Landrat würdigt Wasserverband

Siegburg liegt jetzt in Freiburg

Die Arbeit des vor 50 Jahren gegründeten Wasserverbandes würdigte Landrat Sebastian Schuster. FOTO: ARNDT

Die Arbeit des vor 50 Jahren gegründeten Wasserverbandes würdigte Landrat Sebastian Schuster.

Rhein-Sieg-Kreis. Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis pflegt und unterhält seit 50 Jahren Fließgewässer in elf Kommunen.

Mit einem Empfang in seinem Baubetriebshof in Siegburg hat der Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis an seine Gründung vor 50 Jahren erinnert. Zu den Gästen, die von Geschäftsführerin Martina Hirschberg und Verbandsvorsteher Michael Jaeger empfangen wurden, gehörte unter anderem Landrat Sebastian Schuster als Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises, der dem Verband ebenso angehört wie elf Kommunen, deren Bürgermeister zum großen Teil erschienen waren.

Aufgaben des Verbandes sind die Unterhaltung und Pflege der Fließgewässer, die ökologische Gewässerentwicklung sowie die Sicherstellung des Hochwasserschutzes gemäß Wasserhaushaltsgesetz. Wie wichtig dabei die interkommunale Zusammenarbeit im Rahmen der Daseinsfürsorge ist, hob Jaeger in seiner Begrüßungsrede hervor. Denn "Gewässer kennen keine kommunalen Grenzen", wie auch der Landrat in seinem Grußwort betonte.

Gleichzeitig erinnerte Jaeger daran, dass diese Themen bei der Gründung des Verbandes noch nicht die Bedeutung gehabt hätten wie heute. Damals habe man beispielsweise noch Bäche in Betonrohre gezwängt. Er lobte in diesem Zusammenhang die Weitsicht der Gründungsväter. Besonders deutlich wurden die zukünftigen Herausforderungen anhand eines Vortrags des Klimatologen Karsten Brandt, der über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Region referierte.

Brandt berichtete, dass der "Temperaturtrend eindeutig" nach oben zeige. In den vergangenen hundert Jahren ist laut seiner Aussage die Temperatur in unseren Breitengraden um ein Grad angestiegen. Das höre sich zwar nicht dramatisch an, bedeute aber klimatechnisch gesehen: "Siegburg liegt in Freiburg", so der Experte. Die Durchschnittstemperaturen die dort vor 100 Jahren registriert wurden, herrschten nun bei uns.

Noch drastischer sei die Beobachtung der Niederschläge. Nach seiner Erkenntnis "nimmt die Jahresregenmenge zu, allerdings nicht in der Häufigkeit, sondern in der Intensität". Der Wasserverband muss daher durch geeignete Maßnahmen dafür sorgen, dass Bäche die Wassermengen aufnehmen können und Überschwemmungen verhindert werden. Brandt gab aber auch Entwarnung für unsere Region, die in nächster Zeit nicht in dem Maße betroffen sein werde wie viele andere Gebiete.

Welche regionalen Auswirkungen der globale Klimawandel hat, verdeutlichte er am stetig abnehmenden Wasserstand des Rheins im Herbst. Der werde vor allem im Sommer zu zwei Dritteln von Gletscherwasser gespeist. Wissenschaftliche Prognosen gingen davon aus, dass die Gletscher in den Alpen bis zum Jahr 2080 komplett geschmolzen sein würden.