"Wir müssen investieren"

Bornheims Bürgermeister fordert sichere Radwege

Der einseitige Radweg entlang der L 183 zwischen Walberberg und Dersdorf gilt als Unfallschwerpunkt.

Der einseitige Radweg entlang der L 183 zwischen Walberberg und Dersdorf gilt als Unfallschwerpunkt.

Bornheim. Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler fordert ein komplettes Umdenken beim Bau von Radwegen in der gesamten Region. Auch außerhalb der Ortschaften müssten sichere Verbindungen geschaffen werden.

Die jüngsten Unfälle mit Radfahrern nimmt Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler zum Anlass, um mit Nachdruck ein Umdenken pro Radfahrer zu fordern. „Wir müssen Investitionen substanziell umschichten und deutlich mehr in den Radwegeausbau in der Region investieren. Es darf künftig keine außerörtliche Straße mehr geben, die nicht über einen eigenständigen Rad- und Fußweg verfügt“, fordert Henseler.

Schon bei der Planung des Heerwegs und des Uedorfer Weges/Bornheimer Straße könne die Stadt Bornheim dieses zukunftsweisende Konzept umsetzen.

Mit dem Ziel, die Stadt Bornheim zur fahrradfreundlichen Stadt weiterzuentwickeln, hat der Rat vor zwei Jahren die aktualisierte Fassung des bereits 2003 erstellten Radverkehrskonzepts beschlossen. Für dessen schrittweise Umsetzung sind im laufenden Haushaltsjahr Investitionen von 100 000 Euro vorgesehen.

Plädoyer für ein kreisweites Radwegeprogramm

Auch im nächsten Haushaltsplan soll die gleiche Summe bereitgestellt werden. So sind etwa eine „RadPendlerRoute Bornheim-Alfter-Bonn“ und ein „Bürgerradweg“ zwischen Hersel und Widdig in Planung. Dem Bürgermeister gehen die Pläne jedoch nicht weit genug: „Das ist sicher ein guter Ansatz, aber wir müssen noch mehr tun“, betont Henseler und denkt auch an ein auf Kreisebene angelegtes Radwegeprogramm.

Dass der Rhein-Sieg-Kreis Ende vergangenen Jahres ein Projekt zum Thema „Radwege an Kreisstraßen“ angeschoben hat, bewertet Henseler als ausgezeichnetes Signal. In einer Stellungnahme dazu hat die Stadt Bornheim die Auffassung vertreten, dass alle Kreisstraßen mit straßenbegleitenden Radwegen ausgestattet sein sollen.

Verkehrssichere Anbindung fehlt

„Das gilt vor allem auch für die Landesstraße zwischen Bornheim und Heimerzheim oder die Kreisstraße zwischen Rösberg und Metternich, wo es erst im Mai zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen ist“, führt der Bürgermeister aus. Und weiter: „Aus meiner Sicht ist es allzu kurzsichtig, wenn an der Landesstraße zwischen Heimerzheim und Bornheim auf einen Radweg verzichtet wird. Umso mehr sollte man auf einen Radweg an der K33 zwischen Rösberg und Metternich drängen. Denn gerade auch Berufspendlern aus der Voreifel fehlt bisher eine verkehrssichere Fahrradanbindung nach Bornheim und an die Rheinschiene, die auch für E-Bikes geeignet wäre. Der Anschluss an die Mobilstation am Roisdorfer Bahnhof würde einen wichtigen Baustein für die gelungene Kombination aus ÖPNV und Fahrradnutzung bilden.“

Trend zu E-Bikes verschärft den Handlungsdruck

Überhaupt sei die Tatsache, dass E-Bikes immer beliebter würden – auch die Stadt Bornheim werde künftig verstärkt auf E-Bikes als Diensträder setzen – ein weiterer Grund, das Radwegekonzept auszubauen. Ein weiterer Aspekt sei der Klimaschutz. „Wenn wir ihn ernst nehmen wollen, müssen wir das Angebot für Berufspendler und Freizeitnutzer des emissionsfreien Fahrrades stärken und sicherer machen“, ist der Bürgermeister überzeugt.

„Es gibt also viele gute Gründe, dem Fahrrad mehr Raum zu geben und eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen. In meinem Urlaub in Holland habe ich es genossen, auf eigenständigen sicheren Radwegen zu fahren und dabei viele interessante Anregungen erhalten, von denen wir nicht nur in Bornheim einiges übernehmen sollten“, erklärt der Bürgermeister.

Aus seiner Sicht ist ein komplettes Umdenken in der gesamten Region ganz wichtig. „Wir werden in der Bornheimer Verwaltung überlegen, wie wir das auch organisatorisch begleiten und forcieren können“, kündigt Henseler an.