Bundessieger aus Rheinbach

Der Computer spielt Viva Colonia

Die Grundschüler Ole und Tobias zeigen ihre elektronische Programmiermaschine Calliope, die mit dem Notebook verbunden wird. FOTO: AXEL VOGEL

Die Grundschüler Ole und Tobias zeigen ihre elektronische Programmiermaschine Calliope, die mit dem Notebook verbunden wird. FOTO: AXEL VOGEL

RHEINBACH. Die Schüler der Rheinbacher Grundschule Sürster Weg gewinnen beim bundesweiten Programmierwettbewerb von Microsoft und dem Städte- und Gemeindebund. Dafür haben sie ein Xylophon an einen kleinen Computer angeschlossen.

Es ist noch nicht lange her, da fragten Lehrer ihre Schüler im Physikunterricht: „Wat is en Dampfmaschin‘?“ Heute fragen Lehrer ihre Schülerinnen und Schüler: „Was ist Programmieren, und was braucht Ihr dafür?“ Die Mädchen und Jungen der vierten Klassen der Gemeinschaftsgrundschule Sürster Weg können nicht nur diese Frage beantworten: Computer, Tastatur und Bildschirm sowie die entsprechenden Verbindungen und Strom sind ihnen vertraut. Und in ihrem Fall auch Mini-Computer Calliope mit Knöpfen als Tastatur, 25 kleinen Lichtpunkten LED als Bildschirm und ein Laptop.

„Ich möchte heute mit Euch so programmieren, dass wir Töne zu hören bekommen“, kündigte Jutta Schneider von der Initiative „Code your life“ an und führte auch gleich vor, wie es sich anhört, wenn mithilfe dieser Technik „Freude, schöner Götterfunken“ erklingt. In mehreren Gruppen kamen die Mädchen und Jungen aller vierten Klassen in den Genuss des Programmier-Workshops.

Dieser „Programmiertag“ war der Preis für den ersten Platz der GGS Sürster Weg beim bundesweiten Wettbewerb „Coding Cup – Unsere Heimat, unsere Hymne“ vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und der Initiative „Code your life“ von Microsoft für die dritten Klassen. Ihr Siegerprojekt: die Programmierung von „Viva Colonia“ mithilfe des Mikro-Computers Calliope mini, des besseren Klangs wegen angekoppelt an ein Xylophon.

Kinder einigten sich auf die Höhner

Auf Anregung von Bürgermeister Stefan Raetz habe die Schule sich am Wettbewerb beteiligt, so Rektorin Ute Jansen. Mit sechs Wochen sei die Zeit knapp gewesen, aber mit Unterstützung von Informatikern aus der Elternschaft habe das Projekt realisiert werden können. „Das ist Elternarbeit, wir hätten das allein nicht gekonnt“, betonte sie.

„Wir haben versucht, fächerübergreifend zu arbeiten, indem wir Musik, Sachkunde und die Basis von Informatik miteinander verbunden haben“, erklärte IT-Berater Michael Olbrich, der das Projekt aus der Elternschaft mit umgesetzt hat. Aufgabe war, unter dem Aspekt, Tradition und Technik zu verbinden, unter dem Motto „Unsere Heimat, unsere Hymne“ mit Unterstützung von Calliope mini Heimatlieder ihrer Region zu programmieren.

Bei der Auswahl der Melodie seien sich die Kinder als Rheinländer schnell einig gewesen, „Viva Colonia“ von den Höhnern zu programmieren.

Der Klang allerdings habe den Kindern überhaupt nicht gefallen. Im Instrumentenschrank der GGS Sürster Weg sei die Wahl dann auf das Xylophon gefallen. Und mit Olbrichs technischem Sachverstand konnte ein „spielbares Xylophon“ realisiert werden. Die Kinder erhielten Kenntnis von Platinen, Binärem Zahlensystem, Relais, USB-Kabeln, Trafos, Magnetismus und Mechanik.

Sie wickelten Spulen mit einem Akku-Schrauber und bauten aus Lego ein Hammerwerk. Sie lernten den Aufbau eines Xylophons kennen und wie seine Töne zustande kommen. Und schließlich musste alles Erlernte zusammengeführt werden, um „Viva Colonia“ zu programmieren und erklingen zu lassen.