Streit um Niederkasseler Hallenprojekt

Anwohner klagen gegen geplante Sporthalle in Niederkassel

Niederkassel. Die Stadt Niederkassel will in Mondorf eine Mehrzweckhalle bauen. Die Bürger befürchten allerdings zu viel Lärm und schalten das Verwaltungsgericht Köln ein.

Die geplante Sporthalle in Mondorf ist Thema im Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Soziales am Dienstag. „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“, lautete der Titel des Landesfördertopfes, aus dem die Stadt für den Neubau der Sporthalle hinter der Mondorfer Alfred-Delp-Realschule finanzielle Unterstützung bekommt. Die Planungen sind abgeschlossen, die Baugenehmigung liegt vor. Nun könne mit der Bauphase begonnen werden, die Verwaltung werde berichten, heißt es in der Vorlage zum Ausschuss.

Diese Formulierung wird der Technische Beigeordnete Helmut Esch unter Umständen zurechtrücken müssen, denn sieben Anwohner rund um den Standort der neuen Halle haben fristgerecht Klage beim Verwaltungsgericht in Köln eingereicht, bestätigte Dieter Veltwisch auf GA-Anfrage. Sie wollen die Halle an diesem Standort nicht haben, weil sie insbesondere unzumutbare Lärmbelästigungen befürchten. Bei dem zuständigen Beigeordneten der Stadt hingegen waren am Donnerstag noch keine entsprechenden Informationen eingegangen.

„Nach meinem jetzigen Kenntnisstand kann der Bau beginnen“, sagte Esch dem GA. Die Baugenehmigung sei erteilt und die Nachbarn seien beteiligt worden. Nur bei zwei Anwohnern laufe die Klagefrist erst in dieser Woche aus. Allerdings gab Esch zu bedenken, dass auch die Möglichkeit bestehe, dass die Vorgänge noch bei Gericht lägen. Das könne ein Grund sein, warum die Verwaltung noch keine Kenntnis über die Klageschriften von sieben Anwohnern erlangt habe.

Darunter ist auch Walter Bass, und der hat von seinen Anwälten am 23. August die Bestätigung bekommen, dass die Klageschrift versandt sei. „Wir haben uns ja auch eine schriftliche Bestätigung ausbedungen, dass mit dem Baubeginn erst nach Abschluss des Gerichtsverfahrens begonnen wird“, verwies Bass auf eine weitere Klausel. Der Grund dafür: Die Klage an sich habe nicht unbedingt eine aufschiebende Wirkung. Sollte die Stadt also vor Verfahrensablauf mit dem Bau beginnen, würden die Bürger mittels einer einstweiligen Verfügung einen Baustopp erwirken, kündigte Bass schon jetzt an.

Auch gegen den Bauvorbescheid für die Halle hatten die Anwohner im März Klage eingereicht. Wie genau der Sachstand rund um die umstrittene Halle ist, darüber will die Verwaltung im Ausschuss informieren. Der Neubau der Mehrzweckhalle wurde möglich, nachdem die Stadt 1,69 Millionen Euro an Landesmitteln aus dem Fördertopf „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ erhielt. Knapp 2,27 Millionen Euro wird die neue Halle kosten. Die Stadt zahlt rund 700.000 Euro.

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Soziales beginnt am Dienstag, 12. September, um 18 Uhr im Schulzentrum Nord, Kopernikusstraße.