Ausstellung in Niederkassel

Briefmarken aus Ost und West

Gewachsene Freundschaft: Bürgermeister Stephan Vehreschild eröffnet die Ausstellung im Foyer des Rathauses.

Gewachsene Freundschaft: Bürgermeister Stephan Vehreschild eröffnet die Ausstellung im Foyer des Rathauses.

NIEDERKASSEL. Schon weit vor der Wiedervereinigung habe es nicht immer ganz legale Kontakte zwischen Niederkassel und Premnitz gegeben, erzählte Niederkassels Bürgermeister Stephan Vehreschild anlässlich der Ausstellungseröffnung "25 Jahre Deutsche Einheit - 25 Jahre Städtepartnerschaft" im Foyer des Rathauses.

Zu sehen sind dort noch bis zum 4. November Briefmarken aus Ost und West, zum Teil vergrößert und entsprechend ihrer Zeit gerahmt und gegenübergestellt.

Es sind vor allem die Gemeinsamkeiten trotz der Teilung des Landes, die dort dokumentiert sind. Die gemeinsamen Wurzeln der beiden deutschen Staaten haben die Teilung überdauert, so die Grundaussage der Ausstellung, die von Wilhelm Schmidt aus Premnitz und Joachim von Hänisch aus Niederkassel konzipiert wurde. Schmidt ist zugleich auch der Initiator der Städtepartnerschaft zwischen Niederkassel und Premnitz - eine Freundschaft, die ebenfalls vor 25 Jahren besiegelt wurde.

Die Ausstellung führt die Besucher vom Foyer eine Etage höher auf einen Rundgang mit 24 Exponaten deutsch-deutscher Geschichte. Den Beginn markiert ein Foto, das die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde durch die beiden Bürgermeister Joachim Aurich (Premnitz) und Walter Esser (Niederkassel) im September 1990 zeigt. Darunter sind die Briefmarken aus Ost und West anlässlich der 40-jährigen Teilung zu sehen. Altbürgermeister Esser weilte am Montag bei der Ausstellungseröffnung unter den Gästen und konnte noch die ein oder andere Anekdote aus den Anfängen der Städtepartnerschaft beitragen. "Bei unserem ersten Besuch räumte man sogar das Ehebett, um uns eine angemessene Unterkunft zu bieten", berichtet er von der Gastfreundschaft in Premnitz.

Wilhelm Schmidt erinnerte an die Begegnung der Briefmarkensammler von Hänisch und Schmidt. "Was blieb zwei Briefmarkensammlern anderes, als die Städtepartnerschaft auch mit Briefmarken zu dokumentieren", sagte Schmidt. "Die deutsche Nation hat über die Zeit der Teilung hinweg Bestand." Das zeige sich zum Beispiel auch in der Literatur, der Musik oder der Architektur, meint Schmidt. "Ich bin glücklich, dass ich diese Ausstellung auch in Niederkassel zeigen kann, denn da gehört sie hin", so Schmidt.

Zuvor wurden am Montag am Rheinufer zwischen Mondorf und Rheidt drei Bäume gepflanzt: die Buche für den Westen, die Kiefer für den Osten und die Eiche für das vereinigte Deutschland. Sie stehen in einem gleichseitigen Dreieck und wachsen nach oben zusammen, als Symbol für das Zusammenwachsen Deutschlands. Auch der Obelisk vor dem Rathaus ist um zwei Namen reicher geworden. Die Namen von Wilhelm Schmidt und Joachim von Hänisch, Initiatoren der Briefmarkenausstellung, wurden dort in Stein gemeißelt.