Waldbewirtschaftung

Neuer Revierförster startet Arbeit im Vorgebirge

Revierförster Frank Mayer vermisst im Wald bei Alfter eine Eiche mithilfe einer Kluppe.

Revierförster Frank Mayer vermisst im Wald bei Alfter eine Eiche mithilfe einer Kluppe.

Alfter/Bornheim. Frank Mayer ist der neue Revierförster für den Privat- und Kommunalwald im Vorgebirge. Er ist für 500 Waldbesitzer und 1000 Hektar Privat- und Kommunalwald zuständig.

Schon als er als Jugendlicher seinen Eltern half, Kaminholz aus dem Wald zu holen, war für Frank Mayer klar: Ich will Förster werden. Der Job draußen in der Natur war und ist für ihn ein Traumberuf. Den übt er jetzt als Nachfolger von Arne Wollgarten, den es in seine Eifeler Heimat ins Revier Michelsberg zurückzog, im Revier Vorgebirge aus. Zuständig ist der 45-jährige gebürtige Pfälzer für rund 1000 Hektar Privat- und Kommunalwald.

Eng arbeitet er mit der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Alfter zusammen, in der etwa 500 Waldeigentümer organisiert sind. Weil diese Eigentümer, von denen viele nur winzige Parzellen besitzen, ihr Waldstück nicht selbst wirtschaftlich bearbeiten und das anfallende Holz vermarkten können, beauftragt die FBG das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft mit dieser Aufgabe. Die Größe der Parzellen reicht von 500 Quadratmetern bis zu 140 Hektar. Vom Erlös des Holzverkaufs zieht der Forstunternehmer seine Kosten ab, der Rest bleibt beim Eigentümer. „Die Zusammenarbeit ist hervorragend“, lobt FBG-Vorsitzender Thomas Krämer beim Ortstermin im Alfterer Wald.

Kampf gegen den Borkenkäfer

Eine von Mayers wichtigsten Aufgaben wird der Kampf gegen den Borkenkäfer sein. Der befällt vorwiegend Fichten, die in Mayers Revier auf etwa 200 Hektar wachsen. Nur wenige von ihnen sind nicht befallen. Nach und nach werden die Bäume nun in den nächsten drei bis vier Jahren gefällt.

„Wir müssen die Bestände erwischen, in denen der Käfer noch aktiv ist, damit er sich nicht mehr vermehren kann“, sagt Jörg Fillmann, Fachgebietsleiter Privat- und Kommunalwald im Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft. Es entstehe ein immenser wirtschaftlicher Schaden. Denn das Überangebot an Holz führe zu niedrigen Preisen. Der Festmeter Fichte koste je nach Sortiment nur noch 15 bis 40 Euro – halb so viel wie in den Vorjahren.

Als Konsequenz aus den Schäden durch den Borkenkäfer, der langen Trockenheit in den Sommern 2018 und 2019 und der spürbaren Klimaerwärmung entwickeln die Forstämter Strategien zur Neuausrichtung des Waldbaus. Für den Kottenforst und den Villewald heißt das konkret: Mehr Laubwald (derzeit 60 Prozent), weniger Nadelwald (derzeit 40 Prozent). Auf den bereits gerodeten Fichtenflächen werden Stieleichen, Kirschen, und im Privatwald auch Douglasien und Lärchen gepflanzt. Gesunde, noch nicht befallene Bestände sollen auch nicht gefällt werden. „Durch die verschiedenen Arten verteilt sich das Risiko, ein Mischwald entsteht“, erläutert Mayer.

4.000 bis 5.000 neue Laubbäume

Die Setzlinge in Größen von 30 Zentimetern bis zu 1,50 Meter kosten im Schnitt etwa 2,50 Euro. Pro Hektar kommen da mal schnell 4000 bis 5000 neue Laubbäumchen oder 2500 bis 3500 junge Nadelhölzer zusammen. Die Förster denken bei diesen Neupflanzungen weit über die eigene Lebenszeit hinaus: Nadelbäume sind nach 80 bis 100 Jahren erntereif, Laubbäume nach 150 bis 200 Jahren.

Der neue Revierleiter Frank Mayer, der in Erftstadt wohnt, ist im Forstamt kein Unbekannter. Bereits seit Mai 2016 war er dort im Fachgebiet Hoheit tätig. Das heißt, er hat Kontrollaufgaben wahrgenommen und die Interessen des Forstamtes etwa bei Stellungnahmen vertreten. Der 1974 geborene Pfälzer, verheiratet und Vater dreier Kinder, hat nach dem Abitur in Rottenburg Forstwirtschaft studiert und dort 1999 das Examen zum Diplom-Ingenieur (FH) bestanden. Als Forstamtsassistent und Revierleiter sammelte er bis 2004 erste berufliche Erfahrungen beim Land Baden-Württemberg sowie im Großprivatwald. Ab 2005 als Geschäftsführer einer Forstbetriebsgemeinschaft in Bayern sowie in Anstellung bei einem Forstdienstleister waren die Tätigkeiten Betriebsleitung und Betriebsausführung im Kommunal- und Privatwald, Maschineneinsatzleitung, Holzvermarktung und -disposition seine Hauptaufgaben.

Im Jahr 2010 führte Frank Mayer der Weg zur Stadt Krefeld in den Innendienst der kommunalen Forstverwaltung. In den Bereichen Vergabe, Holzvermarktung sowie dem Anfertigen von Ausschussvorlagen konnte er seine Außendiensterfahrung in die Innendiensttätigkeiten einfließen lassen. 2014 wurde er bei Wald und Holz NRW als Revierleiter im Regionalforstamt Niederrhein eingesetzt.