Mentrailing

Hunde lernen in Alfter die Suche nach Menschen

ALFTER-GIELSDORF. Monika Pantenburg kauert sich in eine dunkle Ecke und wartet. "Ich bin gespannt, ob die mich finden." Als Spur zu ihr dürfen die Hunde einmal an ihrem getragenen T-Shirt schnuppern. Und los geht es. Immer der Nase nach. Mentrailing heißt die Suche nach einer Person anhand deren individueller Geruchsspur.

18 Teams übten das mit ihren Hunden am Wochenende auf dem Gelände der Baumschule Fuhs in Gielsdorf. Allerdings nicht für einen konkreten Einsatz.

"Wir bilden keine Rettungshunde aus. Das Training dient allein der artgerechten Beschäftigung für einen privat gehaltenen Hund", erläutert Heike Jung. Sie hat 2007 in Witterschlick einen Hundefreizeittreff gegründet und bietet auf einem Gelände am Ortsrand vielfältige Kurse und Aktivitäten für Hund und Halter an. Das Mentrailing schätzt die 50-jährige Arzthelferin aus Witterschlick dabei als eine besondere gute Möglichkeit, dem Hund eine realistische Herausforderung zu bieten und die Beziehung zwischen Mensch und Tier zu festigen.

"Hunde haben einen außerordentlichen Geruchssinn und lieben das Schnüffeln. Die Suche nach einem Menschen ist für sie eine anspruchsvolle Kopfaufgabe, die sie gemeinsam mit dem Herrchen lösen und für die sie belohnt werden." Die Belohnung hat Monika Pantenburg schon bei sich, die auf ihre Entdeckung in der Fuhs'schen Fahrzeughalle wartet.

Die Dalmatinerhündin Nola von Birgit Leppler-Wagner aus Witterschlick zappelt schon aufgeregt hin und her. Seit einem Jahr nimmt Nola an solchen Übungen teil und weiß: Wenn die siebeneinhalb Meter lange Trailingleine an ihrem Halsband einklickt, geht es los. Einmal schnüffeln am T-Shirt, und schon nimmt der Hund die Fährte auf. Heike Jung begleitet die Suche, während sich Jörg Langenfeld aus Troisdorf und Annette Skeide aus Alfter um weitere Teams und Verstecke auf dem rund sieben Hektar großen Grundstück der Gartenbaumschule kümmern.

Ebenso wenig wie ihre Hündin weiß Birgit Leppler-Wagner, wo gesucht werden muss; aber Nolas Nase lässt sich nicht beirren und zeigt auch an geschlossenen Türen und Toren an, wo der Weg zur gesuchten Person weitergehen muss. "Nola war ein überaktiver Hund und ist durch die Kopfarbeit ruhiger geworden", berichtet Leppler-Wagner. "Das gemeinsame Aufspüren einer versteckten Person ist eine größere Herausforderung für den Hund, als etwa nur ein Leckerchen in der Wohnung zu verstecken", so Heike Jung.

Und je nach dem Leistungsvermögen des Hundes und der körperlichen Fitness des Halters könne man die Suche unterschiedlich schwer gestalten. Die Örtlichkeit in Gielsdorf wählte Jung für schon etwas fortgeschrittene Hunde, die im Freien und in Räumen suchen müssen, auf verschlossene Türen stoßen und schließlich in einer Fahrzeughalle mit einem Mischmasch an Gerüchen - vom Motoröl bis zur Blumenerde - stehen.

Aber die Dalmatinerhündin Nola braucht dort dennoch kaum eine Minute, um Monika Pantenburg in ihrer dunklen Ecke zu erschnuppern. Insgesamt ist die Aufgabe nach wenigen Minuten gelöst. Jetzt gibt es Lob und Leckerli und nach der Anstrengung eine Ruhepause im Auto, bevor Nola später ein zweite Suchaufgabe lösen darf. Heike Jung war dem Inhaber des Gartenbaugeschäfts, Michael Fuhs, sehr dankbar, dass er sein Gelände zur Verfügung gestellte. Denn sie ist permanent auf der Suche nach geeigneten Örtlichkeiten, nicht nur im Freien. Auch in Schulen oder Bürogebäuden hat sie schon Mentrailing-Übungen gemacht.

Info

Infos und Anmeldung zu Spielgruppen und Veranstaltungen: www.hundefreizeittreff.de