Messfeier mit Kardinal Woelki

Laurentiuskirche in Oberdollendorf wiedereröffnet

Kardinal Rainer Maria Woelki persönlich nahm die Konsekration des Altars und die Weihe von Tabernakel und Ambo vor.

Kardinal Rainer Maria Woelki persönlich nahm die Konsekration des Altars und die Weihe von Tabernakel und Ambo vor.

OBERDOLLENDORF. Nach vier Jahren und umfangreichen Sanierungsarbeiten weihte Erzbischof Rainer Maria Woelki den neuen Altar in der sanierten Oberdollendorfer Kirche Sankt Laurentius.

Die Freude war groß, weil der Einzug in das neue alte Gotteshaus pünktlich zum Patrozinium erfolgen konnte und Kardinal Rainer Maria Woelki die Konsekration des neuen Altars und die Weihe des Ambos und des Tabernakels vornahm. Wenn das für die Sankt Sebastianus-Junggesellen-Bruderschaft kein Grund sein sollte, ihren Königsvogel, auf den am Kirmesmontag geschossen wird, mit einem kardinalsroten Pileolus auszustatten? „Das ist eine nette Idee. Das passt doch außerordentlich“, meinte der Erzbischof lachend.

Aufgeräumt mischte er sich unter die Gläubigen, die nach einem beeindruckenden Pontifikalamt auf dem Platz zwischen Kirchturm und Pfarrhaus feierten. Und auch mit den Mitgliedern der Junggesellen-Bruderschaft, die das tragende Element der Oberdollendorfer Kirmes bilden, tauschte sich der Erzbischof aus. Von der Kirchentreppe aus hatte Woelki zusammen mit Pfarrer Dariusz Glowacki zuvor Fähnrich Gregor Werfel beim Fahnenschwenken zu Ehren der Geistlichkeit zugeschaut und begeistert im Takt geklatscht. Danach reichte er Werfel und seinen Fähnrichsbegleitern Hans Trenker und David Thiebes die Wein-Pokale. Böllerschüsse erklangen. Und Hauptmann Kevin Bracke rief ein Hoch auf den Kardinal aus.

„Als ich die Einladung für diesen Termin in den Sommerferien erhielt, dachte ich, dass ich mit fünf, sechs Leuten zusammen bin“, meinte der Erzbischof angesichts des Andrangs. Und er bedauerte jene, die bereits seit morgens um fünf im Einsatz waren. „Sie Arme! Eine Altarweihe erfordert Geduld. Das dauert.“ Woelki weihte zunächst den Ambo. Marielouise Mertens, Vorsitzende der Frauengemeinschaft, und Brudermeister Sebastian Wald nahmen die Lesung vor. „Wie Ehrfurcht gebietend ist dieser Ort“, hieß es da.

Die Kleinsten sind auch dabei

Karl-Josef Thiebes vom Kirchenvorstand fügte in die Altarplatte aus Marmor, die vom Vorgängermodell stammt, das versiegelte Reliquien-Päckchen ein. Der Kardinal legte eine Schürze um und salbte den Tisch mit Chrisam. Und während das Licht ausging, stellte Woelki in jede Ecke und in die Mitte einen Wachsdocht und fügte Weihrauch hinzu. Der Altar „brannte“. Draußen böllerte die Beier- und Böllergesellschaft Sankt Barbara. Und die Mitzelebranten, darunter auch Pater Abraham Fischer, Prior der Abtei Königsmünster, wo die Prinzipalien entworfen und gestaltet wurden, entzündeten alle Kerzen in der Kirche.

Dann waren die Jüngsten bei der Gabenbereitung im Einsatz, instruiert von Gemeindereferentin Jutta Barthold. David und Jonas traten als „Vorleser“ in Aktion. Emil trug Erde aus dem Dorf herbei, Marvin einen Stein, Charlotte und Lennard schafften Brot und Wein herbei. Pfarrer Glowacki und Kirchenvorstandsmitglied Matthias Hildebrand sagten ein „Vergelt’s Gott!“ allen, die mit Ausdauer und Begeisterung mitgewirkt hatten.

Die Junggesellen um Präsident Marcel Herzog hatten vor dem Kirchgang schon ihren historischen Umzug hinter sich und den Ball noch vor sich. Neu am Kirmessonntag: Die Kindergartenkinder wurden nach dem Fahnenschwenken für die Bevölkerung im Festzelt mit Limo und Kuchen bewirtet, um ihnen die Kirmes richtig schmackhaft zu machen. Abends standen Parade und Jubiläumsball an zu Ehren des Königspaares Robert Ott und Kerstin Sülzen sowie des Silberjubelkönigspaares Frank Hartmann und Nicole Esser auf dem Programm. Goldjubilarin Angelika Heider nahm ebenso wie Diamantjubilarin Ingrid Wolf teil. Dass Bruderschaft und Dorf eins sind, zeigte sich auch angesichts der Wetterkapriolen. Die Bevölkerung stellte Pavillons zur Verfügung. Trotzdem hoffen die Sebastianer, dass diese Unterstände beim Königsvogelschießen nicht erforderlich sind.

Der Montag beginnt mit dem Gottesdienst um 10 Uhr. Ab 11 Uhr ist Königsvogelschießen im Gut Sülz und um 16 Uhr die Krönung des neuen Königs am Sebastianus-Platz. Um 19 Uhr finden die Parade und anschließend der Krönungsball im Festzelt statt.

Weitere Informationen und Bilder gibt es im Virtuellen Brückenhofmuseum.