Prozess um "Mord ohne Leiche"

Staatsanwältin plädiert auf Freispruch für Eitorfer

Prozess um den "Mord ohne Leiche": Der Angeklagte mit seinen beiden Verteidigern beim Prozessauftakt.

Prozess um den "Mord ohne Leiche": Der Angeklagte mit seinen beiden Verteidigern beim Prozessauftakt.

Bonn. Im Bonner Prozess "Mord ohne Leiche" hat die Staatsanwältin für einen 44-jährigen Klinikkoch einen Freispruch gefordert. Sie sei zwar nicht von der Unschuld des Angeklagten überzeugt, die Indizien jedoch würden nicht für eine Verurteilung ausreichen.

Dem Angeklagten war vorgeworfen worden, seine 42-jährige Ehefrau heimtückisch erwürgt, ihren Leichnam zerstückelt und in einer Klinikküche entsorgt zu haben. Diese Verbrechen hatte der Angeklagte seiner damaligen Geliebten gestanden. Dieses Geständnis jedoch könnte, weil von der Geliebten herausgefordert, falsch sein und sei - so hatte es eine Gutachterin im Prozess gesagt - nicht belastbar. Der Angeklagte hatte immer beteuert, er habe das Geständnis erfunden, er habe seine Ehefrau nicht getötet.

In einem ersten Prozess hatte das Bonner Schwurgericht den Angeklagten zu elf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Die Kammer hatte sich im Wesentlichen auf das Geständnis, dass er gegenüber seiner Geliebten gemacht hatte, gestützt. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil gegen den Eitorfer Klinikkoch aufgehoben.

Von der Verkäuferin, die damals mit ihrer sechsjährigen Tochter ausziehen wollte, gibt es seit vier Jahren (8. September 2012) kein Lebenszeichen - auch eine Leiche wurde bis heute nicht gefunden.