Verwirrung um vermeintliches Hakenkreuz

Weco wegen Symbolen auf Feuerwerkskörper angezeigt

Ein Facebook-User hat wegen dieses Feuerwerkskörpers Anzeige gegen Weco erstattet.

Ein Facebook-User hat wegen dieses Feuerwerkskörpers Anzeige gegen Weco erstattet.

Eitorf. Auf Facebook kursiert aktuell das Bild eines Feuerwerkskörpers des Eitorfer Herstellers Weco. Auf dessen Unterseite sieht es auf den ersten Blick so aus, als sei dort ein Reichsadler samt Hakenkreuz abgebildet. Ein Facebook-Nutzer hat deshalb Anzeige erstattet.

Das Bild auf der Unterseite des Feuerwerkskörpers von Weco zeigt einen Vogel mit ausgebreiteten Flügeln. Darunter ist deutlich eine Swastika zu erkennen - eine Darstellung, die in Deutschland vor allem mit dem Hakenkreuz assoziiert wird. Der Facebook-Post wurde im sozialen Netzwerk mehrfach geteilt. Auch hat der Käufer des Feuerwerkskörpers nach eigenen Angaben Anzeige wegen Verstoßes gegen Paragraf 86a des Strafgesetzbuches (StGB) erstattet, der sich gegen das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen richtet.

Der Eitorfer Feuerwerkshersteller Weco hat bereits reagiert und mit eigenen Recherchen zu dem Vorfall begonnen. Das hat das Unternehmen im entsprechenden Facebook-Post auch schriftlich mitgeteilt. Weco-Sprecher Oliver Gerstmeier zeigte sich auf GA-Anfrage überrascht: Die Unterseite des Feuerwerkskörpers "Höllenzauber" besitze üblicherweise keine Abbildungen. Zudem handle es sich um einen Einzelfall. Es gebe keine weiteren Reklamationen. Dafür spreche auch, dass bei Weco keine solche Designvorlage existiere. Die Echtheit des Facebook-Bildes könne Gerstmeier nicht einschätzen. "Wir haben den Nutzer auf Facebook bereits angeschrieben und gefragt, ob er uns den Feuerwerkskörper zur Verfügung stellt", erklärt Gerstmeier.

Der Mann, der angibt, Käufer des Feuerwerkskörpers zu sein, nennt im Facebook-Post hingegen Datum, Preis und die Adresse des Supermarktes in Berlin, in dem er den Artikel mit seinen Freunden erworben habe. "Die Quittung sowie die Packung des Pakets liegen ebenso wie der Feuerwerkskörper bei mir Zuhause", schreibt er auf Facebook.

 

Auch ein Fehler innerhalb der Produktionskette sei laut Weco-Sprecher Gerstmeier deshalb nicht auszuschließen. Der Artikel werde in China hergestellt. "Sollte das Bodenpapier echt sein, gehen wir von einem interkulturellen Missverständnis aus", sagt Gerstmeier. Die Erklärung: In großen Teilen Asiens wird das sogenannte Swastika-Symbol seit Jahrtausenden als Glückssymbol verwendet. Dieses Symbol hat dort keine negative Bedeutung wie zum Beispiel das Hakenkreuz. Seine ursprüngliche Bedeutung drückt in hinduistischen und buddhistischen Glaubenskreisen eine positive Botschaft aus.

Wie Weco-Sprecher Gerstmeier auf GA-Anfrage mitteilt, stellen die Fabriken in China oftmals auch Ware für den asiatischen Markt her, auf der Symbole dieser Art regelmäßig zum Einsatz kommen. "Wir haben bereits Kontakt zu unserem chinesischen Produzenten aufgenommen." Die Sache werde geprüft. "Er hat uns mitgeteilt hat, dass ein absichtlicher Einsatz auszuschließen sei", so Gerstmeier weiter. Dennoch sei diese spezielle Kombination eines Vogels mit ausgebreiteten Flügeln und einer Swastika "sehr unglücklich".

In einer Stellungnahme von Weco auf Facebook heißt es: "Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die vermeintlich echte Gestaltung der Bodenseite des Artikels nicht beabsichtigt ist. Wir lehnen Hass und Diskriminierung in jeglicher Form ab und entschuldigen uns bei allen Personen, die sich durch das Swastika-Symbol beleidigt fühlen.

Ob im konkreten Fall tatsächlich ein Verstoß gegen Paragraf 86a des StGB vorliegt, muss die Staatsanwaltschaft in Berlin nun klären. Auf GA-Anfrage konnte diese allerdings noch keine Einschätzung abgeben. Gleiches gilt für die Staatsanwaltschaft Bonn und die Staatsanwaltschaft Köln.