Serie "Ich sehe was, was du nicht siehst..."

So sieht es bei den Fliegern der Bundespolizei aus

Sankt Augustin. In unserer Serie "Ich sehe was, was du nicht siehst..." nehmen wir Leser mit an Orte, an die sie sonst nicht kommen. Diesmal gewährte die Fliegergruppe der Bundespolizei in Hangelar einen Einblick.

Wenn ein Hubschrauber der Luftrettung, die GSG 9 oder kurzfristig eine Hundertschaft der Polizei unterwegs sind, steckt dahinter immer die Fliegergruppe Sankt Augustin. Dort bildet die Bundespolizei ihre Piloten aus und fort. Auch die Instandhaltung der Hubschrauber findet hier statt. Am Standort der Bundespolizei und nahe des Flugplatzes Hangelar stehen die Hallen und Stabsgebäude der Einheit.

Rund 20 Fluglehrer kümmern sich hier um 20 Schüler. Dazu kommen noch die Piloten, die sich fortbilden lassen. Die Ausbildung erfolgt mit parallel laufenden Theorie- und Praxiseinheiten. In der Praxis ist, ähnlich wie beim Fahrschulauto, die Bedienelemente doppelt ausgeführt: Der Fluglehrer kann notfalls eingreifen.  Fluglehrerin Patricia Theiler kennt die Tücken des Problems: "Macht der Fluglehrer viel, lernt der Schüler wenig." Greife er zu wenig ein, könnten brenzlige Situationen entstehen.

Verschiedene Aufgaben

Die Einsätze der Flieger sind dabei vielfältig. Luftrettung, Bestreifung von Bahnanlagen, Aufgaben an der Grenze, Unterstützung von Polizei-Einheiten am Boden, die Suche nach Straftätern und der Transport von Polizisten sind die wichtigsten Aufgaben. Wenn die GSG 9 ruft, muss es schnell gehen. Von der Benachrichtigung bis zum Abflug der Spezialeinheit vergeht meist weniger als eine Stunde.

Bei Fußballspielen oder Demonstrationen muss eine Hundertschaft schnell verlegt werden? Auch dann schlägt die Stunde der Fliegerstaffel Sankt Augustin. Bei Großbränden können darüber hinaus einige der Hubschrauber auch mit sogenannten "Bambi Buckets" ausgerüstet werden. Mit diesen Behältern können die Hubschrauber Wasser zum Feuer transportieren und löschen.

Auch Auslandseinsätze sind möglich. Höhere Temperaturen oder dünne Luft: Das können die Piloten im Rheinland nicht kennenlernen . Damit sie trotzdem ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich Hubschrauber in dünneren Luftschichten verhalten, wird auch im Gebirge geübt. Doch gerade bei Einsätzen in Wüstengebieten gibt es noch einen weiteren Feind: den Sand. Die Instandhaltung muss dann die Hubschrauber grundlegend reinigen.

Hubschrauber-Reinigung ist Handarbeit. Eine Waschstraße oder Ähnliches gibt es nicht. Die Crew rückt mit Wasser an und schrubbt die Maschine sauber. Alles was dabei nicht sauber wird, wird in den Hallen auseinandergebaut und dann gereinigt. Auch die regelmäßigen Wartungen werden hier durchgeführt. "Es kommt auf die Verträge mit dem Hersteller an", erklärt Matthias Kahl, verantwortlich für den Instandhaltungsbetrieb. Manche Teile dürften nur vom Hersteller selbst überprüft und repariert werden.

 

Nicht nur in der Fliegerschule wird Wissen vermittelt, in der Instandhaltung werden Fluggerätemechaniker und -elektroniker ausgebildet. Die Instandhaltung der Bundespolizei genießt einen guten Ruf. Hubschrauber, die aus dem Polizeidienst ausgesondert werden, lassen sich leicht absetzen. Weil sie so gut gewartet werden, reißen sich Privat-Kunden aus dem Nahen Osten um die ausgemusterten Modelle, berichtet Fiona Roloff von der Fliegergruppe.

Die Serie Ich sehe was, was du nicht siehst... gewährt Lesern Eindrücke von Orten, an die sie sonst nicht kommen. In dieser Folge geht es zur Fliegergruppe der Bundespolizei in Sankt Augustin-Hangelar.