Flugplatz Hangelar

Flugplatzchef Jürgen Unterberg weist Vorwurf zurück

SANKT AUGUSTIN. Einen Streit gibt es auch zwischen Flugplatzchef Jürgen Unterberg und Politikern aus Sankt Augustin. Wolfgang Köhler, Vorsitzender der Fraktion Aufbruch, und Martin Metz, Fraktionschef der Grünen, kritisieren Äußerungen Unterbergs, mit denen er sich an die Fliegergemeinschaft gewandt hatte.

In einem Rundschreiben hatte Unterberg die Flieger auf eine neue Gebührenordnung des Flugplatzes hingewiesen und sie aufgefordert, sich für die eigenen Interessen zu engagieren. Dazu schrieb er: "Eine starke Fliegergemeinschaft ist unser bestes Hilfsmittel, politische Beschlüsse der Gesellschafter gegen das Wohlergehen des Flugbetriebes zu bremsen oder gar zu verhindern."

Metz wirft Unterberg vor, sich damit gegen die Gesellschafter und Kommunen, die sein Arbeitgeber seien, zu richten und Bemühungen für mehr Lärmschutz zu verhindern und zu bremsen. "Die Äußerungen weisen nicht unbedingt darauf hin, dass Herr Unterberg das Thema Lärmschutz ernst nimmt", so Metz. Der Grünenpolitiker fordert ein klares Bekenntnis von Unterberg für den Lärmschutz. Andernfalls müsse es personelle Konsequenzen geben. Köhler wirft Unterberg vor, gegen das Treuegebot verstoßen zu haben. Unterberg mobilisiere die Flieger gegen seinen eigenen Arbeitgeber, die Flugplatzgesellschaft.

Unterberg wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Ich weise das in aller Entschiedenheit zurück." Er habe sich mit seinem Aufruf nicht als Flugplatzchef, sondern als Privatmann geäußert. "Der Vorwurf der Untreue ist eine böse Behauptung, und man muss rechtlich darüber nachdenken, ob sich Herr Köhler dafür entschuldigen muss", so Unterberg. Er trete entschieden für Lärmschutz ein.