Neues Domizil

Firma Zinkpower investiert 20 Millionen in Meckenheim

Spatenstich: Firmeninhaber Martin Kopf (5.v.l.), sein Vater Willi Kopf (6.v.l.) und Bürgermeister Bert Spilles (M.).

Spatenstich: Firmeninhaber Martin Kopf (5.v.l.), sein Vater Willi Kopf (6.v.l.) und Bürgermeister Bert Spilles (M.).

Meckenheim. Die Firma Zinkpower baut im Industriegebiet Kottenforst ein Verwaltungsgebäude und neue Produktionsstätten. Insgesamt sollen 14.000 Quadratmeter auf dem 20 Hektar großen Grundstück entstehen.

Ein mittelständischer Familienbetrieb, Investitions- und Innovationswille und eine gute Zusammenarbeit mit der Meckenheimer Wirtschaftsförderung waren die Zutaten für ein Projekt, für das die Zinkpower am Donnerstag im Industriegebiet Kottenforst den sprichwörtlichen Spaten in die Hand nahm.

„Zuerst bauen wir hier ein kombiniertes Verwaltungs- und Sozialgebäude und dahinter die neue Halle für die Verzinkung“, erklärte Christian Neubauer vom General-Bauunternehmen Unger. Innerhalb eines halben Jahres sollen diese ersten beiden Teile der insgesamt vier Einzelprojekte stehen.

Ohne Übergangszeit werden Produktion, Verwaltung und Sozialräume in die neuen Domizile ziehen, damit der Abriss der alten Verzinkungsstätte beginnen kann. Ende 2019 soll das Gesamtprojekt mit zwei weiteren Hallen für die Lagerung und die dann neue Pulverbeschichtung fertiggestellt sein. 14.000 Quadratmeter überbaute Fläche werden schlussendlich auf dem rund 20 Hektar großen Grundstück stehen.

Im Jahr 2000 hatte das Familienunternehmen unter der Führung von Willi Kopf die Hallen für ihre Feuerverzinkung im Industriegebiet übernommen. Inzwischen arbeiten hier zwischen 20 und 25 Mitarbeiter. Nach Abschluss des 20 Millionen-Euro-Projektes sollen rund 100 Arbeitnehmer in modernen Hallen und im Verwaltungsgebäude tätig sein.

450 Grad Arbeitstemperatur

„Wir verarbeiten hier keine eigenen Metalle, sondern wir sorgen für die widerstandsfähige Verzinkung des Stahls unserer Kunden“, erklärte Martin Kopf, Sohn des Gründers und Managementdirektor des weltweit agierenden Unternehmens. Man finde das Ergebnis der Behandlung mit Zink in allen Lebensbereichen. Der Privatmann brauche solche behandelten Metalle beispielsweise für Gitter vor Kellerfenstern, Handläufe oder Außengeländer. Die Industrie benötigt die Verzinkung ihrer Stahlteile für die Bauwirtschaft, in technischen Einrichtungen und für die Infrastruktur.

24 Stunden lang muss das Zinkbad erhitzt werden, bis die Arbeitstemperatur von 450 Grad erreicht ist. Der Schmelzpunkt von Zink liege bei 419 Grad und sei damit anderen Metallen mit deutlich höheren Schmelzpunkten vorzuziehen. Außerdem sorge die Feuerverzinkung im Vergleich zu anderen Verzinkungsarten für die beste Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen, sagte Kopf. Nach einer solchen Behandlung sei der Stahl bis zu 70 Jahre gut geschützt.

Auch unter Umweltgesichtspunkten sei das Verfahren anderen Metall schützenden Verarbeitungen vorzuziehen. „Zink ist ein natürliches Metall“, erklärte Kopf Junior. Selbst wenn die Schutzfunktion nach Jahrzehnten nachlasse, könne es ebenso wie die Komponenten der Verzinkung selbst wiederverwertet werden. Entweder man verwende die Materialien erneut in der Verzinkung oder sie würden in der Pharmazie, in Kläranlagen, in Reifen oder in der Farbindustrie weiterverwendet.

Neue Handlungsoptionen für Unternehmen

„Der Markt will Farbe“, erklärte Martin Kopf das künftig zusätzliche Angebot der Pulverbeschichtung. Sie biete mit ihren farblichen Gestaltungsmöglichkeiten neue Handlungsoptionen für das Unternehmen. Deshalb investiere man nicht nur in die Erneuerung der vorhandenen Verzinkungsanlagen, sondern positioniere sich mit der Erweiterung zukunftsorientiert.

„Für die Stadt Meckenheim ist die große Investition von Zinkpower eine Bestätigung, dass die Apfelstadt als Standort auch für mittelständische Unternehmen nach wie vor interessant ist“, sagte Bürgermeister Bert Spilles anlässlich des Spatenstichs für das erste Gebäude.

Im Mai 2017 hatten erste Gespräche mit der Unternehmerfamilie zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt und der Wirtschaftsförderung stattgefunden. Die gute Zusammenarbeit in der Planungs- und Baugenehmigungsphase habe das Projekt, das eine Qualitätssteigerung für den Standort Meckenheim bedeute, ermöglicht, so Spilles.