Bäume werden gefällt

Borkenkäfer frisst Fichten in der Wahner Heide

In Stücke gesägtes Fichtenholz wartet in der Wahner Heide auf seinen Abtransport.

In Stücke gesägtes Fichtenholz wartet in der Wahner Heide auf seinen Abtransport.

TROISDORF. Der Borkenkäfer hat auch in der Wahner Heide Fichten befallen. Die betroffenen Bäume werden gefällt und müssen zeitnah abgeholt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Kaum ein Tierchen hat in den vergangenen Monaten so viel Aufmerksamkeit erregt wie der Borkenkäfer. Bedingt durch die langanhaltende Trockenheit im vergangenen Sommer haben sich die kleinen Baumkiller explosionsartig vermehrt. In Deutschland sind nach Auskunft von Florian Zieseniß, Leiter des Bundesforstamtes Wahner Heide, mehrere Millionen Festmeter Holz von den Insekten befallen.

Für die Wahner Heide ist das Problem zumindest in der Fläche nicht so dramatisch wie in anderen Teilen Deutschlands. Sie verfügt laut Zieseniß ohnehin nur über einen geringen Anteil an Fichten. Aber dennoch habe der rindenbrütende Käfer auch vor der Wahner Heide keinen Halt gemacht. Besonders habe es die Fichtenbestände des Standortübungsplatzes im Bereich Aggerstadion, Stellwegparkplatz, Lohmarberg, Fliegenberg sowie am Grengeler Mauspfad getroffen.

Weitere Ausbreitung eindämmen

Eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers lasse sich jetzt nur durch das Fällen der betroffenen Bäume und den zeitnahen Abtransport aus dem Wald eindämmen, erläuterte der Forstmann. Deshalb setze das Bundesforstamt derzeit in der Wahner Heide einen Harvester ein, um die befallenen Bäume zu entfernen. Dadurch entstehen zwangsläufig und erstmalig kleinere Freiflächen. Diese Lücken bieten nun den benachbarten Laubbäumen Platz, um sich dort auf natürliche Weise zu verjüngen. Dort, wo sich die Verjüngung nicht von selbst einstellt, wird mit heimischen Laubbaumarten aufgeforstet.

Nun ruht die Hoffnung der Förster darauf, dass sich die weitere Verbreitung des Borkenkäfers verlangsamt. Regenreiches und kühles Wetter ist für den Wald jetzt sehr hilfreich, denn der Borkenkäfer mag nasskaltes Wetter ebenso wenig wie wir Menschen.

Käfer frisst sich durch die Rinde

Am weitverbreitetsten sind in Deutschland die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher, die beide vor allem Fichten befallen. Der Käfer frisst sich unter die Rinde von kranken, aber auch gesunden Bäumen und legt dort eine Vielzahl von Fraßgängen an, in denen er sich fortpflanzt und seine Larven ablegt. Durch den Fraß der Käfer und seiner Larven werden die unter der Rinde liegenden Nährstoffversorgungsbahnen zwischen Baumkrone und Baumwurzel unterbrochen. Das ohnehin geschwächte Abwehrsystem des Baumes wird geschwächt. Er stirbt ab.

Zwar war der Käfer in den vergangenen Jahren auch schon regelmäßig in der Wahner Heide aktiv, aber genau wie im Extremsommer 2003 habe er sich 2018 innerhalb der Vegetationsperiode dank langanhaltender Trockenheit nicht nur in ein oder zwei, sondern gleich in drei Generationen vermehren können, so Zieseniß. So können etwa von 200 Buchdruckerweibchen nach der zweiten Generation schon 160 000 Nachkommen entstehen, nach der dritten Generation sind es dann bis zu 3,2 Millionen Käfer. Einem derartigen Massenbefall stehen die Bäume machtlos gegenüber und können mit ihrer herkömmlichen, von der Natur gegebenen Verteidigungsstrategie, dem Harzfluss, nichts mehr ausrichten.