Austausch über Integrationsarbeit

Staatssekretärin Güler besucht Kurdische Gemeinschaft Siegburg

Musa Atamann, Serap Güler und Franz Huhn (von links) im Gespräch mit Mitgliedern und Ehrenamtlern des Vereins.

Musa Atamann, Serap Güler und Franz Huhn (von links) im Gespräch mit Mitgliedern und Ehrenamtlern des Vereins.

SIEGBURG. Die Ausbildung Geduldeter oder Familiennachzug: Themen gab es genug, als sich die Kurdische Gemeinschaft Siegburg mit Staatssekretärin Serap Güler über Integrationsarbeit austauschte.

Die erfolgreiche Arbeit der Kurdischen Gemeinschaft sei nicht nur in Düsseldorf, sondern landesweit bekannt, erklärte Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW bei einem Besuch des Vereins am Donnerstagmorgen. Im Rahmen eines Austauschgesprächs stellte der in den eigenen Räumen seine Aktivitäten und Handlungsfelder als langjährig bestehende Migrationsselbstorganisation und tätig in der Integrations-, Migrations- und Flüchtlingsarbeit im Rhein-Sieg-Kreis sowie die Herausforderungen in der Integrations- und Flüchtlingspolitik vor. Aus der Praxis berichteten neben dem Vorsitzenden des Vereins, Musa Ataman, die Vereinsmitglieder Gülden Demirel, Jinda Atamann und Ilkay Yilmaz.

In dem Gespräch ging es unter anderem um die Ausbildung Geduldeter, die aufgrund des Integrationsgesetztes einen Anspruch darauf haben, für die Ausbildungsdauer in Deutschland zu bleiben. In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Franz Huhn auf die finanzielle Belastung der Kommunen hin. Allein in Siegburg müssten für 150 Geduldete rund 1,5 Millionen Euro im jährlichen Haushalt bereitgestellt werden. „Da ist der Bund in der Pflicht“, so Huhn.

Komplette Freigabe des Familiennachzugs sei unmöglich

Angesprochen wurde ferner der Familiennachzug. Güler bekannte, in ihrer Brust schlügen diesbezüglich zwei Herzen. Einerseits stimmte sie zu, dass erfolgreiche Integration nur mit dem Halt und der Unterstützung innerhalb einer Familie gelingen könne. Andererseits sei es unmöglich, den Familiennachzug ganz freizugeben. „Mit den Kräften, die uns in den Kommunen, Ländern und im Bund zur Verfügung stehen, ist das administrativ zurzeit nicht zu machen“, stellte Güler fest. Vor allem in Hinsicht auf die Schaffung von Kita-, Schul-, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen oder auch der von Wohnraum.

Notwendigkeit von Förderung von Migrantenselbstorganisationen

Einigkeit herrschte über die notwendige Förderung von Migrantenselbstorganisationen (MSO), die im Wesentlichen „Hilfe zur Selbsthilfe“ von Geflüchteten und Neuzuwanderern auch mit Unterstützung von Migranten, die mittlerweile integriert sind, zum Ziel hat. Das Land will nach den Worten der Staatssekretärin weiterhin Gelder zur Verfügung stellen und die Summe sogar aufstocken. Sie konnte allerdings noch keine Angaben zur Höhe machen, sagte aber auch die Weiterführung des Projekts „Komm-An NRW“ zu. Das unterstützt Kommunen dabei, Strukturen, Prozesse und Netzwerke so zu optimieren, dass sie die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund besser leisten können. Dabei kam auch die Arbeit der Ehrenamtlichen zur Sprache, auf deren Hilfe man bei der Integration angewiesen sei, wie die Runde einstimmig betonte.