World-Robot-Olympiad

Grundschule aus Rheinbach gewinnt Schulpreis

Digitalpreis für die Grundschule Sürster Weg: Klara und Benedikt mit dem kundigen Vater Michael Olbrich an der prämierten Abstimmungsbox „Holger“, mit der sich Umfragen durchführen lassen.

Digitalpreis für die Grundschule Sürster Weg: Klara und Benedikt mit dem kundigen Vater Michael Olbrich an der prämierten Abstimmungsbox „Holger“, mit der sich Umfragen durchführen lassen.

Rheinbach. Die Grundschule Sürster Weg in Rheinbach erhält bei der World-Robot-Olympiad den Schulpreis „Genial digital 2019“. Die Grundschule hat sich gegen zehn Konkurrenzteams von weiterführenden Schulen durchgesetzt.

Über die Vorstellung, in Zukunft seinen Alltag mit Sprach-Robotern und digitalen Assistenzsystemen zu bewältigen, gerät manch einer ins Grübeln. In der Gemeinschaftsgrundschule Sürster Weg blickt man der Entwicklung gespannt entgegen und nutzt neue Technologien im Schulalltag. Um den Nachwuchs für die Veränderungen in der virtuellen Welt zu begeistern, sorgt Schulleiterin Ute Jansen dafür, dass die Schüler mit der Technik experimentieren können.

Der Umgang mit Computern ist nicht nur für die Grundschüler, sondern auch für das Kollegium bei ihrer Arbeit im Unterricht selbstverständlich. Das Medienkonzept der Schule beinhaltet nicht nur Projekte im Bereich des Programmierens von selbstgebauten Robotern, sondern auch die jährliche Teilnahme der dritten und vierten Klassen am Informatikwettbewerb „Informatik-Biber“ und die Arbeit mit Programmierprogrammen wie Turtle, sowie die Erkundung der Programmiersprache Skratch.

Unterstützung findet Jansen dabei vor allem bei dem IT-Experten und Vater zweier Grundschüler, Michael Olbrich, der als Ehrenamtlicher die wöchentlich stattfindende Programmier-AG leitet. Auf dieser Basis hat die Schule in den letzten Jahren bereits zahlreiche Preise gewonnen. Im Mai landete sie nicht nur auf dem dritten Platz beim internationalen Roboterwettbewerb „World-Robot-Olympiad“ (WRO) in der open categorie. Darüber hinaus sicherte sich die GGS mit ihrem Digitalisierungskonzept als erste Grundschule den bundesweiten Schulpreis „genial.digital 2019“, der zum zweiten Mal in Kooperation von IBM und dem Verein „Technik begeistert“ verliehen wurde.

„Wir probieren gerne aus und schauen dann, was wir in der Schule nutzen können“, erläutert Rektorin Ute Jansen ihre zukunftsorientierte Arbeit mit den Grundschülern. „Der Bereich ist Unterrichtsinhalt, aber neben aller Begeisterung für die Zukunft bleibt die Basisarbeit mit den klassischen Fächern natürlich bestehen“, betont sie und nennt den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt der Einrichtung. Die schuleigene Programmier-AG hat ihr Können bereits bei zdi-Wettbewerben (Zukunft durch Innovation) unter Beweis gestellt.

Klara Hertel und Benedikt Heberle überzeugen

Die Präsentation auf der WRO stellte aber selbst für Klara Hertel und Benedikt Heberle als alte Hasen unter den Mitgliedern der AG eine Herausforderung dar. Als einzige Grundschüler traten die Viertklässler gegen fünf Gymnasialmannschaften an und konnten die Jury, nachdem sie die in Absprache mit Michael Olbrich selbstgebaute digitale Abstimmungsbox „Holger“ in drei Runden präsentiert hatten, überzeugen.

Eine Mehrheitsfindung lässt sich mit dieser Box schnell erfassen, was die beiden Zehnjährigen mit dem Schülerparlament der GGS bereits bei der für alle Schüler der GGS aktuell wichtigsten Frage, die sich um die Gestaltung des neuen Klettergerüsts dreht, unter Beweis gestellt hatten. Nachdem das in die Jahre gekommene Spielgerät im letzten Jahr vom TÜV nicht mehr abgenommen wurde, ist die Finanzierung des Nachfolgers noch immer nicht gesichert und von Spenden abhängig.

„Der Bürgermeister hat in Aussicht gestellt, dass die Lions bei den Rheinbach Classics für uns sammeln werden“, so Jansen. Ausgehend von dem in Gießen stattgefundenen Wettbewerb hatte sich die GGS mit ihrem Digitalisierungskonzept für den Schulpreis „genial.digital 2019“ beworben.

So wurde hinterfragt, wie sich die Schule auf die Digitalisierung mit neuen Berufsfeldern vorbereitet, wie möglichst viele Schüler integriert werden und mit welcher Kreativität der Unterricht gestaltet wird, um den Nachwuchs auf sein künftiges Leben in einer digital vernetzten Welt vorzubereiten. Mit Ellen und Michael Olbrich sowie Lehrerin Jennifer Folland nahm Jansen die Auszeichnung in Empfang. „Peter Kusterer, der den Preis stellvertretend für IBM überreichte, betonte, wie schwer es der Jury gefallen sei, den Preis einer Grundschule zu verleihen“, erläutert die Rektorin und berichtet, dass ihre Einrichtung sich gegen zehn Konkurrenzteams von weiterführenden Schulen durchgesetzt habe.

Während auch zusätzlich ein Gymnasium mit dem Schulpreis geehrt wurde, hätten das Konzept und die Aktivitäten mit den zahlreichen Projekten im Bereich des Programmierens laut Kusterer am meisten überzeugt und den ersten Platz verdient, so Jansen.