Veranstaltung in Alfter

Studenten zeigen Heimat in vielen Facetten

Johannes von Mitzlaff trägt den Zuhörern seinen Text vor.

Johannes von Mitzlaff trägt den Zuhörern seinen Text vor.

Alfter-Oedekoven. Studierende der Alanus Hochschule präsentieren im Alfterer Ratssaal Texte und Bewegungskunst. Dabei ging es um Rotkohl und Neuseeland.

Ist Heimat ein Zustand? Ein Duft? Eine Sehnsucht? Ein Ort? Was brauchen Menschen, damit sie sich heimisch fühlen? Mit diesen Fragen hatten sich Studierende der Alanus Hochschule in den vergangenen Monaten in einer Schreibwerkstatt beschäftigt. Die entstandenen Texte präsentierten die Teilnehmer am Freitag im Ratssaal des Oedekovener Rathauses. Im Anschluss zeigten Eurythmie-Studenten, dass das Gefühl von Heimat und Identität auch tänzerisch Ausdruck finden kann.

Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher hieß die Studenten, Dozenten und Gäste im Ratssaal willkommen. „In diesem Saal finden Ratssitzungen, Bürgerversammlungen, Kunstmärkte und Jazzfeste statt, hier spiegelt sich das Leben“, sagte Schumacher. Daher passe die Veranstaltung zum Thema Heimat sehr gut an diesen Ort.

Er dankte den Akteuren der Alanus Hochschule für die Bereicherung des Kulturlebens in Alfter. Auch Literaturdozentin Petra von der Lohe, die die Schreibwerkstatt unter dem Titel „Poetry Projekt“ leitete, wusste den „symbolischen Zug“ der Veranstaltung im Ratssaal zu schätzen. „Wir danken Ihnen, dass Sie uns hier beheimaten“, sagte sie.

Ein halbes Jahr hatten sich die Studierenden intensiv mit dem Thema Heimat auseinandergesetzt und dabei, so von der Lohe, Texte in „bemerkenswerter Qualität“ verfasst.

Gerüche, Sprache, Lieblingsorte

Dabei fielen bei den Vorträgen durchaus die unterschiedlichen Aspekte und Empfindungen auf, die das Gefühl von Heimat in Menschen hervorrufen kann. Gerüche, Sprache, Lieblingsorte, aber auch das sich zu Hause fühlen im eigenen Körper wurde aufgegriffen und in Versform vorgetragen.

So lauteten die ersten Zeilen des Gedichts „Das Elternhaus“ von Frederik Zimmermann: „Rotkohl dampfend Heimathaus / volle Töpfe Gaumenschmaus.“ Der 32-jährige Student der Fächer Philosophie, Kunst und Gesellschaft fand die Schreibwerkstatt sehr inspirierend.

Von Irland zu den Maori

Zum Thema Heimat sei ihm unter dem Gesichtspunkt „Geruch“ sofort der Rotkohl eingefallen, berichtete Zimmermann, der auch die restlichen Zeilen „intuitiv geschrieben“ habe. Studentin Hannah Jacobi (26) begab sich in ihrem Gedicht „Körper“ dagegen auf eine Reise durch die Gerüche verschiedener Körperregionen.

Melaine MacDonald, Professorin für Eurythmie, setzte mit ihren Studierenden im Anschluss an die Vorträge einen Text des neuseeländischen Dichters Robert Sullivan – vorgetragen vom Schauspiel-Absolventen Jashar Markazi Noubar – tänzerisch um. Der Autor hat Wurzeln in der irisch-europäischen sowie der Maori-Kultur und beschäftigt sich intensiv mit der Frage nach Identität und Heimat in der Gegenwart. Die Studierenden gaben den Zuschauern einen Einblick, wie Sprache choreografisch inspirieren kann.