Flugplatz Hangelar

Forderungen der Grünen bleiben auf dem Tisch

Können sie einfach verboten werden oder nicht? Die Gyrocopter am Flugplatz Hangelar sind umstritten. ARCHIVFOTO: HOLGER ARNDT

SANKT AUGUSTIN. Entschieden ist noch nichts, aber die Forderungen der Sankt Augustiner Grünen-Fraktion zur Lärmreduzierung am Flugplatz Hangelar bleiben auf dem Tisch. Sankt Augustiner Politiker wollen nun in einer Sondersitzung darüber entscheiden.

Einstimmig beschloss der Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss einen Antrag von CDU und FDP, das kontroverse Thema in einer Sondersitzung zu behandeln. "Wir wissen doch nichts über die Rechtmäßigkeit der Grünen-Forderungen, und dazu brauchen wir Experten der Bezirksregierung Düsseldorf oder auch Spezialisten zum passiven Lärmschutz sowie Vertreter der Bundespolizei, um Entscheidungen treffen zu können", sagte Georg Schell, Fraktionsvorsitzender der CDU. Schell betonte, auch die CDU setze sich für weniger Lärm ein. Und das, was machbar und sinnvoll sei, werde sie auch mittragen.

Die Grünen wollen ein generelles Verbot der Gyrocopter durchsetzen, eine Verschärfung der Lärmschutzordnung durch die Bezirksregierung Düsseldorf, wo die Luftaufsicht angesiedelt ist, sowie eine Einschränkung des Hubschrauberverkehrs. Überdies sollen verbindliche Flugrouten für Hubschrauber festgelegt werden, um Flüge über Wohngebieten einzudämmen. Außerdem sollen die Gewerbebetriebe am Flugplatz einer immissionsschutzrechtlichen Prüfung unterzogen werden. Rundflugveranstaltungen mit Hubschraubern sollen gänzlich untersagt werden.

Auch die Übungsflüge der Fliegergruppe der Bundespolizei sollen eingeschränkt werden. "Mittlerweile findet die Ausbildung aller Polizeihubschrauberpiloten der Bundespolizei und der Länderpolizeien in Hangelar statt", sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Martin Metz. "Und vor allem nachts und zur Mittagszeit wird geflogen." Deshalb solle darauf hingewirkt werden, dass Flugbewegungen langfristig reduziert werden, und zwar durch eine Verlagerung oder Aufteilung der Flugausbildung auf mehrere Standorte. "Das sind alles Dinge, die gehen, um eine Entscheidung werden wir nicht herumkommen", sagte Metz.

Einige Forderungen seien ja gut, meinte Schell. Aber es treffe einfach nicht zu, dass permanent mehr Lärm am Flugplatz produziert werde, verwies er auf den deutlichen Rückgang der Flugbewegungen insgesamt im Jahr 2012. "Bei den Hubschraubern sind das sogar 35 Prozent", so Schell. Die Übungsflüge der Bundespolizei seien um 22 Uhr beendet. Überdies werden die Piloten der Landespolizeien schon seit vielen Jahren in Hangelar ausgebildet. Auch die Flugbewegungen der Bundespolizei seien von 1996 bis 2012 um ein Drittel zurückgegangen. Es sei bedenklich, dass die Grünen nicht ein einziges Mal mit den Verantwortlichen gesprochen hätten.

"Diese Vorgehensweise wird dem größten Arbeitgeber in Sankt Augustin nicht gerecht", stellte Schell infrage, ob mit Blick auf die Bundespolizei überhaupt etwas passieren müsse. Die SPD trägt die Grünen-Forderungen weitgehend mit, lehnt indes ab, die Bundespolizei-Flieger in Frage zu stellen. "Unser Ziel ist es, die Akzeptanz des Flugplatzes zu erhöhen, und das geht nur mit weniger Lärm", sagte Andreas Nettesheim (SPD).

Wolfgang Köhler vom Aufbruch forderte, alle Flugplatz-Gesellschafter ins Boot zu holen. "Ansonsten können wir beschließen, was wir wollen. Das hat dann keine Auswirkungen." Auch der Aufbruch wolle weniger Lärm. "Aber ohne dem Flugplatz den Garaus zu machen." Man müsse bei allem, was entschieden werde, auf die Rechtmäßigkeit achten, sagte Wolfgang Züll (FDP). "Ich wohne ganz bewusst in Hangelar. Mich stören die Flieger nicht.