Kooperationsvertrag in Königswinter

Hospizdienst und Seniorenhaus arbeiten eng zusammen

Kennen sich bereits seit
 vielen Jahren (v. l.):
 Markus Pyzalski, Monika Fleischer, Klaus Mense, 
Pflegedienstleiterin Karin Wacker, Rita Schmitz und Ellen Scholtes aus dem Sozialen Dienst.

Kennen sich bereits seit
 vielen Jahren (v. l.):
 Markus Pyzalski, Monika Fleischer, Klaus Mense, 
Pflegedienstleiterin Karin Wacker, Rita Schmitz und Ellen Scholtes aus dem Sozialen Dienst.

Stieldorf. Mehrere Hospizbegleiterinnen werden künftig zu regelmäßigen Zeit im Seniorenhaus Sankt Margareta ansprechbar sein und sich um Bewohner kümmern. Auch mit dem Haus Katharina gibt es eine derartige Kooperation.

Monika Fleischer ist im Seniorenhaus Sankt Margareta ein regelmäßiger Gast. Seit rund fünf Jahren kommt die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Ökumenischen Hospizdienstes „Ölberg“ wöchentlich nach Stieldorf und steht dort als Ansprechpartnerin für die Bewohner, deren Angehörige, aber auch für die Mitarbeiter zur Verfügung. „Die Menschen kennen mich hier“, sagt sie. „Mit den Jahren ist ein sehr persönlicher, sehr vertrauter Umgang entstanden.“

Die enge Zusammenarbeit zwischen der Senioreneinrichtung und dem Hospizdienst ist jetzt auch schriftlich festgehalten: Markus Pyzalski, Geschäftsführer von Sankt Margareta, und Klaus Mense, Vorsitzender des Hospizdienstes, unterschrieben eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Einrichtungen.

Seit Gründung des Königswinterer Hospizdienstes vor rund zwölf Jahren hätten die ehrenamtlichen Mitarbeiter immer schon einzelne Bewohner des Stieldorfer Seniorenhauses auf ihrem letzten Weg begleitet, berichtet Mense. Diese Zusammenarbeit sei mit den regelmäßigen Besuchen Fleischers weiter intensiviert und ausgebaut worden.

Hospiz- und Palliativgesetz gab den Anstoß

Die Verabschiedung des ersten Hospiz- und Palliativgesetzes Ende 2015 gab schließlich den Anstoß, „die gemeinsamen Ziele, Aufgaben und Rollen zu verteilen“, wie Pyzalski sagt, „und mit der Vereinbarung einen Rahmen zu setzen.“

Nach einer Vereinbarung mit dem Haus Katharina in der Königswinterer Altstadt 2017 ist Stieldorf nun die zweite Einrichtung in Königswinter, mit der der Hospizverein die Zusammenarbeit schriftlich fixiert hat.

Zwischen fünf und sechs Hospizbegleiterinnen sind in Sankt Margareta im Einsatz, die in engem Austausch mit den Pflegekräften im Haus stehen. „Sie haben mit der Koordinatorin im Heim einen direkten Ansprechpartner, der zum Beispiel immer etwas zu der jeweiligen Tagesverfassung des betreuten Menschen sagen kann“, erklärt Rita Schmitz, Koordinatorin des Hospizdienstes. „Im Gegenzug nehmen die Mitarbeiter die Rückmeldungen und Beobachtungen der Ehrenamtlichen entgegen.“

„Der Hospizverein bringt sein Netzwerk und die Erfahrung aus zwölf Jahren Sterbe- und Trauerbegleitung ein“, sagt Mense. So werden unter anderem Infoabende zu Themen wie Patientenvollmacht für Bewohner, Angehörige und auch externe Zuhörer organisiert. Zweimal im Jahr finden Treffen der Hospizbegleiter, der Pflege und dem Sozialen Dienst statt, bei denen die Begleitungen der Bewohner besprochen werden.

Einmal im Quartal kommen zudem Heim- und Pflegeleitung, Sozialer Dienst und Vertreter des Hospizdienstes zum Austausch zusammen. Das Angebot wird ergänzt von einer psychosozialen Betreuung, auf Wunsch auch für die Bewohner, die im betreuten Wohnen untergebracht sind. „Es ist eine offene, professionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, beschreiben es Pyzalski und Mense. „Und zwar im Sinne der Bewohner.“