Obere Mühle in Meckenheim

Gute Nachricht für Mühlenverein

Der Verein Pro Obere Mühle möchte das Denkmal als Museum Besuchern zugänglich machen. ARCHIVFOTO: HENRY

Der Verein Pro Obere Mühle möchte das Denkmal als Museum Besuchern zugänglich machen.

MECKENHEIM. Der ersehnte Nutzungsvertrag für die Obere Mühle ist für den Verein Pro Obere Mühle Meckenheim mit der jüngsten Ratssitzung in greifbare Nähe gerückt.

Die Verwaltung sehe es nun als möglich an, durch einen Vertrag mit dem Verein die derzeitige Nutzung als Besuchermühle zu verifizieren, sagte der Erste Beigeordnete Holger Jung.

Nachdem die Stadt als jetzige Eigentümerin im Frühjahr mit der Erbengemeinschaft, die Vorbesitzerin des Industriedenkmals war, einen Vertrag geschlossen habe und so die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden, seien bei mehreren Ortsterminen mit Verantwortlichen des Rhein-Sieg-Kreises die Themen Gewässerschutz, Natur- und Landschaftsschutz erörtert worden, berichtete Jung. Demnach stünde einer "Weiterentwicklung des Areals mit Augenmaß" nichts im Wege. Ein Termin mit der Bezirksregierung stehe allerdings noch aus.

Dem Verein sei eine zweckgebundene Spende zur Instandsetzung der Mühlentechnik in Aussicht gestellt worden, die ebenso wie weitere Fördermittel einen Nutzungsvertrag voraussetze. Die Stadtverwaltung selbst sehe jedoch keinen weiteren finanziellen Spielraum oder personelle Kapazitäten, um das Projekt voranzutreiben. "Wir wollen den Verein unterstützen und auch das Nötigste tun, um die verkehrssicherungsrelevanten Mängel zu beseitigen", erklärte Jung.

Es sei das gemeinsame Ziel, dass die Besuchermühle für die Öffentlichkeit zugänglich sei, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Kühlwetter. "Das Engagement des Vereins sticht hervor", betonte Tobias Hasenberg (Grüne) und schlug vor, auf der Internetseite der Stadt auf die Obere Mühle hinzuweisen. Als eine Perspektive für den Verein bezeichnete Rolf Engelhardt (SPD) den Nutzungsvertrag und dankte dem Verein für seine Hartnäckigkeit. "Was lange währt, scheint jetzt gut zu werden", freute sich auch FDP-Fraktionschef Heribert Brauckmann.

Johannes Steger (BfM) richtete seinen Dank an die Verwaltung, die die vertraglichen Probleme gelöst habe. Hans-Erich Jonen (UWG) konnte die allgemeine Freude nicht nachvollziehen. Die Stadt habe erhebliche Summen in den Erhalt des Gebäudes investiert. Man solle nun den Versuch unternehmen, das Areal auszuschreiben, um es zu verkaufen und so einen Teil des Geldes zurückzugewinnen.

Obgleich Jung erklärte, dass beides - der Nutzungsvertrag für die Besuchermühle als Kernbereich des Areals und eine eventuelle Veräußerung - gleichzeitig möglich seien, stimmte die UWG gegen den Mehrheitsbeschluss der anderen Fraktionen, einen Nutzungsvertrag zu verhandeln und die Verkehrssicherung des Gebäudes vorzunehmen.

"Der Verein ist glücklich, weil wir unserem satzungsmäßigem Ziel nun ein gutes Stück nähergekommen sind", sagte die Vorsitzende des Mühlenvereins Sibylle Freifrau von Nordeck, die mit weiteren Mitgliedern der Ratssitzung beiwohnte. Seit mehr als elf Jahren setzt sich der Verein dafür ein, das Baudenkmal einer museal-kulturellen und touristischen Nutzung zuzuführen. Die erwartete Spende reiche voraussichtlich zusammen mit Vereinsmitteln aus, die alte Mühlentechnik zu restaurieren. Mit dem Nutzungsvertrag sei es auch möglich, einen Wasser- und Kanalanschluss sowie eine Toilettenanlage zu realisieren.

Die Obere Mühle

Die Obere Mühle ist der älteste Profanbau Meckenheims. Ihre Ursprünge reichen ins 14. Jahrhundert zurück. Im 15. Jahrhundert wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Die Mühle war bis 1972 in Betrieb. Seit 1992 befindet sie sich im Besitz der Stadt. Das Gebäude wurde zeitweise als Obdachlosenheim genutzt. Von 2003 bis 2013 wurde das denkmalgeschützte Mühlenensemble unter Regie der Stadt aufwendig saniert.