Stadtmarketing in Bornheim

Das Rheinufer soll attraktiver werden

Eine Aufwertung der Gastronomie am Rheinufer wünschen sich die Herseler, Uedorfer und Widdiger. ARCHIVFOTO: WOLFGANG HENRY

Eine Aufwertung der Gastronomie am Rheinufer wünschen sich die Herseler, Uedorfer und Widdiger. ARCHIVFOTO: WOLFGANG HENRY

Bornheim-Uedorf. Das erste Bürgerforum zum Stadtmarketing für die Rheinorte Hersel, Uedorf und Widdig stößt auf wenig Resonanz.

Wofür steht Bornheim? Was macht die Stadt lebenswert, was macht sie aus? Mit diesen Fragen beschäftigt sich seit einiger Zeit eine Arbeitsgruppe, die aus Vertretern der Bornheimer Gewerbetreibenden, der politischen Fraktionen und der Stadtverwaltung besteht.

Auch der Verein Bornheimer Spargelanbauer, die Gewerbevereine Bornheim und Roisdorf und die Interessengemeinschaften (IG) Hersel und Merten sowie die IG aus Sechtem beteiligen sich an den Treffen unter der Regie des Kölner Fachbüros Cima, die dazu dienen sollen, eine Dachmarke für Bornheim zu definieren und einen Maßnahmenkatalog für das Stadtmarketing zu entwickeln. Dazu hatte der Stadtentwicklungsausschuss den Bürgermeister im August 2015 beauftragt (der GA berichtete).

Neben den Expertengesprächen sollen auch die Bürger mit ihren Wünschen und Anregungen mit ins Boot geholt werden. In diesem Zusammenhang wurde bereits eine Telefonbefragung durchgeführt, an der 400 Bornheimer teilgenommen haben. Darüber hinaus sollen die Bornheimer bei Versammlungen die Möglichkeit bekommen, Ideen für die Entwicklung der Ortsteile einzubringen, in denen sie leben. Das erste Bornheimer Bürgerforum zum Stadtmarketingkonzept fand jetzt in der Uedorfer Verbundschule statt, bei dem die Einwohner der Rheinorte Hersel, Uedorf und Widdig dazu aufgefordert waren, Vorschläge zu machen. Die Bürgerforen für das südliche Bornheim, also die Orte Bornheim, Brenig, Roisdorf und Dersdorf, sowie für die nördliche Region mit Sechtem, Merten, Waldorf, Hemmerich, Walberberg, Kardorf und Rösberg sollen bald folgen.

„Es ist wichtig, die Marke Bornheim sowohl nach innen als auch nach außen zu vermitteln“, sagte Bürgermeister Wolfgang Henseler mit Blick auf die Besonderheit, dass Bornheim aus 14 Ortschaften besteht, mit denen sich die Bürger oft eher identifizieren als mit der „Stadt Bornheim“. Bevor es für die sehr wenigen Teilnehmer der Veranstaltung an die kreative Arbeit ging, stellten Wolfgang Haensch und Larissa Weiland von der Cima Beratung und Management GmbH die Ergebnisse der Telefonumfrage vor.

Auf die Frage, was ihnen spontan zu Bornheim einfalle, antworteten die meisten Interviewten mit „ländliche Gegend“ und „ein schöner Ort zu leben“. Einigen der Befragten fielen allerdings auch zuerst der „schlechte Straßenzustand“ oder das „politische Durcheinander“ ein. Weitere Fragen zielten auf die Identifikation mit Bornheim und seinen Ortsteilen, auf seine soziale Infrastruktur, sein Kulturangebot, aber auch auf Einkaufsmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel ab.

Nachbessern beim Freizeitangebot

Als verbesserungswürdig sahen die meisten Interviewten die Straßen- und Verkehrslage, den öffentlichen Nahverkehr und das Freizeitangebot an. Im Anschluss an den Vortrag war die Reihe an den Uedorfern, Herselern und Widdigern, sich in Arbeitsgruppen Gedanken zu machen, wie die Rheinorte im Jahr 2025 dastehen könnten. Anlass hierfür sollte der fiktive Gewinn des Stadtmarketingpreises 2025 sein. Nicht bei allen Teilnehmern fand diese Vorgehensweise Anklang.

„Ich finde, wir jagen mit dieser Aktion einem Phantom nach. Die Rheinorte sind gemütliche, wohnliche, wachsende Dörfer und sind sich selbst genug“, befand ein Anwohner. Diesen Einwand ließ Wolfgang Haensch nicht gelten: „Wir wollen nichts überstülpen, deshalb sind wir ja heute hier. Wenn Sie die Rheinorte als Wohnorte definieren, ist das doch eine wichtige Aussage, die uns weiterhilft.“ Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wurde auch Kritik an der Bekanntmachung des Bürgerforums geübt. „Es fehlen die jungen Menschen, die sicher ganz andere Vorstellungen von der Zukunft unserer Orte haben als die vorwiegend älteren Personen, die heute hier sind“, bemerkte eine Teilnehmerin.

Trotz dieser Startschwierigkeiten wurden in den Arbeitsgruppen schließlich doch viele gute Ideen zusammengetragen, die sich später in den unterhaltsamen Präsentationen der Gruppensprecher zu einer recht einheitlichen Vision verdichteten. Insgesamt schienen die Bürger ganz zufrieden mit der Gesamtsituation zu sein, sahen im Einzelnen aber noch viele Verbesserungsmöglichkeiten.

Einig war man sich unter anderem darin, dass das Rheinufer im Zuge der anstehenden Sanierung als Naherholung für Anwohner und Touristen in puncto Gastronomie und Infrastruktur behutsam und nachhaltig aufgewertet werden soll. Das gilt auch für die Qualität des ÖPNV und die Verkehrssituation. Auch kritische Stimmen, beispielsweise zu den Plänen für den Golfplatz und das benachbarte Baugebiet „Hersel 31“ mit 150 neuen Wohneinheiten (der GA berichtete) kamen zu Wort.

Einstimmig wurde die Rheinhalle als ein gemeinsamer Veranstaltungsort für das ausbaufähige Kulturangebot in der Stadt positiv hervorgehoben und die Hoffnung auf den Fortbestand geäußert. Die anwesenden Vertreter der Verwaltung und die Marketingfachleute hörten sich interessiert alle Vorschläge und Kritikpunkte an, die nun in den weiteren Entwicklungsprozess einfließen sollen.

In der Hoffnung auf mehr Resonanz wird die Stadt Bornheim Termine der beiden weiteren Bürgerforen bald bekannt geben.