Beschrankter Übergang am Weck-Werk

Bahn will nur eine Fußgängerunterführung in Alfter

Für Autos sperren will die Bahn den Übergang an den Weck-Werken am Alten Heerweg in Oedekoven.

Für Autos sperren will die Bahn den Übergang an den Weck-Werken am Alten Heerweg in Oedekoven.

Alfter/Duisdorf. Schon lange will die DB Netz den Übergang auf der Grenze zwischen Alfter und Bonn für Autos schließen. Ein neuer Antrag untermauert das. Bonner Politiker und die Gemeinde Alfter sprechen sich für den Ist-Zustand aus.

Was sich lange angekündigt hatte, ist nun offiziell. Die Deutsche Bahn hat den alten Antrag auf die Planfeststellung der Schließung des Bahnübergangs Alter Heerweg am Weck-Werk beim Eisenbahnbundesamt zurückgezogen, um ein neues Verfahren zu beantragen.

Das teilt Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher auf Veranlassung der zuständigen Bezirksregierung Köln im Amtsblatt der Gemeinde Alfter mit. Laut Amtsblatt hat die Bahn-Tochter DB Netz angekündigt, ein neues Planfeststellungsverfahren zu beantragen. In dieses soll die geplante Unterführung für Fußgänger und Radfahrer eingearbeitet werden. Ursprünglich war eine Brücke über die Schienen geplant. Für Autos soll der Bahnübergang weiterhin geschlossen werden.

Dass der alte Antrag zurückgezogen worden und ein neuer in Arbeit sei, begründe die Bahn vor allem damit, dass „sich die tatsächlichen Verkehrsverhältnisse vor Ort inzwischen durch Neuordnung der Straßenverkehrsbeziehungen am Bahnübergang geändert haben“, heißt es im Alfterer Amtsblatt weiter. Bekanntlich wurde die Verkehrsführung am Weck-Werk aus Sicherheitsgründen vor einigen Jahren verändert. Autofahrer können am Übergang nicht mehr auf die B 56 abbiegen. Stattdessen werden sie über die Ladestraße parallel zur Bahnlinie geleitet.

Ein Planfeststellungsverfahren ist die Voraussetzung, damit die Bahn den Übergang zwischen Alfter-Oedekoven und Bonn-Duisdorf schließen kann. Das jetzt zurückgezogene Verfahren lief seit 2011. Dass statt einer Brücke eine Unterführung gebaut werden soll, ist seit Anfang 2016 bekannt.

Politiker lehnen Pläne der Bahn ab

Seit damals ist der Widerstand gegen die Pläne der Bahn sowohl in Alfter wie auch in Bonn wieder erwacht. Politiker aus beiden Kommunen lehnen sie ab, da die umliegenden Straßen schon jetzt überlastet seien. Es wird befürchtet, dass sich die Verkehrssituation weiter verschlimmert, wenn der Übergang für Autos entfiele – vor allem mit Blick auf die geplante Sanierung des Bonner Tausendfüßlers, wenn die Straßen in Alfter und Duisdorf als Ausweichstrecke genutzt werden.

Rolf Beu (Grüne), Vorsitzender des Bonner Planungs- und Verkehrsausschusses, fordert die Verantwortlichen bei der DB Netz auf, „den Planfeststellungsantrag komplett zurückzuziehen und den Bahnübergang am Weck-Werk zu erhalten.“ Zumal die Alma-Brücke für benachbarte Wirtschaftsunternehmen und Anlieger keine adäquate Alternative zum Bahnübergang Alter Heerweg sei.

„Wir werden uns weiterhin vehement gegen eine Schließung des Bahnübergangs wehren“, kündigt auch der Vorsitzende des CDU-Stadtbezirksverbands Hardtberg, Bernhard Schekira (CDU), an. Ebenso die SPD: „Wir erwarten von der Verwaltung, dass sie alles tut, um eine Beseitigung des Bahnübergangs zu verhindern“, so die verkehrspolitische Sprecherin und Duisdorfer Stadtverordnete Gabi Mayer. Auch die Bürger sollen mobilisiert werden, ihre Einwände im neuen Planfeststellungsverfahren vorzutragen.

Gemeinde: Jetzige Lösung funktioniert sehr gut

„Vonseiten der Gemeinde Alfter wird die Einstellung des bisherigen Planfeststellungsverfahrens begrüßt“, teilt Gemeindesprecherin Maryla Günther mit. Die Gemeinde hoffe, dass der Bahnübergang am Weck-Werk offen und für alle Verkehrsteilnehmer weiterhin nutzbar bleibt.

„Im Anhörungsverfahren für das neue Planfeststellungsverfahren voraussichtlich im September 2018 werden wir die geplante endgültige Beseitigung weiterhin im Rahmen des uns rechtlich Möglichen ablehnen, insbesondere weil die jetzige Lösung aus unserer Sicht sehr gut funktioniert“, so Günther weiter.

Im Jahr 2004 hatte die damalige Alfterer Bürgermeisterin Bärbel Steinkemper eine Vereinbarung unterzeichnet, die besagte, dass der Bund sich am Bau der Alma-Brücke finanziell beteiligt, dafür der Bahnübergang aber wegfällt. Die Brücke befindet sich knapp 500 Meter vom Bahnübergang am Weck-Werk entfernt. Steinkemper erklärte dazu später, die Vereinbarung nur unter Protest unterschrieben zu haben.

Die Deutsche Bahn hat auf eine Anfrage des General-Anzeigers bis Mittwochabend nicht reagiert.