Kunsttage in Königswinter

Live-Bilder in Moschee und Kirchen

KÖNIGSWINTER. Die 15. Auflage der Königswinterer Kunsttage wurde am Donnerstagabend offiziell im Palastweiher eröffnet. Die „Kunstkarawane“ zog auch durch die Ditig-Moschee.

Bürgermeister Peter Wirtz und Heinz Zöller von der Lokalen Agenda Kunst & Kultur wünschten den Gästen der 15. Auflage der Königswinterer Kunsttage viel Spaß mit den Arbeiten der mehr als 60 Künstler, die ihre Werke an 19 Orten im Königswinterer Berg- und Talbereich sowie erstmals auch in Bad Honnef zeigen. Bereits vor der offiziellen Eröffnung war die „Kunstkarawane“ einmal durch Königswinter gezogen: von der Remigiuskirche zur Ditib-Moschee und weiter zur Christuskirche. Diese drei religiösen Stätten hatte Susanne Krell miteinander verflochten. Die Konzeptkünstlerin stellte ihre Arbeit unter das Motto: „Anschauen – Verbinden!“

Krell platzierte in allen drei Gotteshäusern eine Überwachungskamera, die live im ständigen Stream ein Bild aufnimmt. Bei den Kirchen sind es Fenster, in der Moschee Wandmosaike. Diese Bilder, die sich im Tagesverlauf lediglich durch den wechselnden Lichteinfall verändern, werden an die jeweils beiden anderen Orte gesendet und sind dort auf zwei Bildschirmen zu sehen – sozusagen als „bewegte Stillleben“.

Susanne Krell: „Das Licht im Tagesverlauf hinterlässt eine wandernde Spur. Menschen werden nicht aufgenommen, es geht um den Ort. So biete ich dem Betrachter an jedem der drei Plätze die Möglichkeit, zeitgleich die beiden anderen zu sehen. Drei sakrale Bauten, drei Anschauungen, drei Wege, drei Räume, dreimal Licht und Schatten. Die drei religiösen Orte tauschen sich aus, sie verbinden sich wertfrei, gleichberechtigt, weil die Menschen, die über diese Orte entscheiden, dem zugestimmt haben, ohne Bedenken und Vorurteile. Mit meiner Arbeit möchte ich ein kleines, leises Zeichen setzen.“

Die Kunst als Vermittler zwischen den Welten 

Professor Dieter Ronte, der beim Start in der Remigiuskirche Projekt und Künstlerin vorstellte, betonte, dass Kunst die Menschen zusammenbringe. Diese Installation müsste deutschlandweit gemacht werden. Sie böte mit ihrer minimalistischen Technik eine andere Möglichkeit der Verbindung – von Kulturen und Menschen, die sich auf den Weg machen und Begegnungen eingehen.

Schirmherr Tom Macke, Geschäftsführer des ortsansässigen Unternehmens C. Gerhardt Analytical Systems, betonte, das Konzept habe ihn gleichermaßen begeistert und skeptisch gemacht – skeptisch wegen der schwierigen technischen Umsetzung, begeistert, weil in der heutigen, schnelllebigen Zeit diese Arbeit Momente des Hinschauens einräume.

„Mögliche Ängste lösen sich auf.“ Tom Macke dankte seinen Mitarbeitern Nils Hortian und Adil Battah, die gemeinsam mit David Roth die Technik installiert hatten. In der Christuskirche, in der die Besucher mit Posaunenmusik empfangen wurden, sagte die evangelische Pfarrerin Christina Gelhaar: „Die Begegnung in Königswinter mit der Moscheegemeinschaft ist nichts Neues für uns.“

Und Hasan Temiz, Vorsitzender der Moscheegemeinschaft, sagte: „Ich freue mich über die Kunsttage, die den Menschen die Möglichkeit gibt, zu uns zu kommen und uns kennenzulernen. Und umgekehrt ist es genauso. Ob Gebetshäuser, Kirchen oder Moscheen – wir haben etwas Gemeinsames: Die Menschen finden zusammen.“ Mit Kaplan Albert Kikalulu war auch die katholische Seite vertreten.

Anschließend zogen die Besucher weiter zum Palastweiher, wo sich Bürgermeister Peter Wirtz bei der Arbeitsgruppe Kunst & Kultur bedankte, ebenso bei der von ihr geschaffenen Plattform „3K_Kreativ.Kontor“, die die Kunsttage organisierte, sowie bei Tom Macke als Schirmherr und Sponsor beider Einrichtungen. Franca Perschen von 3 K machte den Besuchern anschließend Vorschläge für Routen von Kunstort zu Kunstort an diesem Kunstwochenende.

Das komplette Programm der Königswinterer Kunsttage gibt es im Internet unter http://nr5.wildscreen.de/kunsttage. Eine Karte mit allen Veranstaltungsorten ist abrufbar unter www.ga-bonn.de/kunsttage