Schulausschuss-Sitzung

Gesamtschule Oberpleis nimmt alle Schüler an

In diesem Jahr müssen an der Oberpleiser Gesamtschule keine Schüler abgelehnt werden.

In diesem Jahr müssen an der Oberpleiser Gesamtschule keine Schüler abgelehnt werden.

Oberpleis. Der Integrativen Gesamtschule Oberpleis ist ein kleines Kunststück gelungen: Für ihre 135 Plätze im nächsten Schuljahr hat sie genau 135 Anmeldungen erhalten. Außerdem will die Stadt zusätzliche Sportflächen schaffen.

Die Integrative Gesamtschule Oberpleis kann im kommenden Schuljahr 2018/2019 alle angemeldeten Kinder aufnehmen. Im vorgezogenen Anmeldeverfahren, das an Schulen mit einem erwarteten Anmeldeüberhang stattfindet, waren bis zum vergangenen Freitag 135 Kinder angemeldet worden.

114 Kinder kommen aus Königswinter, zehn aus Bad Honnef, sechs weitere aus NRW und fünf aus Rheinland-Pfalz. Die Zahlen teilte die Stadt im Ausschuss für Schule, Kultur und Städtepartnerschaft mit. Unter den 135 Anmeldungen befinden sich 14 Kinder mit festgestelltem Förderbedarf, so dass in den fünf Eingangsklassen die jeweilige Klassenstärke auf 27 reduziert werden kann.

Vor einem Jahr mussten noch 18 Schüler abgelehnt werden, darunter vier aus Königswinter. Es wurden 153 Kinder angemeldet. Es hatte damals eine heftige Diskussion darüber gegeben, ob die Gesamtschule im Schuljahr 2017/2018 mit fünf oder sechs Eingangsklassen starten sollte. Am Ende blieb es bei fünf Zügen. Um in Zukunft sicherzustellen, dass auf jeden Fall zumindest alle Königswinterer Kinder berücksichtigt werden, hatte der Stadtrat einen entsprechenden Beschluss gefasst, nach dem diese nun bevorzugt zu behandeln sind.

Dieser Beschluss muss in diesem Jahr allerdings nicht zur Anwendung kommen. „Uns allen fällt ein Stein vom Herzen, dass kein Kind abgelehnt werden muss. Das ist eine Punktlandung“, sagte Norbert Mahlberg (CDU). Leichtes Bedauern äußerte er darüber, dass es allerdings keinen Freiraum mehr für unterjährige Schulwechsler gebe, weil alle 135 Plätze belegt würden.

Ausschuss sieht Defizit bei den Sportflächen

Den Ausschuss beschäftigte auch die Frage, wie der Platz im Schulzentrum Oberpleis ab dem Sommer, wenn Realschule und Hauptschule auslaufen, am besten zu nutzen ist. Es wurde beschlossen, die im Raumkonzept von Garbe & Lexis sowie in der Machbarschaftsstudie von Assmann vorgeschlagenen Anpassungen der Schulräume umzusetzen.

Einig war man sich auch, dass ein besonderer Bedarf an zusätzlichen Sportflächen besteht. Hier gebe es ohnehin schon ein Defizit. Außerdem möchte die Gesamtschule in der künftigen Oberstufe einen Sport-Leistungskurs anbieten. Um in dieser Frage weiterzukommen, erteilte der Ausschuss der Verwaltung mehrere Prüfaufträge. So soll sie ermitteln, wie viel es kosten würde, die Gymnastikhalle in der ehemaligen Paul-Moor-Schule für eine schulische Nutzung herzurichten. „Wir sollten die Halle nicht nur als bessere Abstellkammer nutzen“, meinte Michael Ridder (Königswinterer Wählerinitiative).

Dezernentin Heike Jüngling hielt dem entgegen, dass die Paul-Moor-Schule vom Rhein-Sieg-Kreis übernommen wurde, um dort Flüchtlinge unterzubringen. „In der Sporthalle finden zum Beispiel Ehrenamtskurse statt. Sie lag bisher weder brach noch wurde sie als Abstellkammer genutzt“, sagte sie.

Drei weitere Flächen als mögliche Standorte

Weil noch nicht feststeht, wann die Flüchtlinge ausziehen werden, und zudem der Weg für die Schüler des Schulzentrums bis zur Paul-Moor-Schule relativ weit ist, soll die Verwaltung nun auch drei weitere Flächen auf ihre Eignung prüfen, dort zusätzliche Sportflächen zu schaffen. Ridder und Mahlberg brachten drei Privatgrundstücke an der Straße Im Wiesengrund/Weilerweg, am Oktaeder an der Hauptschule und am Wendehammer des Lehrerparkplatzes des Gymnasiums ins Gespräch. „Die Sportstätten haben sich als Defizit herausgestellt“, stellte Norbert Mahlberg fest. Deshalb sollten hier erstmal die Prüfaufträge abgearbeitet werden, bevor über eine weitere Machbarkeitsstudie entschieden werde. Auch biete das Auslaufen von Real- und Hauptschule eventuell Möglichkeiten im Bestand.

Alle anderen Ideen für eine Erweiterung des Schulzentrums, die die Verwaltung präsentierte, sieht die Politik als eher problematisch an – dazu gehören ein Neubau auf der jetzigen Soccerfläche, eine Aufstockung des Verwaltungstraktes der Hauptschule, eine Bebauung des Lehrerparkplatzes der Hauptschule oder eine Verlagerung ins heutige Rathaus für den Fall, dass ein zentrales Verwaltungsgebäude gebaut werden sollte. „Die Sitzungsvorlage hat uns auch nicht befriedigt“, räumte Jüngling ein.

Eher schlecht stehen die Chancen auch für das von der Gesamtschule gewünschte Lehrerzimmer. Lediglich die SPD-Fraktion setzte sich ausdrücklich dafür ein. „Es geht ja darum, die Gesamtschule für die nächsten 15 bis 20 Jahre wetterfest zu machen. Für uns bleibt die Frage eines gemeinsamen Lehrerzimmers auf der Agenda“, meinte Fraktionschef Jürgen Kusserow.