Verkehrsplanung in der Region

Neue Rheinbrücke soll bereits 2030 fertig sein

Wesseling/Niederkassel/Bonn. Die neue Rheinbrücke zwischen Wesseling und Niederkassel soll bereits 2030 und damit vor dem Abriss der Bonner Nordbrücke fertig sein. Das teilte NRW-Minister Hendrik Wüst bei einem Ortstermin mit.l

Die neue Rheinbrücke zwischen Köln oder Wesseling und Niederkassel soll 2030 fertig sein. Das sagte gestern NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst bei einem Besuch in Niederkassel. Danach erst soll die Nordbrücke in Bonn abgerissen und neu gebaut werden. Bisher war dort von einem Start der Abrissarbeiten für 2028 die Rede. Die Nachricht ist insofern überraschend, als bisher nicht davon auszugehen war, dass alles so schnell gehen würde. Aber offenbar soll die sogenannte neue Rheinspange bereits früher voll betriebsbereit sein. Zwar war bisher ganz grob eine Fertigstellung im Jahr 2030 angepeilt worden, die Planungen sind aber noch in den Anfängen. Und das umfangreiche Bürgerbeteiligungsverfahren fordert auch seinen zeitlichen Tribut.

Der Neubau der Bonner Nordbrücke soll aber nun erst nach Fertigstellung der geplanten neuen Rheinquerung starten. Das erklärte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst bei einem Besuch des Evonik-Werks in Lülsdorf am Freitag. Damit würde der Neubau der Rheinbrücke, über die die A 565 verläuft, nicht wie zuvor geplant ab 2028, sondern frühestens ab dem Jahr 2030 starten.

„Wir haben uns alle Bauprojekte dieser Art in der Region angeguckt, wann müssen wir an welcher Stelle zwingend investieren und wie schnell können wir an anderer Stelle sein, um den Verkehr umzuleiten “, sagte Wüst. Ziel sei es, die Einschränkungen auf den Verkehr während der Baumaßnahmen in Grenzen zu halten.

Wüst zeigte sich demzufolge zuversichtlich, dass die Rheinspange bis zum Jahr 2030 fertig gestellt ist. „Wir gehen davon aus, dass das ein erreichbarer Zeitraum ist. Es ist wichtig, dass auf die Planung jetzt Tempo draufkommt“, so der Verkehrsminister. Wie berichtet, läuft momentan die Planung für die neue Brücke zwischen der A555 und der A59. Die genaue Trasse ist allerdings noch nicht beschlossen und der Führung auch noch nicht klar. Im Grundsatz werden aber zwei Varianten diskutiert. Die nördliche führt südlich des Godorfer Hafens auf die andere Rheinseite. Dabei handelt es sich um eine Linienführung, die schon im Bundesverkehrswegeplan auftaucht. Außerdem soll auf jeden Fall eine südliche Variante geprüft werden, die durch Niederkassel zur A 59 führt.

Die neue Rheinbrücke soll das Verkehrsnadelöhr rund um Bonn und Köln aufweiten und damit entlasten.

Die seit Jahrzehnten in der Diskussion befindliche Südtangente im Süden Bonns spielt in der öffentlichen Diskussion momentan keine große Rolle mehr. Dafür sehen die Autofahrer, die regelmäßig für die Fahrt zur Arbeit den Rhein queren müssen, den Bauarbeiten an der Nordbrücke mit gemischten Gefühlen entgegen. Wie berichtet, soll die Strecke zwischen Autobahnkreuz Bonn-Nord und Dreieck Bonn-Nordost sechsspurig ausgebaut werden. Und dazu muss unter anderem die Nordbrücke komplett ersetzt werden. Zuvor wird sie noch saniert.