Circus-Workshop in Oedekoven

Akrobaten mit Zipfelmütze in Aktion

Circus-Workshop: Die kleinen Zirkusleute zeigten akrobatische Übungen.

Circus-Workshop: Die kleinen Zirkusleute zeigten akrobatische Übungen.

Alfter-Oedekoven. 90 Kinder und Jugendliche beteiligten sich am Circus-Workshop in Oedekoven. Die evangelische Kirchengemeinde Am Kottenforst organisierte die Ferienaktion.

Es war Zirkuskunst vom Feinsten, witzige Clownerien, ein Feuerwerk mit dem Schleuderbrett und mutige Trapezkunst: die 90 Artisten zwischen 7 und 16 Jahren übertrafen sich selbst in der Manege des Circus Aladin der Zirkusfamilie Kaselowsky. In zwei Vorstellungen am Sonntag zeigten die Nachwuchsartisten jede Menge Mut, Können und akrobatische Beweglichkeit. Ob beim Seiltanz auf dem kleinen Silberdraht oder beim Voltigieren – im Zelt am evangelischen Gemeindehaus Katharina von Bora in Oedekoven bewiesen die Kinder und Jugendlichen, was sie in einer Woche alles gelernt haben.

Zum 13. Mal veranstaltete die evangelische Kirchengemeinde Am Kottenforst um Pfarrer Andreas Schneider und Jugendleiterin Claudia Vantroyen in der ersten Woche der Sommerferien einen „Circus-Workshop“. Unter dem Titel „Cirque De Couleurs“ („Zirkus der Farben“) wurde den jeweils 250 Eltern, Großeltern und Freunden knapp drei Stunden lang beste Unterhaltung geboten.

Tosender Applaus war den jungen Leuten denn auch nach jeder Darbietung sicher. „Wir haben die einzelnen Programmpunkte nicht in eine Geschichte eingebunden, wie noch 2014. Denn das war sehr aufwendig gewesen“, erklärte Vantroyen. Mit 90 Mädchen und Jungen nahmen in diesem Jahr weniger Kinder teil als noch 2015. Einer der Gründe war wohl das langwierige Anmeldeverfahren Anfang Februar. Denn bis zu vier Stunden warten dann die Eltern vor dem Gemeindehaus bis sie an der Reihe sind. „Da sind einige zwischendurch gegangen. Wir wissen aber auch nicht, wie wir das Problem anders lösen können“, so Vantroyen.

Zum ersten Mal in diesem Jahr dabei waren sechs Flüchtlingskinder aus dem Libanon, Syrien, Irak und Eritrea. Zu ihnen gehörte auch Zirkusdirektorin Lynn Siala aus dem Libanon, die souverän durchs Programm führte. Die Zwölfjährige trat mit einem Gipsbein vor das Publikum, hatte sie sich doch während des Workshops eine Bänderüberdehnung zugezogen. „Das ist das erste Mal in 13 Jahren, das so etwas passiert ist“, erklärte Vantroyen.

Von Jahr zu Jahr werden die Aufführungen des Circus Aladin und die Darbietungen der jungen Artisten professioneller. Von Montag bis Freitag haben sich die Kinder und Jugendlichen mehrere Stunden lang in zwei Disziplinen versucht und immer wieder geübt. Der Erfolg konnte sich denn auch sehen lassen. Zum ersten Mal wurde auch der Bereich Lichttechnik vermittelt, so dass die Teilnehmer die Beleuchtung samt Scheinwerfer und „Verfolger“ während der beiden Vorführungen selbst übernahmen.

Für die Grundschülerin Amelie aus Impekoven war der Workshop auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Die Zehnjährige war zum zweiten Mal in Oedekoven dabei und demonstrierte als „Orange Butterfly“ und als „Smartie“ ihre Talente am Fliegenden Teppich und auf den Laufkugeln. „Ich finde es gut, dass man sich die Sachen selber aussuchen kann“, freute sich die begabte Artistin. Auch ihrer Oma Marlies Nolden gefiel die Aufführung in diesem Jahr sogar noch besser als 2015.

„Es wirkte irgendwie anspruchsvoller“. Für Amelie steht jetzt schon fest, dass sie sich auch im kommenden Jahr wieder in verschiedenen Bereichen ausprobieren wird. „Sie bieten hier sehr viel an. Die Gemeinschaft, das Miteinander finden wir gut. Wir wissen, dass sie hier gut aufgehoben ist“, erklärten die Eltern Niklas und Anja Nolden. Allerdings graut es Anja Nolden vor dem stundenlangen Anstehen bei der Anmeldung. „Im letzten Jahr brachten einige Eltern Kaffee und einen Heizstrahler mit“.

Der nächste „Circus-Workshop“ findet vom 16. bis 23. Juli 2017 statt. Anmeldungen ab dem 17. Februar.