Verabschiedung in Mülldorf

Großer Andrang beim Abschied von Pater Devis Don Wadin

Viele Katholiken verabschieden sich nach dem Gottesdienst persönlich von dem Steyler Pater Devis Don Wadin.

Viele Katholiken verabschieden sich nach dem Gottesdienst persönlich von dem Steyler Pater Devis Don Wadin.

Sankt Augustin. Die Mülldorfer Pfarrkirche reicht bei der Verabschiedung von Pater Devis Don Wadin kaum aus - so viele Menschen wollen dabei sein. Der Steyler Missionar verlässt Sankt Augustin mit vielen Erinnerungen, Briefen und einer Spende.

So einfach hergeben wollte die Gemeinde ihn nicht, ihren beliebten Pater Devis Don Wadin. Derart voll war es am Sonntagmorgen beim Abschiedsgottesdienst in Sankt Mariä Heimsuchung in Mülldorf, dass selbst die Stehplätze auf den kalten Stufen vor der Türe eng wurden.

Der Andrang kam nicht von ungefähr: In den vergangenen 2227 Tagen – seit er am 1. Oktober 2011 seine Stelle als Pfarrvikar in Sankt Augustin angetreten hatte – fand der aus Indonesien stammende Steyler Missionar viele Freunde in den Gemeinden des Seelsorgebereichs. So viele, dass er seinen Abschied auch bequem in der Klosterkirche der Steyler Missionare hätte feiern können. Doch das wollte Pater Devis bewusst nicht, denn mit dem Einzug ins Mülldorfer Pfarrhaus hatte er hier eine neue Heimat gefunden. Eine Gemeinde, die er schnell kennenlernte mit offenem Gemüt, großem Herzen und einem gesunden Appetit, wie er sich selbst heute gern an seinen Appell vor einigen Jahren erinnerte: „Kochen Sie Tee und backen Sie Kuchen, ich bringe Bärenhunger mit.“ Und Zeit zuzuhören und für Gespräche, ergänzte er am Sonntag rückblickend.

Dabei sei der Start in Sankt Augustin keineswegs ein leichter gewesen: Weil er mit der Umstrukturierung der Kirche von autarken Gemeinden hin zum großen Seelsorgebereich Probleme hatte, hatte er drei Jahre nach seiner Ankunft in Sankt Augustin den zuständigen Steyler Provinzial um die Versetzung zurück nach Oberschwaben gebeten, wo der heute 46-Jährige rund elf Jahre seit seiner Priesterweihe im Jahr 2000 tätig war. Der Provinzial lehnte ab, zeigte sich Pater Devis am Sonntag dankbar: „Ich bin wirklich froh, dass mir diese Türe damals verschlossen blieb.“ Als Pater Devis Oberschwaben verließ, habe der Pfarrer ihm gesagt, er dürfe jederzeit wiederkommen – eine herzliche Einladung, der sich Pfarrer Peter Emontzpohl nun auch im Namen der Sankt Augustiner Katholiken in seiner Ansprache gern anschloss. Nun führt Pater Devis Don Wadins Weg in die Nähe von München, wo er Leiter des Pfarrverbands Obersendling-Waldfriedhof wird.

Zunächst aber umlagerten die Katholiken und Freunde den Pater derart herzlich, dass dieser erst zwei Stunden nach Beginn des Gottesdienstes die Kirche verlassen durfte, um sogleich durch ein Spalier des Seelsorgeteams und der Messdiener zum Pfarrheim geleitet zu werden, wo die Gemeinde einen Empfang vorbereitet hatte.

Gehen wird der Steyler Missionar mit vielen Eindrücken, Erinnerungen und persönlichen Briefen, aber auch mit einer Spende: 2000,51 Euro haben die Messdiener als Türkollekte gesammelt. Das Geld kommt Pater Devis' Stiftung „Salzkorn“ zugute, die auf seiner indonesischen Heimatinsel Sumba etwa einen Kindergarten, eine Schule und ein Kinderheim unterstützt.