Moschee in Alfter-Witterschlick

Erstes Gebet unter der Kuppel

ALFTER-WITTRSCHLICK. Für die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Alfter-Witterschlick hat die Platznot nun ein Ende: Nach erfolgreicher Bauabnahme durch den Rhein-Sieg-Kreis sind die neue Moschee an der Raiffeisenstraße und zwei Geschosse des angrenzenden Gemeinde- und Kulturzentrums zur Nutzung freigegeben.

Erstmals konnten die Gläubigen dort nun zum traditionellen Freitagsgebet zusammengekommen und auf dem roten Teppich unter der aufwendig bemalten Kuppel niederknien.

Im ebenerdigen Gebetssaal der Moschee finden jetzt rund 300 Männer Platz, während die alten Räume an der Nettekovener Straße nur für etwa 180 Gebetsteilnehmer ausreichten. Die Empore für Frauen und Kinder bietet mit 150 Plätzen doppelt soviel Raum wie bisher. Bis auf den Keller, wo unter anderem ein großer Versammlungsraum und ein Jugendbereich entstehen, können auch die Räume im zweigeschossigen Gemeinde- und Kulturzentrum genutzt werden, das durch einen Innenhof mit der Moschee verbunden ist.

Die endgültige Fertigstellung und ein offizielles Einweihungsfest sind im kommenden Jahr zu erwarten. Seit 2003 war die Gemeinde auf der Suche nach einem neuen Standort. Geschätzte 1,5 Millionen Euro hat die Türkisch-Islamische Gemeinde in ihr Bauvorhaben auf dem rund 2 600 Quadratmeter großen Grundstück im Witterschlicker Gewerbegebiet investiert, wo im Januar 2012 das Richtfest gefeiert wurde. Zwei Drittel der Kosten wurden durch Mitgliedsbeiträge und Spenden aufgebracht, der Rest durch Kredite finanziert.

Einladend funkelte am Tag des ersten Freitagsgebetes im Sonnenschein auf der Kuppel die goldene Spitze mit dem Halbmond, die die Einigkeit der Muslime symbolisiert und das Erkennungszeichen für eine Moschee ist. Das Innere besticht durch frische Farben der Kacheln und Bemalungen auf den schlicht geweißten Wänden des Gebetssaales, die mit Koranversen und Schriftzeichen geschmückt sind.

Bei der Farbgebung dominiert ein kühles Blau mit warmen roten und gelben Elementen, von der Spitze der Kuppel in elf Metern Höhe hängt ein Kronleuchter mit rund 60 Lampen. Eine goldene Spitze trägt auch das rund 16 Meter hohe Minarett, dessen Spitze ebenso wie die Moscheekuppel mit Zink verkleidet ist. Es ist ein stilles Minarett, der Ruf zum Gebet durch den Muezzin erfolgt innerhalb der Moschee von einem gesonderten Platz aus.

Ausdrücklich begrüßt Imam Murat Erdogan, der im Kultur- und Gemeindezentrum eine Wohnung bezieht, wenn sich auch Nichtmuslime für die neue Moschee interessieren. "Freitags ist dafür ein guter Tag", meinte Gemeindemitglied Ugur Dursun. "Dann sind besonders viele Menschen hier." Auch während der Gebete sind Besucher willkommen, sie müssen sich jedoch an Verhaltensvorschriften halten.

In den mit Teppich ausgelegten Gebetsräumen müssen in jedem Fall die Schuhe ausgezogen werden. "Eine Kopfbedeckung ist für nichtmuslimische Frauen nicht zwingend vorgeschrieben", erläuterte Dursun, "sollte als höfliche Rücksichtnahme aber dennoch erfolgen."