Historische Autos

Oldtimer-Rallye im Programm der Rheinbach Classics

Rheinbach. Der Wettstreit der automobilen Garagenschätze ist zurück im Programm der Rheinbach Classics: Der Ramershovener Peter Jacobs organisiert am Samstag, 20. Juli, die Oldtimer-Rallye, die ein Jahr pausiert hatte.

An den Computer setzt sich Peter Jacobs mit ordentlich Wut im Bauch und formuliert eine E-Mail, mit der er seinem gehörigen Ärger Luft macht. Ein paar elektronische Rückantworten und anschließende Telefonate später ist der 74 Jahre alte Ramershovener um ein nicht gerade arbeitsarmes Ehrenamt reicher: Jacobs organisiert die Oldtimer-Rallye der Rheinbach Classics (RC) – ein Glücksfall für das dreitägige Treffen der nostalgischen Automobil- und Musikfreunde. Denn Jacobs ist ein waschechter Profi in diesem Metier. Auch mit 74 Jahren organisiert er an vielen schönen Stellen auf der Welt Rallyes mit Oldtimern.

Woran sich Jacobs' Zorn gegenüber den Organisatoren der Rheinbach Classics entzündet, ist rasch erklärt: Im vergangenen Jahr war die Rallye am Classics-Samstag durch eine touristische Ausfahrt ersetzt worden. „Das hat vielen langjährigen Teilnehmern, die die sportliche Herausforderung der Rallye gewohnt waren und diese geschätzt haben, nicht so gut gefallen“, hatte Tobias Zoporowski, Pressesprecher der Rheinbach Classics, in seinem Resümee der Classics 2018 erklärt. Veränderungen im ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Orgateam führten dazu, dass die Macher der Großveranstaltung den bei Zuschauern wie Fahrern beliebten Programmpunkt streichen mussten.

Es geht in die Eifel

Nach einem Jahr Pause gehen die Oldtimer nunmehr wieder an den Start. Von der sonnengelben Startrampe am Himmeroder Wall führt die Ausfahrt für 124 historische Fahrzeuge am Samstag, 20. Juli, ab 9 Uhr über 180 Kilometer. Zwar ist der Streckenverlauf noch ein streng gehütetes Geheimnis, wie Jacobs betont. Der Titel der Rallye „Historische Eifel“ verrät jedoch, dass sich Jacobs einige Passagen mit Geschichte ausgesucht hat.

„An erste Stelle sollte die Rallye in einer vorzeigbaren Landschaft stattfinden, und wenig Verkehr sollte es auch geben“, berichtet Jacobs, der auch Geschäftsführer der Firma Roadbooks and More ist. Zumeist für Unternehmen stellt er Ausfahrten mit Wettbewerbscharakter auf die Beine. Seit 1999 plant und organisiert er etwa die „Trofeo Baleares Clasico“, eine sportlichen Ausfahrt, die in Palma de Mallorca ihren Startpunkt hat. Andere von Peter Jacobs ausgetüftelte und organisierte Rallyes führen entlang der Costa Smeralda oder durch Afrika.

Trotz des mit Bedacht gewählten Begriffs Rallye ist die historische Ausfahrt der Oldtimer im Programm der Rheinbach Classics kein Treffen von Menschen mit untherapierbarem Bleifuß: „Die Wagen fahren mit einem Schnitt von 33 Stundenkilometern durch die Orte“, erklärt Jacobs. Bevor die ersten Wagen von der Startrampe rollen, sind zuvor allerdings eine Fülle von Genehmigungen einzuholen, berichtet der Ramershovener. Für jeden einzelnen Ort, die die historischen Fahrzeuge passieren, bedarf es einer Durchfahrtserlaubnis, so Jacobs. „Obwohl man sehr schöne Autos zu sehen bekommt, verweigern uns einige wenige Bürgermeister die Durchfahrt.“

Strecken wird streng kontrolliert

Der Grund liegt aber ausschließlich darin, dass offenbar immer mehr Unverbesserliche ihre privaten, unangemeldeten Wettfahrten durch die Eifel veranstalten und auf rücksichtslose Weise durch die Dörfer jagen. Aber: „Unsere Strecke ist jetzt komplett genehmigt“, sagt der 74-Jährige. Die Einhaltung des Streckenverlaufs werde durch besetzte und unbesetzte Kontrollen – welche in die Bordkarte eingetragen werden – penibel überwacht.

Die Piloten der RC-Rallye sind indes aus einem anderen Holz geschnitzt, weiß der Ausfahrtenprofi. Sie wissen die entschleunigte Art des Reisens in der sorgsam gepflegten Traumkarosse zu schätzen. „Es werden viele alte Corvettes zu sehen sein, jede Menge Porsche 356 Speedster oder ein Armstrong Siddeley 17 HP Sport Special aus den 1930er-Jahren“, berichtet der Autofreak, der selbst einen BMW Csi, Baujahr 1970, sein Eigen nennt. „Das ist ein ganz anderes Fahrgefühl“, sagt er schwärmend. Elektronische Hilfsmittel sucht man in seinem silberfarbenen Bayern vergebens. „Ohne automatisches Bremssystem wie heutzutage anhalten zu wollen, ist schon gewöhnungsbedürftig“, bekundet er. Allerdings sei eben dieser Verzicht auf vermeindlich Überflüssiges genau das, was den Zuschauern an den alten Karossen so zusagt.

Nach dem Start der ersten der 124 Oldtimer gegen 9 Uhr in Rheinbach werden die ersten Teilnehmer gegen 15.30 Uhr wieder am Himmeroder Wall erwartet. Es gibt noch einen Grund, warum Rallyeteilnehmer in historischen Fahrzeugen eher gemächlich denn gehetzt unterwegs sind: „Es gibt einfach kaum Ersatzteile – erst recht Originalteile“, berichtet Jacobs. Schon alleine aus dem Grund seien die Fahrer um Entschleunigung bemüht.