Der vor wenigen Jahren erst aufwendig grunderneuerte „Altbau“ der 1911 gegründeten Schule stammt übrigens aus dem Jahr 1912.

Bevor die großen Baumaschinen am Rheinbacher Stadtpark anrücken, prägen allerlei Umzugskartons das Bild in den langen Fluren des SJG – sehr, sehr viele Umzugskartons. „Wie viele es sind, kann niemand sagen“, berichtet Martin Bornemann, Rektor des SJG. Nur so viel: Der Neubau umfasst gut und gerne rund 50 Klassen-, Fach- und Verwaltungsräume, die allesamt leer geräumt sein müssen, bevor die Bauarbeiter mit dem Start der Ferien alles auf den neuesten Stand der Technik bringen. Alleine die Schulbücherei im dritten Obergeschoss des Neubaus umfasst rund 20.000 Bücher, berichtet Bornemann.

Vinzenz-Pallotti-Kolleg vor zwei Jahren geschlossen

Die komplette Oberstufe des St. Joseph-Gymnasiums und die Jahrgangsstufen sechs und sieben finden nach den Sommerferien ihre Klassen- und viele Fachräume im benachbarten Vinzenz-Pallotti-Kolleg (VPK) an der Pallottistraße vor.

Da das ehemalige private Jungengymnasium ab 2012 keine neuen Schüler mehr aufnahm und der Schulbetrieb – nicht leichten Herzens – zum 31. Juli 2016 endete (der General-Anzeiger berichtete), können die Schüler des SJG die Räumlichkeiten des Pallotti-Kollegs nutzen, solange am Stadtpark die Baumaschinen das Sagen haben.

Während der auf rund zwei Jahre ausgelegten Bauarbeiten geschieht eine Menge am Stadtpark. Bornemann rollt eine große Architektenzeichnung auf seinem runden Besprechungstisch aus, um zu zeigen, wo überall die Fachkräfte tätig werden. Im ersten Schritt werden die rund 50 Räume des Neubaus entkernt.

„Wir wollen den gesamten Bau auf den neuesten Stand der Technik bringen“, sagt Bornemann. Damit ist nicht nur eine umfassende Digitalisierung gemeint, wie der Schulleiter betont. Auch in Sachen Akustik, Optik und Helligkeit der Räume wird neueste Technik Einzug halten. „Die Schüler werden sich in den neuen Räumen noch wohler fühlen können“, sagt der 51-jährige Pädagoge, der seit zwei Jahren Rektor am St. Joseph-Gymnasium ist.

Sanierung hat schon Gestaltung von G9 im Blick

Und noch einen positiven Nebeneffekt versprechen die vom Erzbistum Köln geplanten und finanzierten Bauarbeiten: Im sanierten Neubau werden Kursräume untergebracht werden, um „das Raumprogramm für G 9 vorausschauend umsetzen zu können,“ so Bornemann.

Zum gesteigerten Wohlfühlfaktor trägt auch bei, dass die Außenfassade zur Stadtparkseite die gleiche Gestalt bekommt wie zur Westseite hin. Eine größere Anzahl von Leuchtelementen an der Fassade kann die Lichtfärbung verändern und die Schulhöfe beleuchten.

Im zweiten Schritt entsteht zwischen Neu- und Altbau ein modernes, lichtdurchflutetes Foyer, welches den Anspruch eines repräsentativen, barrierefreien Eingangs ebenso erfüllt wie den Anspruch eines angenehmen Aufenthaltscharakters. Das dritte Element der Großbaustelle ist das neue Lehrerzimmer. Dieses entsteht zwischen Neubau und dem Ausgang zum Stadtpark hin. Die Planer des Architekturbüro Ernst aus Jülich wollen auch diesem Gebäudeteil eine lichtdurchflutete Gestalt mit bodentiefen Fenstern geben – und Raum für rund 100 Lehrkräfte.

Da ein Umzug immer eine Gemeinschaftsleistung darstellt, nutzen viele der rund 1000 Mädchen und Jungen am SJG die Projekttage vor den Sommerferien, um die vielen Umzugskartons mit Büchern und anderen Lehrmaterialien zu befüllen. Die Kisten selbst transferieren Umzugsprofis während der Ferien an die nahe gelegene Pallottistraße.

„Mit einer kompletten Schule bin ich noch nie umgezogen“, gibt Bornemann zu. Zusammen mit dem Erzbistum als Bauträger sei die Schule allerdings seit mehr als eineinhalb Jahren in intensiven Abstimmungsgesprächen. Und auch alle Fachschaften der Schulen haben intensiv beraten, um ein optimales Raumprogramm auf die Beine zu stellen. „Man kennt Umzüge aus dem Privaten“, berichtet Bornemann vielsagend. „Nicht anders stelle ich mir das bei unserer Schule vor.“