Sabine Trinkaus

Psychokrimi mit markanten Figuren

Die Autorin Sabine Trinkaus liest morgen in Bonn aus ihrem neuen Krimi "Der Zorn der Kommissarin".

ALFTER. Sie ist überfordert mit emotionalen Situationen. Am Tatort ist sie eine Katastrophe, reagiert wütend auf Zeugen, die sie befragen muss. Ruth Veritzky, Anfang 30 und Ermittlerin in einer Bonner Mordkommission, ist die Hauptfigur in dem neuen Krimi "Der Zorn der Kommissarin" von Sabine Trinkaus.

"Die Figuren sind mir wichtig", sagt die Autorin. "Sie sind immer als erstes da, um sie herum entstehen die jeweiligen Geschichten." Auch Ruths Kollege Brodtmann hat seine Ecken und Kanten. Mit seiner Kollegin klärt er eine Reihe von rätselhaften Todesfällen auf. Der erste Tote ist ein Bonner Star-Anwalt. Alles deutet auf einen Selbstmord hin, dessen Witwe hält das jedoch für unmöglich.

In dem Roman von Sabine Trinkaus wechseln die Perspektiven. Verschiedene Handlungsstränge laufen zusammen, immer wieder ergeben sich für den Leser Verdachtsmomente. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die sich vom Leben in die Enge getrieben fühlen. "Wie weit würdest du gehen?" Diese Frage ist in Trinkaus´ Psychokrimi zentral. Wann ist ein Mensch so weit, dass er einen Mord für unumgänglich hält?

Die 44-jährige Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrer 18-jährigen Tochter in Alfter. Geboren ist sie in Hessen, aufgewachsen in Norddeutschland. Das Studium im Fach Bibliothekswesen führte sie nach Bonn. Nach Aufenthalten in den USA und Frankreich wurde sie mit ihrer Familie in Alfter sesshaft. "Ich habe ein rheinisches Gen", sagt sie von sich selbst. Die aufgeschlossene Art der Rheinländer ist ihr sympathisch, und auch in die Karnevalsbräuche fand sie sich schnell ein.

Bis vor zwei Jahren arbeitete Trinkaus als Dokumentarin in einer Kölner Fotoagentur. Heute konzentriert sie sich voll auf das Schreiben, arbeitet aber ehrenamtlich in der Alfterer Bücherei. "Ich mag Bücher und Büchereien, sie sind von der Stimmung, vom ganzen Ambiente sehr nett." Wie früher als Dokumentarin arbeitet sie auch als Schriftstellerin systematisch und geplant. Vor dem Schreiben erstellt sie sich Karteikarten mit Szenen, damit sie den Überblick über alle Handlungsstränge behält. Erst dann schreibt sie den Roman von vorne nach hinten auf. Warum sie Krimis schreibt? "Da habe ich nie drüber nachgedacht. Es wird einfach immer ein Krimi, wenn ich schreibe."

Und geschrieben hat sie schon immer, zunächst war es ein Hobby. 2007 bewarb sie sich dann mit einer Kurzgeschichte für den Agatha-Christie-Krimipreis und gewann einen Sonderpreis der Jury. Seitdem, so sagt Trinkaus, betreibe sie das Schreiben ernsthaft.

Nach zahlreichen Kurzgeschichten erschienen 2012 und 2013 ihre ersten Romane "Schnapsleiche" und "Schnapsdrossel". Derzeit arbeitet sie am dritten Teil der "Schnaps-Reihe", der 2015 erscheinen soll. Im Laufe der Jahre wurde Trinkaus einige Male für ihre Geschichten ausgezeichnet, unter anderem war sie 2013 für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Kurzkrimi nominiert. Er gilt neben dem Deutschen Krimi Preis als wichtigster Krimipreis im deutschsprachigen Raum.

Wenn die Handlung in ihren Geschichten mal stockt, arbeitet Trinkaus im Garten oder treibt Sport. "Am liebsten die langweiligen Sportarten, bei denen man gut abschalten kann." Wenn sie im Schwimmbad Bahnen zieht, sortieren sich auch die Gedanken in ihrem Kopf. Auch ein ungewöhnliches Haustier hilft beim Abschalten: Sabine Trinkaus hält auf dem Bauernhof einer Freundin ein Schaf.

Zwei Lesungen

Die Premierenlesung von "Der Zorn der Kommissarin" findet am Donnerstag, 20. März, um 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) in der Thalia-Buchhandlung, Markt 24, 0228/72901156, in Bonn statt. Eintritt acht Euro, ermäßigt fünf Euro. Am Donnerstag, 27. März, um 19 Uhr liest Sabine Trinkaus im Café Regenbogen, Carl-Schurz-Str. 8 in Brühl, 02232/1 489480, aus ihrem neuen Krimi. Eintritt acht Euro im Vorverkauf bei der Buchhandlung Brockmann, Uhlstr. 82 in Brühl,  02232/410498, oder im Café Regenbogen, zehn Euro an der Abendkasse. Ein Snack und ein Getränk sind im Eintritt enthalten.