Kommunen kooperieren

Alfterer Politiker wollen mehr Ideen für Bauhof-Kooperationen

Peter Monreal, Leiter des Bauhofes der Gemeinde Alfter, steht vor dem Fuhrpark auf dem Betriebsgelände in Impekoven.

Peter Monreal, Leiter des Bauhofes der Gemeinde Alfter, steht vor dem Fuhrpark auf dem Betriebsgelände in Impekoven.

Alfter. Pläne zur Zusammenarbeit mit dem Bornheimer Bauhof wie gemeinsame Fortbildungen und der Kauf eines sogenannten Patcherfahrzeugs gehen den Alfterern nicht weit genug.

Wie intensiv sollen die Bauhöfe von Alfter und Bornheim kooperieren? Die auf dem Tisch liegenden Vorschläge der beiden Kommunalverwaltungen gehen der Alfterer Politik nicht weit genug. Daher wollen sich die Kommunalpolitiker nun selbst Gedanken machen, wie eine Zusammenarbeit aussehen kann. So verwiesen sie in der jüngsten Sitzung des Alfterer Haupt- und Finanzausschusses das Thema zur weiteren Beratung in die Fraktionen.

Der Ausschuss folgte dem entsprechenden Antrag von Wilhelm Windhuis (Grüne) einstimmig. Zugleich gab der Ausschuss der Verwaltung aber für das Vorhaben sein Okay, künftig die Bauhof-Mitarbeiter nach Möglichkeit auf gemeinsame Fortbildungen mit den Mitarbeitern des Stadtbetriebs Bornheim (SBB) zu schicken. Der Gemeinderat bestätigte das bei seiner Sitzung diskussionslos.

Die Idee einer Kooperation der beiden Bauhöfe steht seit fast drei Jahren im Raum. Im August 2015 hatten die FDP-Fraktionen aus Alfter und Bornheim beantragt, Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Später hatten es die Grünen in beiden Kommunen erneut auf die Tagesordnungen der politischen Gremien gehoben. Ungeachtet der Vorstöße aus der Politik kooperieren die beiden Bauhöfe bereits in einem Bereich: Mit einer Spezialmaschine pflegt der SBB die Alfterer Kunstrasenplätze.

Wie Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher in der Ausschusssitzung erläuterte, habe es intensive Beratungen mit dem Stadtbetrieb gegeben. „Es war ein recht schwieriger Prozess“, ergänzte er. Mit Blick auf die Fortbildungskooperation erläuterte Schumacher, dass die Fortbildungen in der Regel extern erfolgten. Wenn es aber eine gewisse Mitarbeiterzahl gebe, seien auch Schulungen vor Ort möglich – sprich, ohne dass Fahrtkosten entstünden.

Ein weiteres Kooperationsprojekt soll die Anschaffung eines sogenannten Patcherfahrzeugs sein (der GA berichtete). Damit lassen sich nach Angaben des SBB Straßenschäden schneller, nachhaltiger und mit weniger Personaleinsatz beheben. Ein solches Gerät kostet rund 250 000 Euro. Die Alfterer Gemeindeverwaltung geht davon aus, 70 000 Euro bis 95 000 Euro davon bezahlen zu müssen – sofern die Maschine gekauft wird. Die Summe entspreche dem Verhältnis von Alfterer Straßen zu Bornheimer Straßen, heißt es. Allerdings will die Gemeinde dazu noch eine Kosten-Nutzen-Analyse erarbeiten. Eine Vorführung des Gerätes hat es für die Alfterer bisher nicht gegeben (siehe Kasten).

Weitere Beratungen in den Fraktionen

Grünen-Mann Windhuis zeigte sich von den bisherigen Ergebnissen der Kooperationsgespräche enttäuscht. „Dass die Dinge so kleingeredet werden, war nicht in unserem Sinne“, sagte er. Die Grünen wollen laut Windhuis mehr in die Strukturen und Organisation der beiden Betriebe hinein. Es sollte mehr herauskommen als die Anschaffung einer 250 000 Euro teuren Maschine. Bolko Graf Schweinitz (Freie Wähler) pflichtete Windhuis bei. Man hätte sich die Sache konkreter gewünscht: „Es gibt Potenzial, das schlummert.“

Thomas Klaus (SPD) meinte, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen in Ordnung seien, sprach sich aber auch für weitere Beratungen in den Fraktionen aus. „Das ist kein einfaches Thema“, befand er. Barthel Schölgens (CDU) erklärte, dass ihn das Ergebnis der bisherigen Gespräche zwischen Alfter und Bornheim nicht überrasche. Gäbe es einen gemeinsamen Bauhof in Bornheim oder Alfter, führte das dazu, dass die Mitarbeiter mehr in ihren Fahrzeugen säßen als bei der Arbeit seien. Sollte es allerdings weitere Möglichkeiten zur Kooperation geben, könne man ja noch einmal reden, so Schölgens.

In dieser Hinsicht machte Grünen-Ratsfrau Mechtild Wallraff-Kaiser direkt einen Vorschlag. Es könnten doch Fremdvergaben für Aufträge gemeinsam erteilt werden. Schumacher sagte eine Prüfung in dieser Hinsicht zu. Zugleich mahnte er, es mit der Kooperation nicht zu weit zu treiben. An ihn seien bereits Anfragen aus dem Personalrat der Gemeindeverwaltung herangetragen worden, ob geplant sei, den Bauhof aufzulösen.