Kochen in Siegburg für guten Zweck

Bei der Siegburger Suppensause macht Soljanka das Rennen

Riechen, löffeln, schmecken: Bei der 1. Siegburger Suppensause war eine Menge los.

Riechen, löffeln, schmecken: Bei der 1. Siegburger Suppensause war eine Menge los.

Siegburg. Die Resonanz war gewaltig: 21 Kochteams machten bei der ersten Siegburger Suppensause mit. Sie kochten für einen sozialen Zweck und boten eine große Vielfalt an Rezepten. Am besten kam eins aus Osteuropa an.

Schon einige Minuten vor zwölf ist an diesem sonnigen Frühlingssonntag die Schlange vor dem S-Carre lang. Drinnen werden die letzten Formalia geregelt. Mit 23 Suppen, die zum Teil unterschiedlicher nicht sein können, treten viele Betriebe und Geschäfte, aber auch private Kochteams bei der 1. Siegburger Suppensause an. Von deftig traditionell bis exotisch-fruchtig ist alles mit dabei. Am Ende des Tages geht das Team Reisebüro „DER“ mit seiner Soljanka als Suppenkönig nach Hause. Die Einnahmen gehen an das Charity-Projekt „Hilfe für Nick & Co.“.

Es kommt so, wie Sandra Owoc und Pia Bruchmann, die Initiatorinnen der 1. Siegburger Suppensause, es sich erhofft haben: Der Laden ist voll. Bei frühlingshaftem Wetter kommen vor allem Rentner und Familien am Sonntagmittag ins S-Carre. Ziel der Sause: Spenden sammeln für ein Projekt, das behinderte und schwer erkrankte Kinder und ihre Familien unterstützt. Ovoc hatte die Idee: „Suppen kocht jeder und sie werden in jeder Altersklasse gegessen.“ Kuchen- oder Grillaktionen waren ihr zu gewöhnlich. Zudem seien Suppen wenig aufwendig. „Die Vielfalt ist einfach gigantisch. Suppen sind international.“ Das Kochteam der Händler vom Wochenmarkt Siegburg bietet etwa neben einer Hühner-Cremesuppe und einem deftigen Eintopf auch eine türkische Joghurtsuppe an.

Mit kleinen Besonderheiten versucht jedes Kochteam sich zusätzlich von der Konkurrenz abzuheben. Neben dem Geschmack und dem Gesamteindruck der Suppen zählen Deko und Originalität zu den Bewertungskriterien. Die Besucher können auf entsprechend gestalteten Stimmzetteln Punkte von 1 bis 10 vergeben. Die Wahl fällt vielen Besuchern schwer. Um sich einen Überblick zu verschaffen, schieben sie sich durch das sehr gut gefüllte Restaurant. Dicht an dicht stehen die Köche mit guter Laune vor ihren großen Töpfen. Kleine Herdplatten halten die Suppen warm. Am Tisch vom „TowerPower Sportclub“ aus Siegburg kann man sich die Zutaten ansehen – alles natürlich und bio. „Wir wollen zeigen, dass man auch gesunde Suppen essen kann. Für den guten Zweck machen wir so was immer gerne“, sagt Alina Lucka. Ihr Team hat eine Kartoffel-Kräutersuppe mit Limettensaft vorbereitet. Bis auf ein bisschen Sojamilch sind kaum Kalorien dabei, die Suppe ist auch für Veganer geeignet.

Einige Meter weiter füllt Michael Weber aus Much seine Chili con Carne in einen Plastikbecher. Er tritt als einer der wenigen privaten Einzelkämpfer an. „Ich bin selber ein Suppenfreak“, erklärt er. Lange hat er an der richtigen Balance mit der Schärfe getüftelt. Die Rezepte an die große Menge von 15 Litern anzupassen, stellt die meisten der Köche vor Herausforderungen. Die Besucher sind begeistert von der Vielfalt der Suppen. Die Rentnerinnen Elga Fuhrmann und Hildegard Klott aus Siegburg sitzen satt und zufrieden an einem runden Tisch im S-Carre. „Die Gemüsesuppe mit Curry war mir zu scharf, aber im Allgemeinen schmeckt das wirklich alles sehr gut“, findet Fuhrmann. Ihr Favorit ist die Gyrossuppe – kräftig und deftig, wie sie es gerne mag. „Die Probierportionen sind gut und der Preis unschlagbar.“

Auch Andreas Holschbach aus Windeck hat in der Gyrossuppe seinen Favoriten gefunden. Er hat, so wie viele, die Siegburger Suppensause für einen Ausflug mit der Familie genutzt.

Die Besucher und die vierköpfigen „Genießer-Jury“ wählen die Soljanka, eine säuerlich-scharfe Suppe der osteuropäischen Küche, vom Kochteam „DER Deutsches Reisebüro“ zu Siegburgs Super-Suppe. Aber nicht nur die Gewinner können sich freuen: Am Ende des Tages sind die Mägen und Spendenboxen für das Charity-Projekt gut gefüllt.