Ehrenamt mit 238 Mitgliedern

So oft rückt die Freiwillige Feuerwehr Sankt Augustin aus

Wehrführer Herbert Maur und Feuerwehrsprecher Sascha Lienesch berichteten in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Mülldorf aus der aktuellen Einsatzstatistik.

Wehrführer Herbert Maur und Feuerwehrsprecher Sascha Lienesch berichteten in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Mülldorf aus der aktuellen Einsatzstatistik.

Sankt Augustin. Die Freiwillige Feuerwehr Sankt Augustin ist in diesem Jahr bereits 407 Mal zu Einsätzen ausgerückt. Vor allem die Zahl der technischen Hilfeleistungen nimmt zu.

Immer mehr Einsätze, immer komplexere Aufgaben, ein großer Aufwand für Gerätewartung, Dokumentation und Verwaltung – dafür braucht die Freiwillige Feuerwehr Sankt Augustin sowohl ausreichend qualifiziertes Personal als auch eine moderne, zeitgemäße technische Ausstattung. Das sagt Feuerwehrchef und Stadtbrandinspektor Herbert Maur. Der Wehrführer sieht seine Wehr gut aufgestellt, was auch bei der jüngsten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans bestätigt wurde.

„Man muss sich das immer wieder klarmachen, dass unsere gesamte Freiwillige Feuerwehr ein Ehrenamt mit 238 freiwilligen Mitgliedern ist“, so Maur bei einem Pressegespräch am Samstag. Allein für die Gerätewartung, Dokumentation und verwaltungstechnische Aufgaben sind aktuell neun Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der Feuerwehrtechnischen Zentrale tätig – allesamt Mitglieder der Feuerwehr, die an Werktagen einspringen, wenn der Funkmeldeempfänger piepst.

Und das kommt immer häufiger vor, zeigen Wehrführer Herbert Maur und Feuerwehrsprecher Sascha Lienesch mit einem Blick in die Statistik. „Zwischen dem Jahr 2002 und dem Jahr 2018 haben sich die Einsatzzahlen etwa vervierfacht“, sagt Maur. „Im vergangenen Jahr hatten wir 606 Einsätze, in diesem Jahr sind es bereits 407 und wir werden bis zum Jahresende wieder deutlich über die Marke von 600 Einsätzen kommen.“ Folgt man den Zahlen, hat die Zahl der kleineren und größeren Brände über die Jahre nicht zugenommen, „dafür nehmen die Fälle der einfachen technischen Hilfeleistungen zu“. Mit 152 Einsätzen machten sie 2018 den mit Abstand größten Posten aus, gefolgt von 54 Kleinbränden und 39 Einsätzen bei ausgelösten Brandmeldeanlagen, davon allein 30 in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes in Niederpleis. An Letzterer habe sich das Einsatzaufkommen auf bislang drei Einsätze in diesem Jahr reduziert, betont der Wehrführer. „Und das waren alles keine Fehlalarme mehr.“

Jugendwehr zählt 130 Mitglieder

Hinter der Vielzahl der technischen Hilfeleistungen verbergen sich oft Türöffnungen für Polizei und Rettungsdienst. „Wir leben in einer Zeit, in der es oft zu spät auffällt, dass der Nachbar schon seit Tagen nicht mehr den Rollladen hochgezogen hat. Oft werden wir zu spät gerufen“, berichtet Maur aus der Praxis. Feuerwehrsprecher Sascha Lienesch ergänzt: „Solche Einsätze besprechen wir anschließend. Die Nachbereitung spielt dabei eine entscheidende Rolle.“ Selbst schnelle, kleine Einsätze bedürften der Nachbereitung, Dokumentation und Gerätewartung, sodass unterm Strich eine durchschnittliche Einsatzdauer von etwa 1,5 Stunden entstehe. Hinzu kommen diverse Aus- und Weiterbildungen, regelmäßige kleine wie große Übungen, Teamabende, die Begleitung von Dorf- und Brauchtumsveranstaltungen und die Nachwuchsförderung.

Nahezu 90 Prozent der derzeit Aktiven waren früher in der Jugendfeuerwehr tätig, die heute 130 Mitglieder zähle. Seit vergangenem Jahr hat die Feuerwehr mit Sebastian Flohr einen hauptberuflichen Nachwuchsförderer, der die Jugendarbeit der Standorte unterstützt sowie drei Schulprojekte in der Hauptschule Niederpleis, der Gesamtschule Menden und an der Gutenbergschule koordiniert. „Die Programme laufen zum Teil bereits seit drei Jahren, werden gut angenommen und wir hoffen, dass möglichst viele der teilnehmenden Schüler später in die aktive Wehr eintreten“, sagt Maur: „Quereinsteiger gibt es nur wenige, aber es ist möglich und jeder ist herzlich willkommen, die Freiwillige Feuerwehr seiner Stadt zu unterstützen.“