Kommentar

Kooperation der Hochschulen: Strategische Partnerschaft

Auf den ersten Blick haben die Alanus Hochschule und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg vielleicht nicht viele Berührungspunkte. Auf der einen Seite die Kunsthochschule mit Bildhauerei und Theater, auf der anderen Seite die frühere Fachhochschule mit klarem Schwerpunkt auf der technischen Bildung. Die jetzt unterzeichnete Kooperationsvereinbarung weist auf mehreren Ebenen in die Zukunft.

Zum einen ist sie ein weiterer wichtiger Schritt des Alanus-Instituts mit Herkunft aus der Waldorfpädagogik eines Rudolf Steiners hin zu einer allseits und vor allem umfassend staatlich anerkannten Lehr- und Forschungsanstalt. Zum anderen räumen die Techniker aus Rheinbach und Sankt Augustin den weichen Faktoren wie Ethik, Pädagogik und ganzheitlicher Bildung einen höheren Stellenwert ein.

Man lernt miteinander, und man lernt voneinander. Und man hilft sich gegenseitig, wirft sich Rettungsringe zu im tosenden Meer des Wissens. Umfassende Bildung, wie sie als Grundstudium der Freien Künste schon im Mittelalter auf dem Lehrplan stand, ist auch jetzt wieder gefragt. Denn Studenten müssen heutzutage vor allem lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Die Kooperation indessen muss nun mit Leben gefüllt werden. Und man darf gespannt sein, wie in einigen Jahren die Zwischenbilanz ausfallen wird. Ihre regionale Verwurzelung und Verantwortung dokumentieren die Hochschulen damit in jedem Fall. Insofern ist sie auch eine strategische Partnerschaft.