Betreuungsplätze

Das ändert sich bei Kindergärten in Bornheim

Zwei Kinder spielen mit Fingerfarben im Atelier eines Kindergarten in Würzburg (Bayern). (Symbolbild)

Zwei Kinder spielen mit Fingerfarben im Atelier eines Kindergarten in Würzburg (Bayern). (Symbolbild)

Bornheim. Der Bornheimer Jugendhilfeausschuss befasst sich mit Neubauten im Stadtgebiet. Im vergangenen Jahr hatten 108 Bornheimer Familien keinen Platz erhalten. Das wollen Stadtverwaltung und Politik verhindern.

Das Thema treibt Eltern um und sorgt in der Politik für teils heftige Debatten. Es geht um Kindergartenplätze. Klar ist: Bornheim braucht weitere Betreuungsplätze. Im vergangenen Jahr hatten 108 Bornheimer Familien keinen Platz erhalten – und vermutlich werden auch in diesem Jahr Eltern bei der Suche für ihren Nachwuchs leer ausgehen. Stadtverwaltung und Politik versuchen händeringend gegenzusteuern.

Da verwundert es nicht, dass sich die kommende Sitzung des Jugendhilfeausschusses quasi ausschließlich um Kindergärten dreht. So stehen auf der Tagesordnung verschiedene Punkte, die Eltern von potenziellen Kindergartenkindern mit Sicherheit sehr interessieren dürften.

Neue Einrichtungen in Bornheim-Ort und Merten: Für das kommende Kindergartenjahr, das im August beginnt, plant die Stadt mit insgesamt 1901 Betreuungsplätzen, davon 451 im U 3-Bereich. Darin eingerechnet sind allerdings zwei Einrichtungen, die noch gar nicht existieren: eine viergruppige, provisorische Kita an der Händelstraße in Merten (62 Plätze) sowie eine viergruppige Einrichtung im alten Kloster an der Secundastraße (74 Plätze).

Für beide Einrichtungen hat die Stadt ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren durchgeführt, sprich: Am Betrieb interessierte Institutionen bekamen Gelegenheit, sich bei der Stadt zu melden. Auf Anfrage des General-Anzeigers teilte Bürgermeister Wolfgang Henseler am Dienstag mit, dass sich für Merten nur die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) beworben hat. GFO-Vertreter werden in der Ausschusssitzung ihr Konzept öffentlich vorstellen. Vergeben wird die Trägerschaft für die Kita durch die Ausschussmitglieder dann im nichtöffentlichen Teil. „Vergaben sind immer nicht öffentlich“, sagte Henseler. Das liege daran, dass es um vertrauliche Konditionen und Rahmenbedingungen gehe.

Für die Kita an der Secundastraße hat es laut Henseler noch keine offizielle Bewerbung gegeben. Er geht aber davon aus, dass das bis zur Ausschusssitzung noch passieren wird. Beide Kitas sollen Henseler zufolge noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. In Merten müsse die Aufstellung der Container geplant und durchgeführt werden. An der Secundastraße gehe es um Maßnahmen zum Unfallschutz.

Kita „Grashüpfer“: Sollte die Kita an der Albertus-Magnus-Straße in Dersdorf ursprünglich von einer auf zwei Gruppen erweitert werden, kristallisierte sich schließlich eine Erweiterung auf drei Gruppen heraus (der GA berichtete). Wie Henseler jetzt sagte, sei nun aber keine Erweiterung, sondern ein Neubau vorgesehen. Die Planungen dazu will die Stadt in der Ausschusssitzung vorstellen.

Gestaltung von Außengeländen: Wie berichtet, beantragt die CDU zum Umwelt- und Artenschutz, mindestens ein Außengelände einer neuen Kita naturnah zu gestalten. Auch darüber muss nun der Ausschuss entscheiden.

Antrag der Grünen: Ebenso werden sich die Ausschussmitglieder mit einem Vorstoß der Grünen befassen. Die Fraktion beantragt, für das Kindergartenjahr 2020/21 eine dreigruppige Kindertageseinrichtung an der Ecke Adenauerallee/Bonner Straße als Übergangslösung zu planen. Noch im Januar hatte Henseler dem General-Anzeiger erklärt, dass nach Gesprächen mit den Fraktionen beschlossen worden sei, die Entwicklung der Fläche an der Adenauerallee nicht für Jahre durch ein Provisorium zu blockieren. Stattdessen solle sie für ein „städtebaulich interessantes Projekt“ genutzt werden, so Henseler damals.

Grünen-Ratsherr Markus Hochgartz ärgert sich über die Aussage. Es sei der Eindruck entstanden, dass die Politik geschlossen gegen eine Kita auf der Fläche sei, sagte er dem General-Anzeiger. Dem sei aber nicht so. Nach Ansicht der Grünen ist das städtische Grundstück für eine schnell herzustellende Übergangslösung geeignet, zumal bereits Baurecht bestehe.

Laut Hochgartz war das Gelände bislang nie Gegenstand in einer Ausschusssitzung. Durch ihren Antrag wollen die Grünen die Politik dazu bringen, in der Angelegenheit Farbe zu bekennen.

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Bornheim tagt am Donnerstag, 2. Mai, im Ratssaal. Beginn ist um 18 Uhr.