Kommentar zur Buchhandlung R²

Ein Verlust für Siegburg

Die Zwillinge Andreas (links) und Paul Remmel schließen Ende März ihre Buchhandlung im Siegburger Haus „Zum Tannenbaum“.

Die Zwillinge Andreas (links) und Paul Remmel schließen Ende März ihre Buchhandlung im Siegburger Haus „Zum Tannenbaum“.

Siegburg. Die Buchhandlung R² hat in der Kreisstadt viele kulturelle Akzente gesetzt. Jetzt erwägen die Inhaber Paul und Andreas Remmel neue Projekte.

Keine Frage, der Verlust wiegt schwer. Die Brüder Remmel haben mit ihrer Buchhandlung das kulturelle Leben in der Siegburger Innenstadt bereichert. Und mit ihrem Idealismus und ihrer Liebe zur Kultur viele begeistert und mitgerissen. Das zeigen nicht allein die Reaktionen auf ihre Entscheidung, das R² zu schließen. Das zeigt auch ein Blick auf die vielen Veranstaltungen und Aktionen, die die tief in Siegburg verwurzelten Zwillinge in den vergangenen Jahren etabliert haben. Sie gaben regionalen wie überregionalen Künstlern einen Raum, vereinten die unterschiedlichsten Musen unter ihrem Dach und waren nie um neue Ideen verlegen.

Die Trauer um das kulturelle Kleinod, das sie geschaffen haben, ist daher verständlich. Gleichwohl ist der Schritt, den die Brüder nun gehen, nicht völlig überraschend. Ihr Beispiel zeigt, dass Idealismus allein nicht reicht, um auf dem Markt bestehen zu können. Die Rahmenbedingungen müssen einfach stimmen. Es braucht ausreichend Kundschaft, wohlgesinnte Nachbarn und natürlich Vermieter. Da sollte sich jeder angesprochen fühlen, der den generellen Verlust von Individualität in Innenstädten bedauert. Klar, ganz ohne die großen Ketten geht es nicht, aber es braucht eben auch kleine Läden mit individuellen Angeboten, damit eine Innenstadt auch etwas Besonderes ist. Vor dem Hintergrund schmerzt es, dass Siegburg nun eine Besonderheit verliert. Vorerst zumindest. Denn die Brüder Remmel nähren die Hoffnung, dass es irgendwie weitergeht mit ihrem R².