"Klagewelle" zum verkaufsoffenem Sonntag

Rheinbacher Bürgermeister kritisiert Verdi

Rheinbach/Köln. Dass die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nun auch die verkaufsoffenen Sonntage in Städten wie Rheinbach und Meckenheim gerichtlich verhindern will, hat Stefan Raetz, Bürgermeister der Stadt Rheinbach und Sprecher der Bürgermeister im Rhein-Sieg-Kreis scharf kritisiert.

Das Verwaltungsgericht Köln hat jetzt auch den geplanten verkaufsoffenen Sonntag am 16. Dezember in Rheinbach gestoppt. Das Gericht hat damit der einstweiligen Anordnung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen die Stadt Rheinbach, die die Ladenöffnung am dritten Adventssonntag erlaubt hatte, Recht gegeben. Bereits im März hatte die Stadt drei verkaufsoffene Sonntage für das Jahr 2018 genehmigt – darunter den anlässlich des Weihnachtsmarktes. „Wir bedauern diese Entscheidung.

Sie trifft insbesondere die Rheinbacher Händler, die sich nicht im besonderen Rahmen von Weihnachtsmarkt und verkaufsoffenem Sonntag präsentieren können“, sagte Rheinbachs Stadtsprecher Norbert Sauren auf GA-Anfrage. Die Stadt habe die Anzahl der Sonntage, an denen die Geschäfte – stets anlassbezogen – in der Glasstadt geöffnet sein dürfen, bereits von vier auf drei pro Jahr reduziert. „Für 2019 werden wir einen neuen Anlauf unternehmen, verkaufsoffene Sonntage zu ermöglichen“, erklärte Sauren.

Bürgermeister Stefan Raetz kritisierte die Verdi-Klage: „Niemand der Mitarbeiter in den Geschäften hatte Verdi aufgefordert zu klagen. Alle Geschäfte hätten gerne geöffnet“, erklärte Raetz. „Es bleibt völlig unberücksichtigt warum die Sonntagsöffnung sinnvoll ist: Um neue Kunden zu gewinnen und dem Onlinehandel, sowie FOCs, Paroli zu bieten. Kleine, inhabergeführte Geschäfte in Mittelstädten haben es heute nicht einfach zu überleben“, erklärte der Bürgermeister. "Verdi setzt den nächsten Sargnagel an. Ist das im Interesse der Mitarbeiter? Stärkt das das Überleben des Einzelhandels in den Städten?", fragte der Verwaltungschef. "Eindeutig: Nein! Danke Verdi! Fragt doch bitte das nächste Mal bei der Basis nach und nutzt die Weihnachtszeit zur Erleuchtung", so Raetz.

Der Gewerbeverein Rheinbach hatte bereits vor dem Richterspruch zur Sonntagsöffnung eine Alternatividee vorgestellt. So präsentiere sich Rheinbach bereits am Samstag, 15. Dezember, zur „Langen Einkaufsnacht im Lichterglanz“. Wie Gewerbevereinschef Oliver Wolf sagte, werde sich „die Einkaufsstadt Rheinbach von ihrer schönsten Seite“ zeigen und am Samstag bis 22 Uhr öffnen. „Die Weihnachtsbeleuchtung strahlt, die Türme sind beleuchtet, Fachwerkhäuser werden in verschiedene Farben getaucht und die Schaufenster glänzen“, so Wolf. Außerdem gibt es ein Kinderkarussell und weihnachtliche Livemusik von Wandering Souls.

„Nicht online kaufen, sondern weihnachtliches Ambiente in Rheinbach erleben“ sei Sinn und Zweck der langen Einkaufsnacht im Lichterglanz. Nach alter Tradition erleuchten die Geschäfte an der Hauptstraße ihre Giebel und Fassaden mit Lichtergirlanden. Rund um den Prümer Wall, vor der Kulisse des Wasemer Turms, und entlang der Pützstraße locken rund 70 Aussteller zum Weihnachtsmarkt mit allerlei kulinarischen Genüssen und mit Kunsthandwerk. Ein abwechslungsreiches musikalisches Programm stellen Angie und Erich Marschall auf die Beine. Geöffnet ist der Rheinbacher Weihnachtsmarkt am Freitag von 14 bis 22 Uhr, am Samstag von 11 bis 23 Uhr und am Sonntag von 11 bis 21 Uhr.