Industriepark Kottenforst

Großfeuer zerstört Lagerhalle in Meckenheim

Meckenheim. Im Industriepark Kottenforst ist am Freitag eine Halle mit Lacken und Lösungsmitteln bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Schaden beläuft sich auf eine Höhe von mehreren Hunderttausend Euro.

Nach dem Großbrand am Freitag im Industriepark Kottenforst, bei der eine Lagerhalle niedergebrannt ist, ist die Feuerwehr am frühen Samstagmorgen erneut zu der Lagerhalle alarmiert worden. Der Grund war allerdings, wie sich vor Ort herausstellte, kein neues Feuer, welches dort ausgebrochen ist. Wie die Feuerwehr mitteilte, waren Nachlöscharbeiten der Grund für den Alarm. Die Einsatzkräfte rückten unter anderem mit einer Drehleiter aus, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen.

Der verheerende Großbrand im Industriepark Kottenforst hatte am Freitag ab dem frühen Morgen über Stunden Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis in Atem gehalten. Ausgebrochen war das Feuer gegen 6 Uhr in der Lagerhalle einer Firma, die auf Lacke und Harze spezialisiert ist.

Bereits aus mehreren Kilometern Entfernung war die riesige Rauchsäule zu sehen. In der Spitze hatte die Einsatzleitung daraufhin rund 250 Wehrleute an der Brandstelle zusammengezogen, wie Meckenheims Feuerwehrsprecher Jens Hapke berichtete. Darunter waren Messeinheiten und Dekontaminationsteams aus Niederkassel, Bornheim, Troisdorf und Eitorf.

Diese Spezialkräfte hatten später alle Hände voll zu tun, um die Kleidung jener Feuerwehrleuten zu reinigen, deren Kleidung etwa durch Löschwasser und Brandruß besonders stark verschmutzt war. Ebenfalls vor Ort waren neben Polizisten Dutzende Mitarbeiter des Rettungsdienstes. So kümmerten sich Meckenheimer Malteser mit zahlreichen Helfern um den Stadtbeauftragten Christian Löllgen um die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Essen.

Die Kriminalpolizei ermittelt

Wie Feuerwehr und Polizei mitteilte, wurde bei dem Brand trotzdem niemand verletzt. GA-Informationen zufolge, soll ein Schaden im sechsstelligen Euro-Bereich entstanden sein. Die Ursache für den Großbrand ist derzeit noch völlig unklar: Die Kriminalpolizei ermittelt nun wie üblich in solchen Fällen.

Dass die Einsatzleitung um Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg, der von zahlreichen Wehrführern aus dem Kreis unterstützt wurde, eine Reihe von Rettungswagen in Bereitschaft hielt, machte Sinn. Denn angesichts der starken Qualm- und Geruchsentwicklung durch das Feuer war anfangs nicht klar, ob von den Rauschschwaden eine Gefahr für die Einsatzkräfte, die Belegschaft der Firmen im Industriepark wie auch für die umliegende Bevölkerung ausging.

Zumal es bereits Meldungen aus einigen, im Industriepark ansässigen Firmen gab, wo Mitarbeiter über Kopfschmerzen und Übelkeit klagten, und damit haderten, dass sie von ihren Chefs nicht nach Haus entlassen worden waren. Laut der Meckenheimer Stadtsprecherin Marion Lübbehüsen hatten zehn Personen Beschwerden geäußert, allerdings sei ein Zusammenhang zu dem Brand nicht erkennbar gewesen.


Auch Lucia Wickert, die bei dem gestrigen Einsatz ABC-Beraterin des Rhein-Sieg-Kreises und Abschnittsleiterin „Messen“ war, winkte im Gespräch mit Betroffenen ab. Nach ihren Messergebnissen bestand keine Gefahr. Das, was man jetzt noch als Qualm ausmachen könne, so die Biologie-Professorin, sei ungefährlicher Wasserdampf.

Gleichwohl hatte eine Warnmeldung zum Bevölkerungsschutz am Freitagmorgen über Nina – die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes – herausgegeben. Demnach sollten die Anwohner der Gemeinde Wachtberg sowie der Städte Meckenheim und Rheinbach die Fenster und Türen schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten. Es wurde davor gewarnt, dass die Partikel und der Rauch gesundheitsgefährdend sein können.

Gegen 11 Uhr gab es von offizieller Seite Entwarnung in Form einer Sirene, die heulte: „Es sind keine gefährliche Schadstoffbelastungen nachgewiesen worden“, erklärte Meckenheims Stadtsprecherin Lübbehüsen.

Alles stand in Flammen

Vormittag bekam die Feuerwehr den Brand in den Griff. Vorausgegangen war jedoch Schwerstarbeit, denn „bei Eintreffen hatte das Gebäude lichterloh in voller Ausdehnung gebrannt“, so Markus Zettelmeyer, Wachtberger Wehrleiter und stellvertretender Kreisbrandmeister, der zu den ersten Führungskräften an der Einsatzstelle gehörte.

Wehrleute vor Ort wunderten sich darüber, dass erste Zeugen gegen 6 Uhr nur eine kleinere Rauchentwicklung beobachtet hatten. Nur wenig später schon stand die gesamte Halle in Flammen. Auch wunderten sich Wehrleute über den Zeitpunkt des Brandes „frühmorgens nach einem Feiertag“.

Polizeisprecher Frank Piontek konnte am Freitagnachmittag noch nichts zu einer möglichen Brandursache sagen. Ein technischer Defekt kann als Ursache des folgenschweren Brandes ebenso ausgeschlossen werden wie eine Brandstiftung.

Am Montagmorgen wollten sich dann aber laut Piontek Brandermittler der Polizei zusammen mit einem Sachverständigen die abgebrannte Lagerhalle im Industriepark ansehen, die zu diesem Zweck von der Polizei beschlagnahmt worden ist.

Rückfragen zum Umgang mit den Rußpartikel können Bürger unter 02225/917511 stellen.