„Alfter bewegt“ und „Stadtradeln“

Alfter macht sich stark für Klimaschutz und Radfahrer

Alfter. Gleich zwei Veranstaltungen luden am Dienstag zum Radeln ein: „Alfter bewegt“ und „Stadtradeln“. Die Teilnehmer, darunter Landrat Sebastian Schuster, zeigten sich begeistert.

Bürger und Prominenz waren am Dienstag per Pedes gemeinsam unterwegs. Denn mit der Traditionsveranstaltung „Alfter bewegt“ wurde zugleich auch die kreisweite Aktion „Stadtradeln“ – bis 21. Mai kann jeder mitmachen und für mehr Klimaschutz und Radverkehr in die Pedale treten – am Alfterer Hertersplatz eröffnet. Und die Veranstalter – die Gemeinde Alfter und der Rhein-Sieg-Kreis – hatten in diesem Jahr Glück mit dem Wetter. So radelten bei kühlen Temperaturen und Sonnenschein nicht nur eine halbe Stunde nach dem Start schon rund 200 begeisterte Fahrradfahrer aus Alfter-Ort und den Ortsteilen durch die Region, sondern auch die Swisttaler, Bornheimer und Wachtberger Bürgermeister Petra Kalkbrenner, Wolfgang Henseler und Renate Offergeld. Sie traten beim ersten gemeinsamen Stadtradeln der linksrheinischen Kommunen mit Landrat Sebastian Schuster und unter der Leitung von Hans-Peter Müller vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) an.

„Das Stadtradeln ist eine wichtige Aktion, um noch mehr Menschen von den Vorteilen des Radverkehrs zu überzeugen. Ich bin gespannt, wo die fahrradaktivsten Menschen im Kreis leben und rechne in diesem Jahr mit einer weit höheren Teilnehmerzahl. Denn schließlich nehmen 2018 alle linksrheinischen und fast alle rechtsrheinischen Kommunen teil“, sagte Schuster kurz vor dem Start. Alfters Verwaltungschef Rolf Schumacher freute sich auf die Tour durch seine Gemeinde – inklusive Stopps auf einem Hof und in verschiedenen Kultureinrichtungen.

Mem Rädche sin mer flöck op Jöck

Unter dem Motto „Mem Rädche sin mer flöck op Jöck“ stand die neunte Auflage der 27 Kilometer langen Strecke von „Alfter bewegt“. Zehn Einrichtungen öffneten ihre Türen und servierten ihren Gästen leckere Speisen und erfrischende Getränke. Gelbe Hinweisschilder erleichterten dabei den Weg zu den einzelnen Stationen. Wer nicht so ortskundig war oder die fahrradfreundlichen „Schleichwege“ nicht so kannte, schloss sich der ADFC-Tourenleiterin Susanne Bahn an. Ganz sportlich zeigte sich der Pfarrer von Sankt Matthäus, Rainald Ollig, der sein neues E-Bike bei der Gelegenheit erst zum dritten Mal einsetzte. „Da ich heute freihabe, nutze ich den Tag für mich. Es ist schön, mal neue Gesichter zu sehen und andere Menschen kennenzulernen.“

Einige Teilnehmer statteten mit der katholischen Bücherei Sankt Matthäus und dem Haus der Alfterer Geschichte schon den ersten beiden Stationen am Start einen Besuch ab. Denn im Haus der Geschichte konnte nicht nur die Ausstellung „He Schäng, do me noch Eene“ über die örtlichen Gaststätten bewundert, sondern mit Frikadellen, Schmalzbrot und Soleiern auch typische Kneipengerichte probiert werden. „Wir machen seit drei Jahren bei der Veranstaltung mit und es ist für die Leute immer eine gute Gelegenheit, unser Haus kennenzulernen“, freute sich Bärbel Steinkemper als Vorsitzende des Fördervereins auch über den regen Andrang.

Kräuterküche und Naturhof

Gut besucht war auch Möbelhaus Kurth im Landgraben. Denn dort verführte Eventköchin Catia De Luca-Schreiber die Freizeitradler mit ihrer Kräuterküche zu einem etwas längeren Aufenthalt. „Die Kochevents, die wir regelmäßig veranstalten, waren vor drei Jahren auch der Anlass, dass wir bei der Veranstaltung mitgemacht haben“, zeigte sich Ute Kurth mehr als zufrieden. Rappelvoll war es im Naturhof Wolfsberg, dem einzigen teilnehmenden landwirtschaftlichen Betrieb. Dort konnten die Besucher Obst probieren, sich die Verpackungstechnik erklären lassen oder sich bei Mitarbeiter Heinrich Hens über Obst- und Gemüseanbau informieren.

Highlight für große und kleine Radler war allerdings die Treckerfahrt mit dem „Apfelexpress“ durch die Plantage, vorbei an den Stationen mit den Honig- und Wildbienen. Auf der Fahrt erfuhren die Besucher, wie die aufgespannten Hagelnetze oder etwa Frostschutzsprenkleranlagen funktionieren. „Die Blüte der Apfelbäume ist gerade vorbei. Wir gehen davon aus, dass wir, wenn wir keine Kälteperiode mehr bekommen, mit der Ernte schon Ende August beginnen können“, so Seniorchefin Heike Mager.