Marodes Rathaus

Viele Bewerber wollen Siegburger Rathaus sanieren

Sanierungsbedürftig ist das Siegburger Rathaus. 2023 soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Sanierungsbedürftig ist das Siegburger Rathaus. 2023 soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Siegburg. Die Stadt Siegburg hat die Planung für die Sanierung des Siegburger Rathauses ausgeschrieben. Baubeginn soll 2021 sein, zwei Jahre später soll das Rathaus fertig sein. Erste Schätzungen gehen von Kosten zwischen 18,5 bis 21,8 Millionen Euro aus. Es gibt viele Bewerber.

Das Ringen um die Zukunft des maroden Siegburger Rathauses zog sich über Jahre – und gipfelte Ende 2018 in einem Ratsbürgerentscheid: Am ersten Adventssonntag lag es damit an den Siegburgern, die Frage über Sanierung oder Neubau zu entscheiden. Und ihr Votum war, bei einer Wahlbeteiligung von knapp 30 Prozent, deutlich: 6855 Siegburger stimmten für eine Sanierung und gaben dem 1968 eröffnete Verwaltungssitz so eine Zukunft. Inzwischen ist Ruhe in das Thema eingekehrt. Zumindest in der Öffentlichkeit, denn im Rathaus selbst laufen die Vorbereitungen für die Sanierung inzwischen auf Hochtouren.

"Wir sind momentan vor allem mit den Ausschreibungen für die Planer befasst", gewährt die Technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger Einblick in den aktuellen Sachstand. Projektsteuerung, Architekten und Fachingenieure müssten europaweit ausgeschrieben werden. Das ist in den ersten beiden Fällen bereits geschehen, mit einer erfreulichen Resonanz. "Wir hatten die Wahl zwischen mehreren Bewerbern", so Guckelsberger. Fünf Architekturbüros und fünf Projektsteuerer würden nun in einer zweiten Runde angeschrieben und um konkrete Angebote gebeten.

"Wir hatten darauf gehofft, dass sich renommierte Büros bewerben, die Erfahrungen mit der Sanierung von Verwaltungsbauten haben", sagt Guckelsberger. Das große Interesse in der Branche habe die Planer in der Verwaltung darin bestätigt, dass das Siegburger Rathaus eine interessante Bauaufgabe ist. "Es könnte für viele reizvoll sein, einen Bau des anerkannten Architekten Peter Busmann zu sanieren", vermutet Guckelsberger. Ob Bunker im Keller, Fenster, Fassaden oder andere Materialien: Alles stamme noch original aus den 1960er Jahren. "Sehr zum Leidwesen der Mitarbeiter, für Architekten birgt das aber einen großen Reiz", so die technische Beigeordnete.

Rathaus verfügt über eine gute Grundstruktur

Allein die Ausschreibung der Planerleistungen sei überaus aufwendig und zeitintensiv. "Wir sind an viele Fristen gebunden und müssen rechtskonform handeln", erklärt Guckelsberger. Das sei auch Voraussetzung, um für Teile der Sanierung, etwa energetische Aspekte, Fördermittel generieren zu können. Gleichwohl rechnet sie damit, dass das Verfahren bis zum nächsten Sanierungsausschuss im Oktober soweit fortgeschritten ist, dass Projektsteuerer und Planer beauftragt werden können. Noch sei alles im Zeitplan. Das heißt: 2021 sollen die Bauarbeiten beginnen, zwei Jahre später das Rathaus fertig saniert sein.

"Wir nutzen nun die Zeit, um uns vergleichbare Gebäude anzusehen, die saniert wurden oder gerade in der Sanierung sind", sagt Guckelsberger. So wolle das Team der Verwaltung an den Erfahrungen anderer Bauherren teilhaben und für sich nutzen. Zudem machten sich Fachleute im Rathaus im Austausch mit den Mitarbeiterin darüber Gedanken, wie sie die Arbeitswelt künftig gestalten wollen, vor allem unter dem Aspekten Service und Sicherheit. "Die jetzige Struktur ließ nicht viel Raum, die Sanierung bietet uns nun ganz andere Möglichkeiten", so die technische Beigeordnete. Auch um notwendige Beratungssituationen zu schaffen.

In seiner Machbarkeitsstudie hatte der von der Stadt beauftragte Architekt Klaus H. Petersen dem maroden Rathaus trotz aller energetischen Probleme eine gute Grundstruktur bescheinigt und einen Rückbau bis auf das Stahlbetonskelett empfohlen. "Wir gehen jetzt mit einer erneuten Untersuchung der Gebäudesubstanz noch weiter in die Tiefe", sagt Guckelsberger. Da mit dem Ende des Jahres die Interimslösung für das Brandschutzkonzept des Rathauses ausläuft, stehen zudem einige kleinere Arbeiten zur Sicherung des Brandschutzes an.

Klarheit sollen die Planungen auch in die Frage nach den Sanierungskosten bringen. In der Machbarkeitsstudie war nach ersten Schätzungen von 18,5 bis 21,8 Millionen Euro die Rede. Eine konkrete Schätzung verspricht sich die Verwaltung von der bald anlaufenden Planung. "Es gibt noch viele offene Fragen", sagt Guckelsberger – auch mit Blick auf Interimslösungen für die Mitarbeiter während der Bauzeit oder mögliche Bauabschnitte – zeigt sich aber zuversichtlich, dass sich auf alle eine Antwort findet.