Partnerschaft für den Klimaschutz

Grundschüler starten Projekt mit einer Patenschule in Brasilien

Umweltbewusst: die Kinder der Grundschule Menden bei ihrem Besuch der Entsorgungsanlage in Troisdorf. FOTO: HOLGER ARNDT

Umweltbewusst: die Kinder der Grundschule Menden bei ihrem Besuch der Entsorgungsanlage in Troisdorf. FOTO: HOLGER ARNDT

TROISDORF. Die Schüler der Max-und-Moritz-Grundschule in Menden haben ein nachhaltiges Partnerschafsprojekt mit ihrer Patenschule in Brasilien gestartet: Die Grundschüler befassen sich mit der Mülltrennung und erhalten Tipps, wie sie Müll im Alltag reduzieren können.

Die Stadt Santarém in Brasilien umfasst eine Fläche von knapp 23 000 Quadratkilometern, Nordrhein-Westfalen (NRW) liegt bei knapp 34 000 - nur etwa ein Drittel mehr. Dagegen leben in NRW knapp 18 Millionen Menschen, in der Stadt Santarém lediglich 270.000. Wie hier auch, fällt in Santarém viel Müll an. Im Gegensatz zu der organisierten Wertstoffverwertung in Deutschland befassen die Brasilianer sich erst ganz langsam ernsthaft mit dem Thema Recycling, wobei der Rhein-Sieg-Kreis und die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) die Abfallwirtschaft in Santarém im Rahmen einer Kooperation mit ihrem Know-how unterstützt.

Die Schüler der Max-und-Moritz-Grundschule in Menden haben am Dienstag das Gelände der RSAG in Troisdorf besichtigt und wollten mehr über die Partnerschaft und die Wiederverwertung erfahren. Anlässlich des Pilotprojektes "Nakopa" der RSAG und des Rhein-Sieg-Kreises, das für nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte steht, schlossen auch die Mendener Schule und die Grundschule in Santarém eine Partnerschaft.

"Die Grundschüler befassen sich mit der Mülltrennung und erhalten Tipps, wie sie Müll im Alltag reduzieren können", sagte Thomas Franzen, Umweltberater der RSAG gestern auf der Entsorgungsanlage in Troisdorf. Auch praktische Projekte fließen in den Unterricht ein: Die Grundschüler bastelten beispielsweise bunte Figuren aus Altpapier.

Die beiden Schulen tauschen sich über die soziale Plattform Facebook aus, um die jeweiligen Fortschritte zu dokumentieren. Darüber veröffentlichen sie Bilder und Videos. Als Dolmetscherin fungiert Christina Bosch Hoffmann. Die Projektleiterin kommt vom Lateinamerika-Zentrum in Bonn. In der Grundschule in Santarém entwickelten Schüler und Lehrer unter dem Motto "Müll, der kein Müll ist" auch ein Umweltbewusstsein. Unter anderem wurden Kleider aus Zeitungspapier hergestellt.

"Die Kinder sind sehr empfänglich und geben den Eltern auch Ratschläge", so die Grundschullehrerin Sabine Schall. Das 2012 gestartete Klimaschutzprojekt "Nakopa" dient dazu, die Mülltrennverfahren in Santarém zu professionalisieren und dort die Abfallwirtschaft effizient umzuorganisieren.

"Für den Klimaschutz wurden auf der Mülldeponie in Santarém klare Verantwortlichkeiten geschaffen, die finanzielle Förderung geregelt und Fachpersonal eingestellt", sagte Rainer Kötterheinrich, Leiter des Amtes für Technischen Umweltschutz im Rhein-Sieg-Kreis. Das Pilotprojekt umfasst neben der Trennung und Verwertung von Bioabfall, Kunststoffen, Papier und Metallen auch den Test von Kompostierung und Vergärungsverfahren.