Abschied von Ordensschwestern in Meckenheim

Ein bewegender Tag

v.li.: Schwester Rosclara, Schwester Gertrud und Schwester Reinhilda kehren mit Provinzoberin Schwester Andrea Lübberdink (re) ins Mutterhaus der Missionsschwestern nach Münster zurück.

v.li.: Schwester Rosclara, Schwester Gertrud und Schwester Reinhilda kehren mit Provinzoberin Schwester Andrea Lübberdink (re) ins Mutterhaus der Missionsschwestern nach Münster zurück.

MECKENHEIM. Seit vielen Jahrzehnten habe sie in Meckenheim gewirkt, jetzt verabschiedete das Seniorenhaus Sankt Josef die letzten drei verbliebenen Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes.

Danke sagen und Abschied nehmen von drei guten Seelen des Hauses hieß es am Samstag im Seniorenhaus Sankt Josef, das unter den Meckenheimern immer noch „das Klösterchen“ heißt. Die drei letzten dort verbliebenen Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes, Schwester Gertrud Nienhaus (79), Schwester Reinhilda Scholz (86) und Schwester Rosclara Heying (85), verlassen aus Altergründen Meckenheim und gehen in das Mutterhaus ihres Ordens nach Münster.

„Sie haben der Barmherzigkeit ein Gesicht gegeben, christliche Nächstenliebe sichtbar gemacht und vor allem Menschen in den sensiblen Jahren des Lebens, am Anfang und am Ende, begleitet.“ So hat Hans Mauel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria, unter deren Trägerschaft sich das Seniorenhaus befindet, das Wirken der Missionsschwestern in Meckenheim in seiner Dankesrede beschrieben.

1959 kamen die ersten Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes nach Meckenheim. Seit 52 Jahren ist Schwester Gertrud in der Apfelstadt, seit 42 Jahren Schwester Reinhilda und seit 37 Jahren Schwester Rosclara.

„Wären Sie früher gekommen, hätten Sie erlebt, wie ich hier geboren wurde“, spielte Bürgermeister Bert Spilles in seiner Ansprache auf die Entbindungsstation im „alten Klösterchen“ an. Schwester Gertrud habe ihn jedoch tatsächlich im Kindergarten erlebt, erinnerte er sich und dankte persönlich und im Namen aller Meckenheimer für die Anteilnahme in vielen Lebenslagen.

Für die Bewohner und Mitarbeiter des Hauses sagte Seniorenhausleiterin Brigitte Schebesta Dank. Die Missionsschwestern der Unbefleckten Empfängnis leben nicht in Klöstern, sondern in Wohngemeinschaften und teilen ihr Leben mit ihren Mitmenschen, erläuterte sie. „Sie haben Ihre Mission in die Tat umgesetzt – überall sind Ihre Werke und Taten zu spüren“, sagte Schebesta. Der Schreibtisch der Konventoberin Schwester Gertrud werde als Zeichen der Erinnerung zukünftig im Vorraum der Kapelle stehen, kündigte sie an.

Ein Lied zum Abschied sangen die Mitarbeiterinnen des Hauses. Den Dankgottesdienst in der übervollen Kapelle des Seniorenhauses Sankt Josef zelebrierte Joachim Kardinal Meisner. Unterstützt wurde er dabei von den beiden Meckenheimer Pfarrern im Ruhestand, Albrecht Tewes und Franz Winterscheidt, sowie dem jetzigen leitenden Pfarrer Reinhold Malcherek.

Die Geschichte des Meckenheimer „Klösterchens“ reicht bis ins Jahr 1884 zurück. Damals kamen drei Schwestern der Olper Franziskanerinnen zur Krankenpflege nach Meckenheim und erweiterten ihren Dienst am Nächsten um eine Kleinkinderbewahrstation und den Altenheimbetrieb. 1959 übernahmen die Schwestern der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes die Aufgaben. 1961 wich das alte Gebäude einem Neubau. 1998 übergaben die Missionsschwestern die Trägerverantwortung an die Seniorenhaus GmbH der Cellitinnen. 2001 wurde ein Erweiterungsbau an der Kirchfeldstraße eingeweiht, 2013 die Hausgemeinschaften Sankt Elisabeth.

Die drei scheidenden Schwestern haben bereits Nachfolgerinnen zur Fortführung des spirituellen Lebens. Im Sankt-Elisabeth-Haus wirken Dominikanerinnen von Bethanien. Ins Seniorenhaus Sankt Josef werden indische Missionsschwestern von „Maria, Hilfe der Christen“ einziehen.