Kommentar zum neuen Rettungssystem

"EmergencyEye" vermittelt mehr Sicherheit

Vom Notfallort wird ein Kamerabild vom Handy direkt zur Rettungsleitstelle übertragen.

Vom Notfallort wird ein Kamerabild vom Handy direkt zur Rettungsleitstelle übertragen.

Rhein-Sieg-Kreis. Es ist zu begrüßen, dass der Kreis das Rettungssystem EmergencyEye einführt – und damit auf diesem Gebiet endlich alle Möglichkeiten nutzt, die die Digitalisierung zu bieten hat. Denn im Ernstfall hilft jede Minute meint unsere Autorin Hannah Schmitt.

Es ist eine beängstigende Vorstellung, nach einem Unfall zunächst lange auf Hilfe warten zu müssen, weil man selbst nicht genau weiß, wo man ist, und die Retter erst eine Suchaktion starten müssen. Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es einige ländliche Ecken, in denen das passieren kann. Deshalb ist es zu begrüßen, dass der Kreis das System EmergencyEye einführt – und damit auf diesem Gebiet endlich alle Möglichkeiten nutzt, die die Digitalisierung zu bieten hat. Schließlich ist heutzutage fast jeder mit einem Smartphone ausgestattet.

Natürlich kostet die Technik Geld. Und natürlich kann man sagen, es gibt auch im Wald Wegepunkte, die bei der Orientierung helfen. Aber Hand aufs Herz: Wer merkt sich diese im Vorbeigehen? Wer hat sie auch in einer Notsituation dann tatsächlich parat?

Das neue System vermittelt hingegen Sicherheit. Der Betroffene weiß, dass die Retter ihn finden werden. Und: Schaltet sich ein Mitarbeiter der Leitstelle per Video zu, kann er auch mögliche Ersthelfer vor Ort besser unterstützen. Das kann Ängste abbauen und führt vielleicht dazu, dass sich künftig mehr Menschen trauen, in Notsituationen zu helfen.

Am Ende ist die Rechnung ganz einfach: Für jeden Menschen, der damit schneller oder effizienter gerettet werden kann, hat sich die Ausgabe gelohnt. Denn im Ernstfall zählt jede Minute.