Neuer Herseler Sportplatzes

Anwohner wehren sich gegen den Bau

Standort für den avisierten neuen Herseler Sportplatz an der Erftstraße gegenüber dem Friedhof.

BORNHEIM-HERSEL. Die Anwohner der Elbe- und Richard-Piel-Straße haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, um gegen die geplante Errichtung der Sportplatzanlage an der Erftstraße gegenüber dem Friedhof vorzugehen. Sie befürchten vor allem eine zusätzliche Lärm- und Verkehrsbelastung.

Wie berichtet, plant die Stadt einen neuen Sportplatz für Hersel. Der Rat hat in seiner jüngsten Sitzung die Offenlage des entsprechenden Bebauungsplans einstimmig beschlossen. Neben einem Kunstrasenplatz soll eine frei zugängliche Freizeitfläche, eine Beachvolleyballanlage und ein Parkplatz entstehen. Außerdem ist ein Vereinsheim mit Umkleideräumen sowie ein Platz für das Junggesellenfest und andere Feiern vorgesehen.

Der aktuelle Standort am Rhein muss aufgegeben werden, da die Kosten durch die ständigen Überschwemmungen zu hoch sind. Die Anwohner von Elbe- und Richard-Piel-Straße befürchten nicht nur ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, da ein Vereinsheim erfahrungsgemäß "nicht nur von den Eigentümern genutzt wird", sondern auch laute Musik "schlimmstenfalls bis in die Nacht hinein". Eine weitere Lärmquelle berge der Festplatz. Aus diesen Gründen hält die Interessengemeinschaft das vorliegende Lärmgutachten für "unzulänglich", da nur der Fußballbetrieb untersucht worden wurde.

Ihrer Meinung nach sind neben dem reinen Spielbetrieb auch Training, Beachvolleyball, Musik auf der frei zugänglichen Freizeitfläche, Lärm durch Feiern im Sportlerheim und auf dem Festplatz sowie Lärm durch Treffen von motorisierten Jugendlichen auf dem Parkplatz zu berücksichtigen. "Schon immer tragen wir erhebliche Belastungen durch Straßen- und Bahnverkehr", sagen die Anwohner von Elbe- und Richard-Piel-Straße. Eine weitere Steigerung durch die Multifunktionsanlage sei unzumutbar. Die Anwohner schlagen als alternativen Standort einen Platz an der Ecke Mittelweg/Fortsetzung Erftstraße oder am südlichen Teil des Mittelswegs vor.

Dort entstünden keine zusätzlichen Belastungen für Anwohner. Dazu heißt es in der Stellungnahme der Stadt, dass das Lärmgutachten aktualisiert worden sei und dass sie auch in der neuen Fassung "Schallschutzmaßnahmen für nicht erforderlich" hält. Es empfiehlt eine bestimmte dezentrale Lautsprecheranlage. Was die nächstgelegenen Häuser betrifft, bleibe der Lärm während der Ruhezeiten unter dem entsprechenden Richtwert.

Auch das Verkehrsaufkommen sei im aktuellen Gutachten berücksichtigt worden. Der zusätzliche Verkehr erhöhe den aktuellen Verkehrspegel um weniger als drei Dezibel und müsse deshalb nicht berücksichtigt werden. Auch die Werte auf der Parkplatzanlage überschreiten die Richtwerte nicht. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen sei im Verhältnis zum heute vorhandenen Verkehr auf der Elbestraße von etwa 7000 Pkw pro Tag gering.

Die Vermietung des Vereinsheims sei kein relevantes Thema für das Bebauungsplanverfahren. Ob das Gebäude an den örtlichen Verein übergeben oder im Besitz der Stadt bleibt, sei noch nicht geklärt. Der Standort sei nach mehrjähriger Suche der einzig geeignete. Die vorgeschlagenen Alternativstandorte befinden sich im Landschaftsschutzgebiet, in dem die Errichtung eines Sportplatzes nicht zulässig ist. Außerdem würden sich die Erschließungskosten unverhältnismäßig erhöhen, und der Platz sei schlecht erreichbar. Die Anwohner werden diese Argumente nicht überzeugen. Sie kündigten an, dass sie sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Errichtung der Anlage wehren werden.