Kommentar zur Flüchtlingsunterbringung in der Region

Eine große Aufgabe

Rhein-Sieg-Kreis. Die Unterbringung der Flüchtlinge ist zunächst einmal finanzielle und logistische Kraftanstrengungen. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass die Bürger in den einzelnen Orten ihre neuen Mitbürger, die oft nach monatelanger Odyssee in Deutschland ankommen, vorurteilsfrei empfangen. Ein Kommentar.

Immer mehr Menschen aus den Krisen- und Kriegsgebieten dieser Welt kommen nach Deutschland. In diesem Jahr sollen es bis zu 800.000 sein. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl einer Stadt wie Frankfurt. Dies stellt auch die Kommunen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis vor große Herausforderungen, denn die Menschen müssen menschenwürdig untergebracht werden. Und das manchmal von heute auf morgen.

So richtete die Stadt Bornheim die Turnhalle einer Grundschule her. Die Gemeinde Alfter baut eine Unterkunft auf der Rathauswiese. Die Stadt Rheinbach stellt ein Haus in Wormersdorf zur Verfügung. In Swisttal mietet die Gemeinde nun in Heimerzheim ein Firmengebäude an, um Flüchtlinge unterzubringen.

Diese Projekte sind zunächst einmal finanzielle und logistische Kraftanstrengungen. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass die Bürger in den einzelnen Orten ihre neuen Mitbürger, die oft nach monatelanger Odyssee in Deutschland ankommen, vorurteilsfrei empfangen. Die Verwaltungen alleine sind überfordert, sich um die Integration der Flüchtlinge zu kümmern. Da ist auch ehrenamtliches und privates Engagement gefragt. Die Unterbringung der Flüchtlinge und die Hilfe bei deren ersten Schritten in der neuen Heimat ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Und angesichts der politischen Lage in Afrika und im Nahen und Mittleren Osten wird diese Aufgabe nicht schnell erledigt sein.